Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2933206-2933208--11283-2968779- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
28 Di« jüdischen Hoffnungen in Ungarn. gesinnten ein ihren Ueberzeugungen getreues jüdisches Gemeindeleben zu verwirklichen. Trügt uns nicht Alles, so würde solchergestalt die ungarische Judenheit in drei geschiedenen Gruppen auseinandert^eten. Da werden zuerst die gesetzestreuen Männer Eine Gruppe b leen, die. aus irriger aber um der Morive willen achtungswertber Scheu, in einer aufrichtigen Pflege allgemeiner Bildung der Jugend, Lebrer und Rabbiner eine Gefäbrdung der Gesetzestreue in Wissenschaft und Leben erblicken. Jbnen gegenüber die Gruppe der Neologen, die, aus vermeintlicher oder angeblicher Unvereinbarkeit des Religionsgesetzes mit den Anforderungen der socialen Bildung und des Lebens, nur in aanze-׳ oder theilweiser Abroairunz des Religionsgesetzes und in Verkümmerung acht religiöser Wissenschaft in der Bildung der Jungen und Alten das Heil erblicken. Und, so boffen wir, es gibt dann noch eine dritte Grupps, zu ihnen zäblen alle die Männer, die mit der aufrichtigsten, gewissen- Haftesten Anhänglichkeit und Treue für das unverkürzte und ewig unantastbare Religionsgesetz, die kein Feilschen kennt im Sachen des Gewissens, ebenso׳ aufrichtig mit ungeschmälerter Pflege der jüdischnationalen Religionswisienschaft die Pflege einer ächten, aründ lichen allgemeinen Bildung zu verreinigen wünscht und in dieser Vereinigung das einzige wahrhaft zum Heile führende Ziel erkennt. Wir stellen uns die Zahl dieser Gruppe nicht geringe vor. Ja, tauschen wir uns nicht, so dürfte vielleicht eine überwiegende Zahl ihrer jüdischen Landesbrüdcr ihnen jauchzend zustimmen, dürfte mit freudiger Zustimmung das Bekenntniß unterschreiben, nichts Anderes zu wollen, als ihre Kinder in unverbrüchlicher, bewußtvoller, auf gediegener religiöser Kenntniß beruhender Treue für das väterliche Religionsgesetz zu gewiffenhairen Juden, und gleichzeitig durch die Elemente einer gründlichen ächten socialen Bildüng zu gebildeten Menschen und Bürgern zu erziehen. Mögen wir jedoch selbst in dieser Voraus setzung uns für jetzt noch irren. Wie groß oder klein auch die Zahl dieser Gruppe, mögen sie im Congreß und überall mit Begeisterung sich die Hände reichen, mögen sie sich laut zu dem Principe bekennen, das bereits