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Jeschurun · 1884-12-04 · Heft 49 (4.12.1884) · p. 779

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 49 (4.12.1884)
Article
Radautz (Bukowina), 3. Kislew 5645
Date
1884-12-04
Page
779 (sequence 2)
Language
German
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779 Weisheit bekundet, und hat auch ein dortiges politisches Tageblatt dieses nicht zu rechtfertigende Borgeheu der jüdischen Gemeindcrälhe gebührend beleuchtet, Hossent-!ich in in dieser Frage noch nicht das lebte Wort gesprochen, und werden es sich die GesePestreuen, deren cd in unserer Metropole ,-,'2 eine große Anzahl giebt, angelegen sein lassen, bei der höheren An stanz das zu bewirken, was in den größte!; Städten allenthalben unbeanstandet zugclassen wird. Das vor eitrigen Wochen erfolgte Hinscheiden dcS R. Men dl Hager ע":. Dberrabinner zu Visnika, hat in der Bukowina und irr einen; großen Theile Galiziens tiescrschütternden Eindruck gemacht. Biele Tausende streng-religiöser Israeliten beweinen in il)1u ihren Lehrer und Meister, zu dem sic in unbegrenzter Verehrung anfblickten, dessen ,תורד, insbesondere aber dessen עבודה das Ideal des Bollkommncn erreicht hatte. Auch von dessen Wohlthätigkeit כמילות הבד nnrd (Sv-• staun! iches erzählt. Hunderte armer Familien haben mit feinem Hinscheiden ihren Erhalter verloren, insbesondere die עניי ארץ הקדושה hatten an dem Vcrcwigtcn einen Alntosenicr, der mit allem bedeutenden Einflüsse, der ihm in reichem Maße bei seinen sehr zahlreichen Anhängern zu Gebote stand, dahin wirkte, die UnterstntznngSguelle für die Armen des heiligen Landes תוב׳ביא immer reichlicher fließen ZN machen. Bei der Liebe und Berohrung, die der Derschiedene genossen, ist cS selbswerstandlich, daß leine Opfer gescheut wurden und alles, was nur die ärztliche Kunst vermag, ausgebotcu wurde, un! daS kostbare Leben zu erhalten; so wurde ein berühmter Professor ans Wien mit sehr bedeutenden Kosten zweimal an'S Krankenlager berufen, und was karaltcristisch für die Opferwilligkcit seiner Verehrer, war es ein Einzelner, der die Kosten von mehr als lausend Gulden ans Eigenem bestrilten; aber alle Kunst war vergebens, und wir müssen jchmerzersüllt ausrufcn: 'חבל על דאבדין ובו denn mau braucht für den Ehassidisinus, dessen vorzüglicher Repräsentant der Verewigte gewesen, nicht eben zu schwärmen, um dennoch der lleberzcngnng Ausdruck zu geben, daß Galizien, Rußland und Bukowina eS zum großen Theile dem EhassidisillnS zu danken haben, daß הודה und wahrhafte ידאה noch ב״ה in anfchn- Uchem Maße daselbst anzntressen sind. Mit dein Fallen einer solchen;nächtigen Säule, wie es der Verblichene gewesen, ist auch ein עבוד היראה wankend geworden, waS unseren Augen nicht nur Thränen der Trauer erpreßt, sondern auch unserem Herzen das inbrünstige Gebet entringt: ה׳ ינדוד פרצות עמו ברחמים. Im hiesigen StaaiSgymnasium will eS der Direktor desselben mir Berufung auf die Hausordnung nicht gesiattcu, daß die israelitischen Schüler während der Er-!Heilung des Religionsunterrichtes, der im Gymnasialgebünde stattsindcn inuß, sich das Haupt bedecken. Da nun dies gewissermaßen einen Gewissenszwang involvirt, märe zu wünschen, daß die GesetzcStrencn eine gemeinschastliche Eingabe an das hohe Kultus Ministerium mit dem Petitum richten würden, daß dasselbe ans dem Verordnngswegc den resp. Direktoren der Mittelschulen den Auftrag ettheilc, den israelitischen Religionsunterrieht ans Verlangen der Bethciligtcn, auch bedeckten Hauptes, wie es der jüdische Usus verlangt, zu gestatten. Es ist mir übrigens nicht bekannt, ob diese; Frage auch anderwärts schon angeregt worden, und ■ wäre eS mir sehr angenehm, zu erfahren, wie sich die; orthodoxen Rabbinen Deutschlands, die mit dem Relii gionSnnlerricht an StaatSschnlcn betraut sind, diesl bezüglich verhalten. I. Knnstadt, Obcrrabbincr. Kü;lcspo1ldc!lzc1t mrd Nitchnchtcn. Deutschland. j Brcslnii, '2S. )iovcmber. Worüber man! sich doch nicht genug wandern kann! Ein gallsüchiiger? Schulmonarch prügelte stündlich die liebe Dorsjugcnd derartig, daß deren Nucken die schönsten blauen und braunen Färbungen während des ganzen schulpflichtigen Alters nicht eiubüßte, und wnndertc sich stets ungemein! darüber, daß seine Schüler ihm keine Liebe erzeigten. — j Mein ׳Nachbar giebt sich alle Mühe, mich bei meinen! Knuden zu verlästern und wundert sich, daß ich ihn! zu seinem Geburtstage nicht mit einem Gratnlationö-! präsente überrasche. — Der Reguö von Dahomcy läßt! allergnädigst tausend seiner Getreuen köpfen und! wundert sich, daß deren Weiber und Kinder ihn nicht ן als ihren WohltHüter preisen. — Die ״Schlesische i Zeitung" wundert sich, daß die jüdischen Wähler j feinem Antisemiten ihre Summen für das Siadtocrj ordnetenkotlogium gegeben haben: — in der That! äußerst wunderbar. Sind doch kuriose Leute, diese! Juden! Da soll man kein Antisemit sein!! * Mm»,;, L0. November. Eine Anzahl alter! Leichensicinc mit hebräischer Inschrist wurde, wie der ״Mainzer Israelit" berichtet, in Main; dieser Tage - bei Blostegnng der alten Umwallnngsmancr und bei ן Gelegenheit der Röhrenlegnng für die Wasserleitung'! anfgefnnden. Bereits im Jahre!858 wurde bei Erbaunng des Lokomotivhanses der Hessischen Ludwigsbahn rin derartiger ans über!00 Steinen bestehender Fund gemacht. Der ältest-datirtc der damals anfgefnndencn Steinen stammte ans den! Jahre!!0!, während für! einen ohne Jahreszahl sich das nennte Jahrhundert! seftftcllcn ließ. Es war dies der Denkstein des Nab-

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