Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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$0 Die letzte Drachme. ״Die Münzen sinken, doch vergebens harrt der Thor. ״Der Strom wird nicht gehemmt, er strömet nach wie vor. ״Der Bursche stutzt, doch ruft er bald: ״״Ich Hab' ja viel. ״״Nur frisch daran, so komm ick endlich dock an's Ziel."" ״Er ruft's — und Münz' auf Münz' läßt in den Strom er fallen, ״Bis eine einz'ge Drachme ihm nur bleibt von allen. ״Der Strom strömt fort. Jetzt hält er ein, ihm sinkt der Muth, ״Jetzt schilt er: ״״Thor, verschwendet Haft du Zeit und Gut. ״״Nur eine Drachme bleibet dir, wirf die noch fort, ״״So hast du Nichts, verkümmerst bier am fremden Ort."" ״Er sinnt und sinnt; doch endlich raffet er sich auf ״Unb~ folgt mit festem, raschem Schritt des Stromes Lauf ״Bis bin zum Ort, wo er die Fähre hat gewahrt. ״Er ruft dem Fäbrmann zu: ״״Mach', trauter Freund die Fahrt ״״Dorthin zu jenem andern Ufer gleich mit mir ״״Und diese Drachme geb' ich dir zum Lohn dafür."" ״Der Fährmann lenkt sogleich die Fahr' mit rascher Hand, ״Bald ist erreicht das Ziel, bald steigt er aus an's Land, ״Wo sein die Liebe barrt mit freudetrunknem Blick ״Und ibm ein Leben lackt voll Heiterkeit und Glück. ,.Was durch die Drachmen alle ihm nicht wollt gelingen, ״Das ließ allein die eine, letzte ihn erringen." Der Snndergreis merkt auf und senkt beschämt den Blick. Er gebt in sich, kehrt reuevoll zu Gott zurück. D. Deutsch.