Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Lhora-Etudirmr. ״״Ach, theurer Hen und Meister! Hast du nicht bedacht ״״Das greise Alter, deines Erdenlebens Nacht? ״״Wenn dann von Tag zu Tag die Kräfte schwinden, ״»Wo wirst du Stärkung, Schutz vor Mangel finden?"" ״Und was zu thun? spricht Jener Hättest du gewollt. ״Daß vor dem Erdengut die Thora weichen sollt'? ״In Tagen sechs nur ward die Erd' vollendet ״In vierzig erst die Gotteslebr' beendet, ״Dies, Lieber, will dir sagen — merke auf und hör'! — ״ Das Erdens ein ist kurz, die Thora lang und schwer. ״Und wie? die Thora sollte hin ich geben, ״Um irdisch Gut, um besfres Erdenleben?" Der Jünger dort beschämt auf seines Meisters Wort Und setzt mir größ'rem Fleiß sein Thora-Studium fort. Die letzte Drachme. Ein Mann, dem hohes Alter schon gebleicht das Haar Und der in schweren Sünden alt geworden war, Dereinst mit einem Rabbi fich zusammenfand, Durch Frömmigkeit und Tugend weit und breit bekannt. Der Rabbi spricht zu ihm mit mildem, sanften Wort: ״Fährst du in deinem Wandel immer fort und fort? ״Dein Haar ist bleich, die Stunden spärlich dir gewährt ״Und strenge Rechenschaft von dir bald wird begehrt ״Don jenem Richter dort, der Herz und Nieren steht, ״Den man nicht täuschen kann, vor dem man nicht entflieht. ״Roch ist es nicht zu spät, noch hast du kurze Zeit. ^»O, bessre dich geschwind, üb' Buß' und Frömmigkeit!" %'