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Jeschurun · 1884-12-04 · Heft 49 (4.12.1884) · p. 773

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 49 (4.12.1884)
Article
Meeresfahrt
Date
1884-12-04
Page
773 (sequence 2)
Language
German
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773 Herr bcr Natur, so hoch, so allgewaltig, so all!nächtig, ׳ ba־£< All beherrschend unb doch dir, dir mit innigster! Liebe nahe, zeigt sich der Weltcnhinunctlenker dir so j zur Seite! ״Er, der der Sterne Zahl bestimm!, Er, der den! ״Sternen Namcn giebt, der große allmächtige, die j ״Unendlichkeit mit seinem Geiste umspannen de Nkeister, ״Er giebt jeder bescheidenen Mcnschenseclc Dauer und ,,wirft die Bösen zu Boden!" ״Der Jude kriech! nicht vor der Natur, zittert ״nicht vor ihr, der Name (S^ott hat ihn frei gemacht, ״frei von den Schrecken der Natnrgewalten, über alle ״Majestät der Natur hebt das Gottesbündniß seine ״Seele." (״Ieschnrnn", I. Iahrg.,!mg. 42<>.) Und gleicht nicht des Menschen Herz dem Meere! Wer kann hincinblicken in die Herzen all Derer, die das Schiss da mit sich trägt! Lon welchen Regungen sind die Herzen dnrchwogt, gepeinigt und gehoben! Siehe! Den Einen bringt jede Welle dem Ziele näher, den Anderen entfernt sic immer mehr und mehr von der Hcimath-, Beide denken sie ihrer Lieben, aber während der Eine sich glücklich schon im Geiste des baldigen Wiedersehens freut, blickt das thräncnde Auge des Anderen jeder dahin rollenden Woge nach, und sein Her; windet sich im bitteren Schmerze, daß jede Minute ihn mehr von der trauten Hcimath entfernt! Und während der feinem Ziele Entgegcngehendc jede neue Welle als vom bald zu erreichenden Hafen hcrkommcnd begrüßt, folgt das starre Auge deS von der Hcimath sich Entfernenden jeder dahin rollenden Woge nach, denkend, träumend: die Woge erreicht den heimathlichcn Strand, ob ich den wohl wieder erreiche?' DeS Menschen Herz ist ein Meer: o, bald so tobend, schwellend, stürmend, von Orkanen gepeitscht, daß seine Wasser sich anfstancn, und bald auch so glatt, so majestätisch in seiner Einfachheit, Erhabenheit und 'Ruhe, so unendlich, so unbegrenzt und dabei überall den Horizont berührend, nüt beut Himmel in Eines verschwimmcnd! Wie oft verbirgt ein Herz Klippen und Nisse, aber auch wie oft fördert die Hand des geschickten Tauchers seltene Perlen und Schätze daraus zu Tage! Und in finsterer Nacht, oder hell am Tage, wenn kein anderer Wegweiser da ist, zurecht zn weisen, wenn weitab Mcnschcnwohnungcn sind, da ist cs der Blick nach oben, zu Seinem Firmamentc, der rettend und Heilend den richtigen Weg zum Ziele weiset. והמשכלים יזהרו בזהר להרקיע ומצדיקי הרכים ככוכבים לעולם ועד. Und wenn סן ein armes Herz vor schmerz und Allem, waS eö dnrchtobt und bebt, hochgeht und wie MeereSfluth dahin stürint und wallt und Alles zn vcrnichtcn droht, da ist es Gott, der in seiner Allrnacht jedem Einzelnen nahe 'שעשה את הים הגדול, ואגבי ה אל׳ רגע הים ויהמו גליו ה׳ צבאות שמו, Gott der Barmherzige, der das Meer beschwichtigt, gerade wem! seine Wogen auswallen, Gott der Schöpfnngsschaaren ist Sein Name! Das Herz mußte erst dnrchwogt werden, mußte sich erst ausbänmcn, ehe cs Gott die Herrschaft über sich ciiiräninlc; in seiner Ruhe hätte es vielleicht sich der göttlichen Allmacht entzogen geglaubt. Hann, dann, nach den! Sturine kommt der Frieden! Herrlicher geht über den! nun anSgetobtcr! Meere die Sonne auf, mit ihren Strahlen die nun ruhig dahin wogenden Wellen und Gewässer, die sich anSgetobt, vergoldend, und so hicnieden einen Abglanz ihrer großartigen Schönheit weckend! עשה שילום במרומו הוא יעשה שלום עלינו ועל בל ישראל. Er, der den Frieden, die Harinonic in Seinen Höhen schasst, Er wird auch n!!S Frieden erstehen lassen, uns und ganz Israel. ואמרי אמץ OktrchtiuiM über de!! Wigisnsllutfrririjt. Bon einem emevitirten Schulnicistcr. (Fortsetzung., Dagegen stellt sich in der Gegenwart die erfreuliche Thatsachc dar, daß wohl überall, wo nicht gerade die krasseste 'Reform das Heft in Händen hat, für einen Unterricht in der Religion, an welchem sowohl die männliche wie die weibliche Jugend 11)011111111 int, Sorge getragen wird. Es ist somit fast in den!!!eisten Gemeindcn Gelcgcnhcit vorhanden, daß die Söhne und Töchter' eine nothdürstige Kenntniß der hebräischen Sprache erlangen, um die gewöhnlichen liturgischen Stücke, vielleicht auch etwas aus dem Pentateuch, übersetzen zu können. Man unterrichtet sie auch in den Glaubens- und einigen Pflichtcnlchrcn, in biblischer und jüdischer Geschichte, so daß man nicht in Abrede nehmen kann, daß die Geineinden für den Religionsunterricht ihrer Jugend, theilweise unter nicht unempfindlichen "'׳eldopsern, Sorge zn tragen bemüh! find. Da außerdem die Lehrer größtcnthcilö ans Seminarien regelrecht auögcbildct sind, so müßte doch die Annahme gerechtfertigt sein, daß umtaüs inutandis die Lehrkräfte durchweg entsprechen. Ich muß hier bemerken, daß ich selbst keilt seminaristisch gebildeter Lehrer bin: zn meiner Fugendzeit blühten die israelitischen Lehrerbildungsanstalten noch nicht. Ich bekenne dankbar, daß ich von den jüngeren Kollegen Manches in Hinsicht der praktischen Untcrrichtswcise profitirt habe. Der freundliche Leser wird aus allem bisher Auge-

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