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Jeschurun · 1884-12-11 · Heft 50 (11.12.1884) · p. 796

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 50 (11.12.1884)
Article
Deutschland : Frankfurt a. M., 7. Dezember [Nachricht]
Date
1884-12-11
Page
796 (sequence 2)
Language
German
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oft recht cic\cutt)ümtid1cr Art geleitet, ihrer Pflicht nachj fomuicu, wäre cs nicht bcficr, dieselben gänzlich zum! Austritt ans der Ehcwra zu veranlassen? Der einzige! Weg, wieder einmal geordnete Verhältnisse herbeizuführen, bestände meiner Ansicht nach in einer totalen j Reorganisation cucnt. Gründung eines neuen dieselben i Zireckc verfolgenden Vereins, denn alle Klagen, alle Vorstellungen einzelner Mitglieder sowohl hinsichtlich j des bereits gerügten Mißstandcs als auch in der Hand-! habnng anderer hierbei in Betracht kommender Vor-! säiristen, wobei mitunter recht grobe Verstöße geschehen, j sind leider bis Dato srnchtlos geblieben. Gar manches i Mitglied, voll Entrüstung über die vorkommcndcn Un-! gehörigkeilcn, hat sich schon öfter die Frage vorgelcgt, j ob eine längere Angehörigkeit zu einem derartig geführten Vereine etwa noch zweckentsprechend sein. Daher sei es wiederholt gesagt, daß nur eine Neugestaltung den Uebelständen abhclscn kann und m!1ß, welches dem Wunsche gar Vieler entsprechen würde. ע Ätlö der Ukerinnrk, 0. Dezember. ' Ich hatte wiederholt Gelegenheit, die Anwendung der Schlachtmaste bei dem Schlagen von Rindvieh zu beobachten. (5s sind insbesondere in Berlin auf dem Schlachthofe damit vielfache Versuche angestellt worden. Von zuständiger Leite wird mir bestätigt, was ich Fleischern und Thierärzten gegenüber öfters behauptet habe, daß man nach den bisherigen Erfahrungen schon ans dem Grunde von der Anwendung der Schlachtmaskc absehen muß, weil dieselbe nur daun den gewünschten Erfolg haben kann, wenn die Maske ganz genau dem Kopfe j des zu schlagenden Thiers angepaßt ist. Es müßte * also ans jedem Schlachthose eine große Anzahl solcher Masken in verschiedenen Dimensionen vorhanden sein. Außerdem aber erfordert die Anlegnng und die darauf folgende Prozedur ein sehr bedachtsames Handeln, wozu in den meisten Fällen kaum die Zeit gefunden werden kann. So viel steht fest, daß kein wirklich Unheilsfähiger in Abrede nehmen kann, daß sich die Schachtweise bei richtiger Fesselung des Thieres bis jetzt als die humanste Tödtnngsart darsrellt. m. Posen, 30. November. Ich entnehme der ״Neuen Zeitung" die folgenden auf der Vottszählung von I88U basircudcn Daten über die jüdische Bevölkcrung Deutschlands. Es zählen über 2000 jüdische Seelen: Berlin 54000, Breslau 17 090, Hamburg l 0 000, Frankfurt 13 850, Posen 7000, Königsberg 5300, Köln 41>00, München 4200. Mannheim 4000, Straßbnrg 3550, Hannover 3500, Leipzig, Mainz und Fürth je 3300, Nürnberg 3000, Stettin 2300, Dresden, Stuttgart und Wür.zbnrg je 2400, Mül- Hansen i. E., Bcnlhcn in Dbcrschlcsicn und Kempen in Posen je 2200, Altona 2000. Die Prozcntvcrhältnisse der jüdischen Bevölkerung unter Hinzuziehung der kleinen polnischen Städte, welche keine 2000 jüdische Bewohner zählen, ergeben folgende Reihe: Kempen 35"..,, Samter 22".״, Ezarnilan 1111b Wreschen je 20%, Sslrowo 18%, Pleschen und Villa 10 Krotoschin!3",״, Jnowrazlaw 12".״., Posen und Gnesen kl Fürth 1012",״, Frankfurt am Main, Bcnthen HS bersch! cs.) und Friedberg ^Hessen) je 10"..., Nawitsch (Posen) 9 " Mannheim 702" ׳>, Bingen 7'7״, Worms, Alzei und Breslau je '6 Mainz und Berlin je 5 Wnrzbnrg 4י/a "/״, Königsberg 4 Hamburg und Stratzbnrg je 3'/2" ״, Nürnberg und Mülhausen i. E. 3 % rc. Oe sterrcich-Nngarn. 0. Wien, 1. Dezember. Gestern wurden die diesjährigen Ergäuznngswahlcn in den Vorstand der j israelitischen Knltnsgemeindc vorgenominen. Abgegeben! wurden 1888 Stimmen und wurden gewählt die Herren:! Jakob Brandcis, Arminio Kohn, I. Kohnbergcr, 4)1׳. j Leopold Kompcrt, Dr. Gustav Kohn (an Stelle des : verstorbenen Dr. Ignatz Siiraiiba) und Philipp T hoi sch. j *||* Pest, 3. Dezember. Dem ungarischen Abge- : ordneten Hause wird der bekannte Antisemit D. Iranyi i im Namen der Unabhängigkeitspartci einen Gcsetzcnlwnrs über die Ansiedelung von Fremden zugehcn lassen. Wie die ״Schles. Zig." erfährt, ist der Antrag hauptsächlich gegen die Einwanderung der Juden aus Galizien, und in zweiter Linie gegen die Zuwanderung anarchistischer Elcmciite gerichtet. Nach der Zählung vom Jahre!880 besandcn sich in Galizien 080 597 Juden, ihre Zahl scheint aber seitdem bedeutend zngenommen zu haben, da gerade in den letzten Jahren die Zu wändenmg der galizischen Inden nach Nstderösterreich, beziehnugsweisc Wien und Ungarn außerordentlich zngcnommcn haben soll. Sehr begierig ist man, wie sich die Mehrheit des ungarischen Abgeordnetenhauses zu dem Anträge Iranyi stellen ivird. In gewissen Kreisen behauptet inan natürlich, daß sie für den i Antrag stimmen würde, wenn nicht die Wechselbezichnngen, in welcher sie zur ״Rothschildgrnppc" stände, sie lenken müßten, so daß voraussichtlich der Antrag entweder abgelchut oder in so vcrklansutirter Form angenommen; werden würde, daß dainit der eigentliche Zweck vereitelt j wäre. Wir glauben aber, daß wenigstens eben > so viele nicht antisemitische Elemente im ungarischen : Abgeordiietenhause sind und daß danach' der Ausfall sich richten wird. Dr. W. Pest, 2. Dezember. Von der seit zirka einem Jahre hier erscheinendcli, von zwei Prostssoren j des hiesigen Rabbiner-Seminars redigirtcn Monats׳- j schrift ״Magyar Zsid,', Szemlc" haben Sie noch nicht! Notiz genommen. Ich will Ihnen die Tendenz dieses > BrganS kurz bekannt geben. Das soeben erschienene

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