Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1884-12-25 · Heft 52 (25.12.1884) · p. 828

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 52 (25.12.1884)
Article
Österreich-Ungarn : Wien [Nachricht]
Date
1884-12-25
Page
828 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2932754-2933049-2933100--17509-2968724
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

828 und Verwundungen vor. Zwei Studenten wurden blntiibcrftrömt, bcr eine mit einer klaffenden Hopswunde, ans dem Gedränge in Sicherheit gebracht, und der auf dem Schoktenringe wohnende Universitätsdozent Med. Dr. Grünfeld leistete den Lerwnndelcn die erste .^nlfe. Endlich hatte der Stampf sein Ende erreicht, 11110 unter lautem Geschrei gingen die Studenten undeinander. Au der Thür des Hörsaalcs, uw gestern die ׳Wahlen statts.rndcn, ist Folgendes angeschlagen: Ans 'Wunsch Tr. Maguisizen; des Herrn Rektors sehe ich mich gezwungen, gegen nachträgliche Indemnität von Leiten dcS VercinSansschnsscS die 'Wahlen bis ans Weiteres zu snspendiren. Di׳. Karl Herzfcld, Vorstand des Medizinischen Untcrstützungsvcreins. — Die Ausschnßwahlcn für den Medizinischen UuterstützungSverein werden bis auf Weiteres suspendirl. Wien, 10. Dezcmber 1884. Dr. A. Vogl, d. z. Dekan der mcdizinijchen Fakultät." *||* Pc st, 1 Dezember. Aus einer soeben er-! schiene!!!׳!! Schrift, welche eine Zusammenstellung der : amtlichen Angaben über den ländlichen Besitzstand vor dem Jahre 1848 und während des JahrcS 1684 auS 41 Komitatcn enthält, geht zur Genüge die Unwahrheit der Behauptung, daß der Grundbesitz allinählig in die Hände der Inden!vandcre, hervor. Nur 5 vom Gesamnttgrnndbesitz haben die Inden in Händen, ein Prozentsatz, welcher vollständig dem ihrer Seclcnzahl zu der der übrigen Bekenntnisse entspricht! H o l l an d. ־0־ Amsterdam, im Dezember. Die hiesige Israelitische Armenvcrwaltung hat wieder einen bedeutenden Erfolg zu. verzeichnen. Dieser Tage wurde nämlich in Gegenwart des Herrn Bürgermeisters und der Herren Stadtverordneten und sonstiger Notablen der Renrcsp. Anbau deS.Krankcir und Alrervcrsorgungs- Hauses seiner Bcstimuiung übergeben. Der Ansprache eines Mitgliedes des Vorstandes entlehnen wir, daß der Neubau, durch gütige Mitwirkung der städtischen EH'meindc — dieselbe hatte 511 non fl. hierzu bewilligt — zu Stande gekommen, Raum biete für ca. 100 Kranke, 8b alte Veutc, sowie eine Extra-Abtheilnng für Irrsinnige. Ferner Wohnung für Apotheker, 3 Acrztc; eine geräumigc Küche, worin für alle Bewohner der Anstatt die Nahrung bereitet wird. Der Redner bczeugte noch den anwesenden Gästen den Dank dcS Vorstandes für das durch ihre Anwesenheit bezeugte Interesse und gab der Hoffnung Raum׳, sic würden bei Besichtigung des Gebäudes die Ucberzengnng gewinncn, daß die;ugestandenc Unterstützung in würdiger Weise verwandt sei. Nach einigen Reden Seitens anderer Mitglieder der Armcnvcrwaltnng erbat der Herr Bürgermeister das Wort und führte in kurzen treffenden Worten ans, daß sowohl er, als auch die gcsammle städtische Vertretung mit grögtem Interesse der Thätigkeit de! Israelitischen Armenverwaltnng ihre Aufmerksamkeit schenken. Leien es doch nicht allein pekuniäre, sondern vielmehr Intereisen viel höherer Alt, welche die Gemeindeverwaltung milder Israelitischen Armcnvcrwaltnng verbinden. Die Stadt habe, um den Ansprüchen 'der höchsten Güter- und Grundsätze des menschlichen Bestehens Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, einen Theil der Arbeit ihrer Armeuverwaltung vertrauensvoll der Israelitischen Armeuverwaltung übergeben. Die Arbeit der Ausführung, der Pflichteifer und die Ausdauer, welche letztere entwickeln, sei über jedes Lob erhaben; er bezeugte für diese treue Pflichtersüllung allen daran Belheiligten seinen innigsten Dank. Das erste jüdische Kranken Halis hier wurde im Jahre 1804 errichtet. Schon nach!4 Jahren sah sich die israelitische Gemeinde genöthigt, ein größeres Gebäude;11 erwerben und bereits im Juli!832 fand die Einwcihung deS dritten Gebäudes statt. Um den immer größer werdenden Ansprüchen genügen zu können, wurde I endlich 1840 ein Theil dcS jetzigen Terrains erworben z und hier AltervcrsorgungShanS, Krankenhaus und Irrj sinnigcnanstalt vereinigt. Nach fast 40 jährigem Bej stehen beschloß man, zur Vcrgrößerurig der Stiftung! überzngehen und mit einem Kostenaufwand von 200 000 fl. wurde der jetzige Neurcsp. Anbau her- : gestellt. Die innere Ausstattung der neuen Lokale! übernahm der Vizepräsident der Armenverwaltung freii gebig für eigene Rechnung. ES bedarf wohl kaum der j Erwähnung, daß in der Einrichtung Alles nach streng jüdischem Ritus gehandhabt wird. F r a n k r e i ch. *** Paris, 22. Dezember. Ich mache Ihnen! die erfreuliche Mttheilung, daß Herr D1\ Klein, . der ebenbürtige Sohn seines unvergeßlichen großen j Vaters ז׳צ׳ל, zum Mitglied deS Konsistoriums gewählt : worden ist. Herr Klein, ebenso anSgczcichnct an Ge-! lehrsamkeit wie an begeisterter Anhänglichkeit für das! orthodoxe Indenthum, wird die Interessen dcS letzter!! : klüftigst zu wahren wissen und sicherlich zum Heile deS französischen IndenthumS wirken. Nebenbei bemerkt,! zählt er zu den geschätztesten und beschästigsten der! Pariser Acrzte, und seine auSgeoehnte Praxis hindert : ihn weder an der gewissenhaftesten Befolgung aller i religiösen Vorschriften, noch an der Bcthätigung des!ebhaftesten Interesses für alle religiösen und humanen Bestrebungen. Rußland. Aus .Kurland, im Dezember. Es wohnen i in bau Großsürstenthnn! Fin!!!and nur wenige Juden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.