Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1884)
- Article
- Was haben wir zu fürchten?
- Date
- 1884-12-18
- Page
- 802 (sequence 2)
- Language
- German
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802;nwrechen. das; wir für den Bestand des Judenthnms, wic wir c* verstände!׳, Ijabcn wollen, nicht das Mindeste fürchten. *Heim wir gegen den Abfall, den Treubruch, die Lüge mit nufer ein geringen Vermögen in die Sclwanlen treten, 10 liegt uns lein Gedanke ferner, ms die Vorftellnng von einer Gefahr für da7׳ Judenihn in, so kämpfen wir für und, unsere Brüder und unsere Binder: wir!vollen sie nicht nutergehen sehen, wollen uno und sie dem Judenthnm und der heiligen von einem jeglichen Sprößling Jakobs;11 lösenden Ausgabe erhalten. Das Judenthnm ist niemals in Gefahr, -!vir sind in Gefahr der Lüge u!ld deren Vcrrath;n verfallen. <\Sott ändert seinen Nathschlnß nimmer,!vas Er gesetzt und bestimmt, ist ewig und unverrückbar. (Generationen können;1t Grunde gehen, Er aber führt seine Menschheit ans dem von Ihn! ge׳ wollten Wege dem von Ihm bestimmten Ziele entgegen. ״Das Wort unseres Gottes besteht für Sie Ewigkeit", i und diefe-7 Wort ist das Judenthum, und der Bcrkünder dieses Wortes sind die Söhne und Töchter des israelitischen Stammes, denen Er es gcoffcnbaret für die Menschheit, denen Er die besondere LcbenSnorm für diesen erhabenen Priesterdienst der Menschheit vorgeschrieben. Tausende, Millionen können dieses Priesterthums unwürdig, dieses Heroldsamts unfähig sich erweisen und untergehen in! Strom der Zeiten, Er weiß neue Tausende, MiUioum erstehen zu lassen für die Ballführung seines WeltenplanS anS dem letzten einzig übrigen Abrahamssohne, der des ewigen Bundes, in!velchen sein Urahn eingetreten, eingedenk geblieben ist, und ״Sein Wort", das Judenthnm, geht nicht unter im & reife der Menschheit. Es vollbringt, wozu Er es gesendet, die Erlösung der Menschheit, die Rückkehr der Menschheit;!! Gott, die Ausrichtung des GottesrcichS aus Erden. Das sieht unerschütterlich fest, das bestätigt die Geschichte vom Anbeginn bis ans den heutigen Tag. Alle Bestrebungen, welche darauf ansgingcn, das Judenthnm zu fälschen, haben sich als nichtig erwiesen. ES ist nichts Teiles, was die Reform der Gegenwart proklautirt. Unter der Devise geläutertes Judenthum u. s. w. haben nicht erst die Geiger, Hvldhcim n. s. w. und das ganze Heer der sich gelehrt und heilig gebcrdenden Rabbiner, Prediger, Lehrer und Vorsteher den Abfall vom Judenthnm gepredigt, gelehrt und geübt, unter dem Ruse ״dieses sind deine Götter" haben auch ihre Vorgänger ihren Idolen;ugejnbelt und für dieselben Propoganda gemacht. Aber die ersten Reformer in der arabischen Wüste, welche mit dem GotteSgctetze jene zeitgemäße Reform vornehmen wollten, sowie alle ihre Nachfolger: Jerobeam und die erleuchteten Baals-Geistlichen und Propheten, Zadok und BoöthoS, die Hellenisten, Anan und ׳Nijsim den Noach, haben fast keine Spur ihres Wirkens zurückgelassen, sie sind nulergegangen, und das was sie geschaffen ist untergegangen — das Judenthnm jedoch, welches sic den Anforderungen der vermeintlichen jeweiligen Zeitbedürsnisse und hoch entwickelten wissenschaftlichen und Lstctischen Kultur anbeguemen wollten, besteht in nrwüchsiger frischer Kraft. Und da sollten wir fürchten müssen, was der Leichtsinn und die Gedankenlosigkeit unserer Tage in Wort, Schrift und That;um gleichen Zwecke;11 unternehmen sich nicht cntblödet? Mögen ans den Akademien und Seminarien der ״radikalen" und ״gemäßigten" Reform sich Schaarcn von Pfaffen und Lehrern des Abfalls immerhin über die Gemcinden ergießen, mag in einer frivolen Presse immer lauter die Predigt von einer nothwendigen Umgestaltung des JudenthumS erschallen, mögen die Versammlungen und Institute sich mehren, die unter dem Scheine frommer Gesinnung die destruktivsten Tendenzen vcrfolgen — dem Judenthnm werden sie keinen Schaden bringen, den Bestand des Judenthums werden sie nicht erschüttern. (Schluß folgt.) E Ij a 1t u l! a I). Phantasie von Nosenhai n. ^Schluß.) II. Wieein Rabe mit gewaltig großen, schwarzen Flügeln senkt sich die Winteruacht ans die eingeschneitc und zusannnengesrorene Erde herab. Huh, wie grausig ist es draußen in der finstern, frostigen Welt. Mit gefletschten Zähnen jagen die Wölfe über die schneebedeckte Haide, und ihr haarsträubendes Geheul schallt zeitweise bis in die Wohnungen der Menschen hinein. Wehe dem menschlichen Geschöpfe, welches nicht mehr sein heimathlicheS Obdach erreichen konnte, welches die grausige Winteruacht ans offenem Felde überfallen hat! Unwillkürlich rüttelt mich bei diesem Gedanken ein sieber- Hafter Schauer, und ich danke Gott anS tiefem Herzen für die sreundlichen vier Wände, welche mich vor Nacht, Frost und hungrige Wölfe beschützen. Die Lampe verbreitet eine freundliche Helle, angenehme Wärme entströmt dem Ofen, in welchem ein munteres Feuer knistert, und vor dem mit Eisblumen überzogenen Fenster zittert still und friedlich das Flämmchen des ersten EhanukahlichtleinS. Träumend blicke ich in das kleine, bewegliche Flämmchen, und eine leise Melancholie beschleicht mich, da ich der lieblichen Poesie gedenke, von welcher ehedem die Chanukahtage durchweht waren. ES ist noch gar nicht so lange her — aber auch die kurze Zeit von anderthalb Dezennien genügte, um auch