Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1884)
- Article
- Chanukah
- Date
- 1884-12-11
- Page
- 793 (sequence 1)
- Language
- German
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M 50 Jeschttrnn. 793 LhlMilkllh. Bon I e d 1 d j a h. Es strahlen Lichter heut' in Hellem Scheine, Unb Iubclsang erfüllet unser Ohr; In heilig-frohem innigem Vereine Sind )vir versammelt, wir, die Gott erkor. Die Gott erkor als Sondervolk gcwcihet, Des Wortes Träger, das er nnö gebracht, Im Sonnenlicht zu wandeln nus befreiet, Die einst geirrt allein in dunkler Nacht. In dunkler Nacht, ach, wandeln wir jetzt wieder, In Jrrsal, Fremde unter Fremden nur, Verfolgt, verscheucht, verhöhnt sind wir jetzt, Brüder, Zur Zionslcuchte ist verwischt die Spur. Die Spur verwischt — doch nimmer uns verloren — Iißroels Geisteslicht zeigt uns den Weg, Der Geist, den göttlich Walten uns geboren, Dnrchlenchtet uus'rer dunklen Gänge Steg. Nus nns'rem Steg erlöscht das Licht uns nimmer, Wenn rings auch Alles, Alles ist entweiht — Die Sünde freut sich nicht an seinem Schinuncr, Doch Indah's Geist glänzt in dem Drang der Zeit. Im Drang der Zeit, wenn Einer nur verharret, In Reinheit wahrend Indah's Geisteslicht, Nur Einer treu, selbst durch den Tod erstarret. Erlöjcht Iißroels Geistesleben nicht. Wenn ihn auch mordet eines Wütlsrichs Toben, Gott wacht, bewahrt des Geistes Leuchte frei, An Ei!res Mannes Licht, das glänzt hoch oben, Entzündet er das 'Geistesleben neu. Nichl sieget er mit He eres macht und Stärke, Glicht mit der Körpcrkraft -- nein, mit dem Geist — Mit Geistesinacht tilgt Er des Feindes Werke, Den Indah stolz Haschen) Zewoanß preist. D'rum strahlen Lichter hent' in Hellem Scheine, Und Inbelsang erfüllet unser Ohr — D'rum sind in frohem, innigen) Vereine Wir heut' versammelt, wir, die Gott erkor. Kollektiv-Berichte ans Ungarn. XXXVI. (Schluß.', Wie viel Pathos! Welch süße Lockrufe! Welch bezaubernde Sirenensprachc! ״Schntzwchr gegen die sogenannten Autiscmitcu". ״All das zu vermeiden, was in unserer eigenen Mitte die Reibungen anfachen und den Bruderzwist wieder hcraufbcschwörcn könnte, dem Gemcindclebcn eine feste Grundlage geben"; ״die rezipirten Konsessionen znkomm enden Privilegien dem nngarischeu Indenthnme zu erwerben und zu sichern"; ״Einheit des Gemeindewcsens"; ״Zusicherung der Autonomie den Organen und Gemeinden", das sind die hehren Ideale, die erhabenen Strcbeziclc, die sich die Landcskanzlei vorgesteckt, und zu deren Ncalisirnng sic in süßklingcudcm Pathos die Unterstützung der Gemeinden sich erbittet. - Mit den hier skizzirtcn Zwecken könnte man mit geringen Ausnahmen, von )velchcm Parteistandpnnkte immer, sich zufrieden geben, aber die ״Mittel" zur Erlangung dieser ״Zwecke" sind echt kongrcßlich - vcrwcrftich. Betrachten wir dieselben näher: 1) ״Daß ohne Nücksicht auf die gegenwar Ligen Partcischattirnugcn daö Gebiet der Kultnsgemeindcn festgestcllt werde." — --Aber, aber, mein guter Herr Schweiger, wie köitncn Sic dies ernst meinen, ohne den in Ihrem Rundschreiben einige Zeilen früher enthaltenen Passus: ״all das zu vermeiden, was in unserer eigenen Mitte die Reibungen anznfachen und den im Erlöschen begriffenen Bruderzwift )vieder heranszubeschwören geeignet ist" — ganzlid) zu desavouiren?-— העיני האנשים ההם תנקר? Sie wollen orthodoxe Inden zwingen, einer Reformgemeinde anzugchören, diese zur Erhaltung ihrer von der Orthodoxie pcrhorreszirtcn Institutionen und Organe bcizutragcn verpflichten, und dies alles wollen Sic מפני דרכי שלום? — Müßte durch einen solchen Z w a n g nicht das gerade G eg c n t h e i l, von dein was Sie anzn streben v o r g e b en, erfolgen? Müßte hierdurch nicht der ״im Erlöschen begriffene Bruderzwisl" neue noch nicht dagelvesene Dimensionen annehmen? — Welcher konservative Jude wird nicht energisch demonstriren, wenn man ihn gewaltsam einer Gemeinde wird einvcrleiben )vollen, deren Institutionen er ans religiöser Ueberzeugung unter keinen Ilmstündcn benutzen kann, deren Rabbiner sein Vertrauen weder erwecken noch verdieucn kann, deren Schächter ganz nuverläßlich sind, deren Synagoge eine Form angenommcn, die mit seinen religiösen Grundsätzen arg kallidirt, deren Fleischbänke. מק,״ה rc. unter aller Kritik stehen. — — O, bester Herr, was kann cs sronuncn, wenn Sie in die Friedcnstrompete stoßen, wenn Sie iu demselben Athenizuge die Kriegsposannc ertönen lassen?! — Wir sind wahrlich begierig zn erfahren, wie die Gemeinden diesen ״Widerspruch in sich selbst" ausgenommen und verdaut haben. Wem nicht durch Partcileidcnschaft ganz und gar die Klarheit des Blickes und die Unbefangenheit des Urthcils abhanden gekommen ist, der muß schon ans diesem Zirkulare erkennen und cinsehen, wie weit es her ist mit der Wahrhcitü- und Gcrechtigkeitslicbe der