Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1884)
- Article
- Was haben wir von der Montefiore-Feier gelernt?
- Date
- 1884-12-11
- Page
- 789 (sequence 2)
- Language
- German
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789!’ ישראל ולהיית בר מצות ויקרא לעלות ולברך ברכת : התורה הרותח לו הברכה על לוה אתו בנתב נכרית" u. s. W. Das jüdische Datum spielt schon insofern eine unschätzbare Nolle in jüdischen Kreisen, als ja die jüdi- ׳ scheu Feste, Sterbetage der Eltern, bei ihrer alljährlichen Wiederkehr und noch so viele hochwichtige Faktoren in! jüdischen Leben an dasselbe flcluni&ni sind, (peinig, cs ist karaktcristisch, das; Aiontesiore. dem seine Königin den Ritterschlag crtheiltc, den sie nenn Jahre spater zum Baronet erhob, seinen Geburtstag am 8. Marcheschwau feierte, )nährend so vielen aufgeklärt sein wollenden Hungerleidern das jüdische Datum eine lm1;־ inco^rliila ist. Dies die Antwort ans die Frage: ״Wann feierten wir ihn?" Und endlich: ״Warum feierten wir sein Wiegenfest?" ״Warum?" Weil Montcfiore, den zwei Punkten entsprechend, dem Könige David nachempfunden: ״Ich spreche von Deinen Zeugnissen Königen gegenüber, und schäme mich nicht," oder: ״Mögen auch Fürsten sich wider mich besprechen, Iren spricht Dein Knecht von Deinen Gesetzen" (Psalm kl?)). Ja, von Montefiore gilt das jcsaianische Wort, nach eigenartiger Auffassung für den Zweck des Augenblicks: ״Der kann sprechen: dem Ewigen gehöre ich, der nennt sich mit dem Namen Jakob, der verschreibt sich dem Ewigen, und der Name Israel schmeichelt ihn" (Jcsaias -!4, Montcfiore ist der jüdische Held unseres Jahrhunderts: und weil er den geheiligten Muth hatte, vor den Stufen der Hcrrscherthronc sein und seiner Bruder שמע ישראל mit Begeisterung ZN vcrthcidigen, während wir schon vor ״Namen" und ״Datum" scheu zurückschrecken. Darum fühlten wir Juden allesammt, wohin wir auch nach allen Richtungen der Windrose zerstreut sein :!lögen, das Hcrzcnsbedürfniß, seinen wohlverdienten Lorbccrkranz ihm auf's weiße Silbcrhaar seines Hundenjährigen GreisenthnnlS zu legen. Lieber Leser! Wir stehen vor einem Näthscl der Weltgeschichte. Moses Montcfiore, der stets die Schmach seiner Glaubensbrüder in minder kultivirtcn Staaten mit glänzendem Erfolge abgewendet, muß als hundertjähriger Greis die bittterc Erfahrung inacheu, daß von dem Sitze der Bildung aus, von der Metropole der Intelligenz, dem Sammelplatz für Kunst und Wissenschaft, das Feuer der Jndeuhetze seine Flammen nach allen Staaten Europas schlendert!? ני• השתות יהרסון צדיק מה בעל fragen wir nun mit dem Pjalmisien: ״Wenn diese Grundpfeiler wieder niedcrgerisscn iverdcn, was hat Montcfiore bcwirkt?" Allein, nach unserer Ausführung ist das Probten» gelöst: ״Sehet niich an, spricht Montefiore im Geiste zu uns, ich verkörpere euch den salomonischen Spruch: ״Wenn der Ewige Wohlgefallen hat an Jemandes Wandel, läßt er auch seine Feinde mit ihn» Frieden machen" (Spr. l 6, 7). Darum mußte Montefiore seinen Fuß auf die Schwelle des z eiten Jahrhunderts seines Lebens setzen, daran» mußte er sich unter göttlichem Schutz und Beistände, unter Klippen und Gefahren, unter den verschicdcuartigsten Wechsetsällcn des Lebens, behaupten, und heute )«och dastehen, als Bild des: צריק כתמר יפרה בארז בלבנון ישנא, eine mächtige Ecdcr, die den ihn nmbrauscnden Stürmen Trotz bietet, NM ein lebendiger Mahnruf an das heutige leidende Israel zu sein: ״Erhebet wieder das Panier des wahren Judcnthnms, und ihr werdet, wie ich, glorreiche Siege erringen!" Das ist die Lösung der Frage: ״Was haben »vir von der Montcsiore-Feicr gelernt?" (1* I) (11! 111! a 1). PHanoi sic von Noscnhai 11. , L Wie ein Akkord aus einem längst verklungenen Wiegcnlicdc, so süß und anheimelnd klingt das Wort Ehanukah im Öhre des Juden, cs ertönt und mit dem unbegreiflichen Zauber einer Beschwörungsformel läßt cs in und um uns eine neue Welt erstehen. Licht wird cs in unserem Herzen, in welches die am Lebenssirmament hinzichenden Wollen düstere Schatten ge- »vorfcn haben, und wie die rosige Helle hincinzitlcrt in den engen und doch so rveitcn Raum, erwacht ein tausendfältiges Sprießen und Regen in ihn». Es ist die Saat der im Keime säst erstickten Hoffnungen, Wünsche und Träume, »velche, durchrieselt von einem wiedererwachten Schauer des längst verblühten Jngcndlenzcs, in grünen Halmen cn)porwuchcrt, und als wäre der Schosarschall des Aufcrstchungstages gewaltig durch den Wclteuraun» cclinngen, springen die Occk.cl auf von den Todtcnlruhen, in )velche »vir unsere liebsten Ideale cingesargt haben; gleich dein Phönix erheben sie sich ans der Asche der Bcrwcsnug und schweben unserem Geiste vor, hoffnnngserweckendcr, strahlender denn je. — Unserer Seele wachsen Schwingen, die sic nnwiderstchtich fort reißen von dem kahlen Gefilde der Gegenwart. Wohin? — Mit der Schnelligkeit des Gedankens geht cs durch finstere entfremdete Zonen, »vo kein gestirnter Hiunnel mit seinen inannigsachen Bildern die Stelle des Zeitmaßes und des Konipasses vertritt; plutonische Schatten und absolute Stille üben hier ihre rmbcftrittenc Herrschaft aus. Oft will cs uns bcdünkcu, als ob wir die vcrschlvommcncn, in Nacht zerfließenden