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Jeschurun · 1884-12-18 · Heft 51 (18.12.1884) · p. 812

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 51 (18.12.1884)
Article
Deutschland : Frankfurt a. M., Dezember [Nachricht]
Date
1884-12-18
Page
812 (sequence 2)
Language
German
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812 Aranffurt? fällt, mir befaimt, in dos 1 r>. 3aln.t11tHbcrt.;Mie;11 dem a.rofci! ^1anbc im 301)11711 '1־ Ijnitc die Woil’c nur eine 5b1־citc von 1 — 1.7י?ci)1;i). Die in J-cmiclbcn 301) ve nach dem Brande erlassene Bauordnnng bestimmte eine Breite non dui chgchends 2n .?11)111). Tic -Hölie der Häuser wurde durch eine j spätere Berorsuung aus .'ttl Fuß beschränkt. Im 'We-! sentlichen sind sie alle nach demselben Grundriß gebaut :! es isl nur ein Unterschied, ob sic nach der?■ta&tmoucr j oder 11011) dem Biehhofe 1)in stellen. Die Ersleren! haben eine viel größere Diese, und cs standen daher! hier oft zwei Häuser hinter einander. Bezeichnend isr i sür alle -Häuser, neben der großen Diese, die schmale l?lirnseilc. Bon der?trape her kommt man znersi i in einen Borromn, der bei den Aermercn als Volum, bei den Bornehmeren als Flur benützt wurde. Die Mille des Hauses wird durch die schmale Treppe und Dii .4nche eingenommen,;wischen beiden hindurch führt ein W011$ nach der Hinterslnbe. Nach dein -Hof;n oesand sich in den besseren -Häusern ein Vusthons für dos Vaubhiinensest n. s. w. Bei besonders schmalen -Häusern wurden die Wohnungen in einander geschachtelt, so dop B. in der einen die -Hinterslnbc des Erd׳ geschosscs, in der anderen die?tube des ersten.Stocks ans beide -Häuser vertheilt war. Der Ausbau war von Riegelwcrt: die jetzt itvch stehenden Häuser sind mein von oben bis nuten mit Lchieser bedeckt, srüher war nnleu dos Holzwerk sichtbar nud vielfach verziert. Auch int Innern waren die Häuser der Wohlhaben-׳ bereu, soweit es der beschränkte Raum gestattete, ebenso freundlich ausgeschmückt, wie diejenigen der andern Bürger, kunstreiche?chiniedc׳ und Zchreiuerarbeiten deuten noch jetzt darauf hin. Mau findet in den Häusern prächtige Thüreu mit durchbrochener Arbeit — merkwürdiger Weise aber nirgends Glasthirren — kunstvolle?ehlösser und Dhürknöpse, geschnitzte oder in?!ein gehoneue Bären, Höwen, -Hirsche als Treppen- Halter und schöne Treppengeländer. Alle derartigen Gegenstände, desgleichen die Ha ns;eichen wurden für das historische Museum gerettet. Ans dem Borraum eiries Hauses konnten auch noch <> Dasein mit Malereien ans Dem Alten Testa men! vor dem Untergänge bewahrt werden-, drei dieser Tafeln behandeln die Geschichte von?imson und Ociilah. die übrigen drei die Ge׳- schichte Davids. 3» manchen Zimmern befanden sich auch reich verzierte?tnckdecken mit hübschen, zum Dhcit karaUeristischen Mustern. Eine Ansnohmc von der üblichen Bauart macht nur das steinerne -Hans am unteren Ende der Inden gaffe, das einzige, welches ein Mansardeudach answeist. Dieses Hans gehörte einem Besitzer, welcher srüher in Wien gelebt und sich durch ein kaiserliches Reskript vom ,'1. Juni 1717 die Erlaubniß verschafft hatte, das Haus nach eigenem 3}0יfallen und der domaligen neuesten Mode zu bauen. Es ist in rothcm?andstein anfgesnhrt, und die?lock-!verte sind höher als bei den andern Hausern der Indengasse. Im Innern muß es mit eben so viel Pracht als Geschmack eingerichtet gewesen sein. Die steinerne Treppe ist mit Drnomenten geschmückt, das Treppengeländer zeigt schönes Eijenwerk, die Zimmer enthalten prächtige Thüren und Stuckdecken. Unter dem Heller befi'ldel sich ein Bad, zu welchem man nicht nur vom Innern des Hanfes, sondern auch vom Hose aus durch einen besonderen Gang gelangen kann, welches sonach wahrscheinlich auch von der Nachbarschaft benutzt werden durfte. Bon den!ibiigen Häusern bieten noch besonderes Interesse das Gebnrlshans Vndwig Börne's und das Lteunmhans der Familie v. Rothschild. Ans dem Ersteren, welches bereits in Abbruch begriffen ist, ist Alles, was irgendwie des Ansbeivahreus werth )vor, nebst der am Hanse angebrachten Gedenktafel dem historischen Museum ernverleibt worden. Das v. Rothschild'sche Haus aber wird vollständig vor dem Untergang bewahrt bleiben. Die Familie hol ihr?tammhans nebst dem anstoßenden, welches unter dem gleichen Dache steht, angetanst; sie null diese Häuser um! Meter znrücksetzen lassen, damit sie in die neue § tragen fluchtliiiic sollen, und wenn sic so wieder hergestellt sind, j die Rolhschildstiftnng hineinverlegen. Was sich noch! von alten Möbeln im Familicnbesitz befindet, würde ׳ dann hier gleichfalls vereinigt werden. Auch das Eckhaus ן am Eingang der Woffc, in ivelehem sich die Wirlhjchost befand, bemüht mau sich zu erhalten. 4 Jyrauffmrt a. Ä!., 11. Dezember. Gelegentlich einer Besprechung der langjährigen Thäligkeit des 111111־ mehr anläßlich seines hohen Alters ans der Stadtvcrordnetenversammlimg ansscheidenden Geh. Sauitälsrathes Di׳. B a rrentr a p p bemerkt u. A. das ״Krls. Journal": ״?eine Jungfernrede hielt er am!4. De׳ zember 1814 für die Aufhebung der Ehebejchränknngen der Inden und hob hervor, ,dop kein Grund vorliegc,! die Freiheit einer großen Anzahl von Bürgern in einer j ihren Herzen und Gewissen so wichtigen, so heiligen! Angelegenheit ans so empsindliche Weise zu beeinträchj tigen, dop ein solcher Druck doppelt anormal sei in einem Freistaat n!!d gegen dos Verbot der Nächsten-; liebe verstoße." ״Es ist karakteristisch", bemerkt das! ״Frls. Journal" weiter, ״für die damaligen Zustände ' in der ,freien־ Stadt Fronkfun daß der Antrag für \ v. n; ul ä ss i g erklärt und die Rede Borrentrapp's zu! Gunst״.׳! seiner israelitischen Mttbürger nicht einmal in i das Protokoll ausgenommen werden durfte!"! . W. T. siöin, V). Dezember. 311! Anschluß an i die im ״Iestchnrim" Nr. 48 verojsentlichte, auch in! andere Zeitungen übergegongene Warnung des Herrn j Rabbiner Hirsch wegen der ans Sion im ^Rußland)

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