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Jeschurun · 1884-12-11 · Heft 50 (11.12.1884) · p. 798

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 50 (11.12.1884)
Article
Österreich-Ungarn : Prag [Nachricht]
Date
1884-12-11
Page
798 (sequence 2)
Language
German
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708 gewiesen, in der wir einen Wiedcrschein eines von fvi'11)cr sich datirendcn Nnwilleies zu erblicken glauben. Wahr-!ich, das Sprichwort: Duolms lieibuitilms iiTtius fandet ist hier nicht am Platze: dem Ez-Hadaath- Verein ist hierbei nichts weniger als freudig zu Mut he. Hoffentlich wird er aber trotz des bisherigen Mißerfolgs in seinem streben nicht erlahmen und trotz allen entgcgenstchcndcn Schwierigkeiten das sich gesteckte Ziel crrcichcm d>. P. An6 Huflaru, r>. Dezember. Es fleht außer allem Zweifel, daß, falls überhaupt der Gesetzentwarf über die Oberhaus Reform in stecht straft treten wird,, das ungarische Indenthuin nuv durch einen Sitz im Oberhause vertreten sein wird. Wie verlautet, soll der Vorsteher der Pester Knltnsgcmeinde, Herr Wahr mann, für diesen Posteit dcsiguirt sein, iveshalb auch auf Antrag des Miinsierpräsideiitcn folgende Fassung : ״ein kirchlicher oder weltliche r israelitijchc Gemcindevorstand" vom Ausschüsse bereits angenommen sein soll. -. Wie ich vernehme, soll die Agitation gegen die jetzige Dnrchführmigs-Konimission und besonders gegen deren Präsidenten u. A. auch darin ihren Grund haben, daß der greise Obberrabbincr von Deutsch-Kreuz, der Vorsitzende der letzten orthodoxen Nabbiner-Verjammlnng in Pest, dem ihm gewordenen Aufträge der Veröffentlichung .der daselbst gefaßten Beschlüsse ans denl Grunde nicht Nachkommen kann, weil dieselben in einzelnen Punkten mir den individuellen Ansichten des Herrn Reich nicht übereiiislimiiini und deshalb im Archive seiner .Kanzlei begraben liegen. -k. Presch mg, 7. Dezember. Der srühere Nedaktcur des ״Wcstnngarischen Grenzbolcn", Alexander W indisch, einer der bedeutendsten Antisemitenhänptlinge, ist auch in der obersten Instanz wegen Fälschung und Betrugs zu drei Jahren Kerker vernrtheilt worden. Rußland. * Odessa, 2. Dezember. Die russische Regierung hat, nach der ״Franks. Ztg.", die Anordnung getroffen, daß jüdische Kauflente in Odessa nur dann Handel treiben dürfen, wenn sie dazu eine besondere Erlanbuiß der drei Minister dcS Innern, des Auswärtigen und der Finanzen erhalten. Rumänien. ...x. Bukarest, im Dezember. Der von Moses Schwarzscld heransgegebene Kalender ..Auuar pentrn Isracliti" enthält ein höchst interessantes Schriftstück ails dem Jahre 1591, aus welchem hervorgcht, daß darnalS ein Jude Woiwodc der Moldau gewesen. Dieses Dokuncent, welches im dritten Thcil, Seite 1 r»3 der .,DoeiimenU* istorice privitore la istoiia Komanitoi•^ sich befindet, ist ein Schreiben des osterreichischcn Bevollmächtigten in Konstantinopcl, Dt*. Barth. Pezzcn, an den Erzerherzog Ernst und lautet in Beziehung ans diesen Fall folgendermaßen: ״Die Pollackhen stccn in grossen sorgen, wegen des Petern Vainoda ans Moldau slnchi, bcsorgcndt, weil Er so! guctt gunsl in Gemain und in Sperie bei allen Pollnischen Herrn gehabt. Er möchte seinen wccg ans Polln gcnuhmen, tvicwol die maislcn der ntainung Er habe den negstell wccg in die Moldaw genuhmen. Inmittels ist aincr an seiner stell so des Pcicraschy befrenndter sein soll, der auch mit Inen Petrascho aus Polln hie- Heer khnmcu, mir Nahmen Emannel die Itazza He- Imüea durch des Snlthanj hoggia, durch den Musst! und fürncmblich durch ain anschculichen Inden, Solo-!non Tcdeschi genant, so der Zeit von Ob. Vezier f.ict hotiun. 1־e ipsa und mit war Hai t gegen Viermalhundert tansenl Tnealen dem Sulthano allein, andre Zwaymalhnndert Tansent au mehr orlten, aus ain Schein aber dem Englischen Orator zngcsallen, Wainoda in der Molda 0 worden, hat glcichivol noch starckhe oponentcn, und Ir vil vermaincu Er werde noch vor seinen von hinen verraisen, ivie der vorige ans der Wallachey abgcscczt, und ainen andern mit nahmcic El casz Wai noda solche stell crthaillt wcedcu." Diliisiümns und Zudentl-um. Bon F r i e d r i ch R o l t. "AUc :K c -.in 0 1HU'bctH'.lU11־.)!Fortsetzung.) Drittes KaPitc l. Es war ein sonnig heiterer Tag, alle Fenster waren geöffnet, erfrischend streifte die hereinslrönicndc Seeluft durch das Zimmer des dem Meere gegenüberliegenden Hotels. Frau R'winskl befand sich mit ihrcr Tochter beim Morgenkaffee. Tvlza Lcuünski war ein anmnth'iges zartes Mädchen, von nicht ganz achtzehn Jahren, die kräftigeitde Seeluft halte ihrem sonst etwas blassen Antlitze mehr Farbe verliehen, ihrer ganzen Erscheinung dadurch doppelten Reiz. Mit glücklichem Vächeln ruhte das Auge der Mutter ans ihr. ״Der Vater wird sich freuen, wenn er Deine rosigen Wangen scheu wird, und ich weiß, wer sich jetzt schon darüber freut." Das junge Mädchen ׳ crröthetc. ״Du meinst Alexander, — er hat mir in der Thal gestern dasselbe gesagt. Ich wußte es nicht einmal, daß Ihr meinetwegen besorgt wäret. — Also sind wir eigentlich nur um meinetwillen hier?" ״Um Deinct- und um tncinctwittcn und nin Deines

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