Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1884)
- Article
- Betrachtungen über den Religions-Unterricht
- Date
- 1884-12-25
- Page
- 821 (sequence 2)
- Language
- German
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821 der Erweiterung ihres Wissens ans dem eigentlichen NeligionSgebiete zu arbeiten. Der Religionslehrer sollte niemals vergessen, daß er Religionslehrer, nicht Sprach-, GcschichlS- oder Schreiblehrer ist. Sprach- und Geschichtskemunisse und Schreibfertigkett gehören freilich theils als Vorbereitnvgs-, Lhcils als Hülsswissenschaften mn;um R'eligionsnmerrichte, aber man sollte nicht die Haupt-;nr Nebensache und die Rebenzur Hauptsache!nachcn.. So gering die Unterrichtszeit und so übergroß die zu überwindenden Schwierigkeiten für den Religionsunterricht auch immer sind, so könnte doch unendlich mehr für den eigentlichen UntcrrichtSzweck erreicht weiden, als thatsächlich meistens augeslrebt wird. Freilich — meine Herren Kollegen mögen eS mir nicht verübeln — dürste es wenig Lehrer geben, welche heute im Stande wären, den hohen Ansprächen, welche der NeligionSnntcrricht in diesem Sinne heischt, vollkommen zu genügen, und ich selbst über schätze so wenig meine eigene Kraft, daß ich mich keineswegS von dieser Majorität zu trennen gemeint bin. Die Scminarim müßten nach dieser Richtung hin weil niehrs leisten, als eS thatsächlich der Fall ist. Es sollte dieses doch keineswegs zu den Unmüglichteilcn zählen. Ist es den meisten doch gelungen, recht tüchtig geschulte und pädagogisch geübte Lehrkräfte herauznbilden, so daß der aus den Scniiuaricn hcrvorgcgaugcne jüdische Lehrkörper im Großen und Ganzen völlig auf der Höhe der Unterrichtswissenschasr sich hält. Warum sollte eS deshalb nicht möglich sein, bei einer verständigen Atileitnng Lehrer auSznbilden, tvclche selbst ein tieferes Verständnis; für das Indenthnm besitzen und ein solches bei der Jugend zu wecken befähigt sind? Ich kontme ans das früher Gesagte zurück: warum kennen so wenige Lehrer B. den ״Ehaurcw", und warum verstehen noch weniger unter verständiger Be- Nutzung dieses einzigartigen Buches zu unterrichten? Wie ich die Schwierigkeiten, mit welchen die NeligivnSschule zu kämpfen hat, nicht verkenne, so bin ich auch nicht blind für die von den Seminarieu zu überwindenden. Als solche betrachle ich vornehmlich die mangelhafte imb ungleichartige Vorbildung der Jünglinge, welche in die Seminarien cintrcten, mib die geringe Zeit, während welcher sie sich dort für das Lehramt ansbilden. Ich schließe hier für dieses Mal meine kurzen Betrachtungen. Sollten dieselben hier und dort zum Nachdenken angeregt haben, so haben sic ihren Zweck erreicht. Sollte die geehrlc Redaktion dieser Zeilschrist denlnächst eine Fortsetzung für angemessen erachten, so stelle ich mich derselben gern zur Verfügung. Sollten sic aber dem sachkundigen Urthcile als werthlose Plauderei eines geschwätzigen Alten erscheinen, so möge man den guten Willen zum wenigsten anerkennen, für den wichtigsten Faktor der Besscrgestaltuug unserer inneren Zustände אהד הסדנה ואחד;einen!!einen Beitrag zu liefern הממעיט ובלבד •סיבון לבו אל אביו כסמים. H. Vivant c<H1s־uk־s! All die Adresse!ulserer (MubeMzelttisse!! in Süd-7 .7 > 111. Den Zweck der beiden gleichnamigen Artikel in Nr. 47 und 48 halte ich für erreicht. Es galt, die bedrohten Distrikte ans die Gefahren, welche iljiKii von einer Verbindung Rabinowisch'S mit der Mijsion erwachsen könnten, aufmerksam zu machen. Ich darf eS mir daher wohl versagen, mich vorerst noch weiter mit der.KorrespondenzRabinowisch'S undWilkinson'S, soweit dieselbe ans persönliche Zusammenkünfte in Kischineff oder London sich bezieht, zu beschäftigen. Dagegen enthält das jüngste Schreiben Rabinolvisch'S in mancher anderer Beziehung so Wichtiges, daß ich dessen Vcrösfentlichnug im Interesse unserer GlanbcnSgcnossen in jenen Gegenden für geboten erachte. Ich gebe nur einige Auszüge aus dem Briefe: ״Geliebter des Herrn und Bruder im gepriesenen Messias, John Wittinson. — Dein freundliches Schreiden habe ich erhalten. Ich preise Gott für seine Güte und Gnade zu dem Hanse Israel in unserem Lande, in Rußland. Ich bin im Stande, Dir mitznthcilen, daß ich am ersten dieses Monats von dem Minister des Innern die Erlanbniß erhalten habe, von auswärts nach Rußland meine Schriften einzusührcn, welche von Professor Delitzsch in Leipzig in deutscher Sprache hcransgegeben worden sind, auch die hebräische AuSgäbe בבודי האמה, wovon ich Dir jüngst ein Exemplar sandle. Ebenso ist mir von hoher Seite mitgcthcilt worden, daß meine Anstrengungen unter meinen Brüdern, ihre -Herzen dem (Gesalbten Gottes, dem Erlöser, und ihre Angen der Anschauung dcS Gekreuzigten znzuwenden, sich des größten Wohlwollens der Fürsten erfrenen, welche die höchsten Sitze der Regierung innehabcn". ״Jüngste Woche sandte ich au den Zensor in Odessa ein Gesuch, mir die Veröffentlichung dcö ’קול קורא (folgt weiter unten) zu gestatten, sowie ein weiteres Gesuch, von meinem Genossen unLcrzcichucl, an den Minister dcS Innern, uns zu gestatten, zu gemeinsamcn Andachtsübnngen, getrennt von dem Orte dcS Gottesdienstes unserer Brüder dcS alten Bekenntnisses, Zusammenkommen zu dürfen, damit wir ungehindert alle religiösen Zeremonien, gemäß der Lehre des Neuen Testaments, ansüben können, da die Kinder Israels der neuen Sekte, welche Jesu zugelHan sind, nicht zu-