Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1884-11-27 · Heft 48 (27.11.1884) · p. 766

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 48 (27.11.1884)
Article
Deutschland : Aus Sachsen [Nachricht]
Date
1884-11-27
Page
766 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2932754-2933049-2933096--17302-2968420
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

766 Stellung genommen wird. Ist doch nicht abzusehen, wie die Sache sich bei einer etwaigen Debatte im Reichstage gestalten wird. Warum agitireu diese Thicrfreundc nicht in erster Vinic gegen das ״edle" Waidwerk? Etwa, weil das Schächten nur für die Inden bedeutsam in'? O e st erreich - U 11 gar 11. S. I*. Ans Ungarn, 1(J. November. Der Vorsasser der ״Kollektiv-Berichte aus Ungarn" kann sich eines Erfolges rühmen. Die vor Monaten gelhane Anlegung im ״Ieschurnn" seheint ans fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Wie aus verläßlicher Quelle verlautet, hat dieser Tage in Deutsch Kreutz eine Nabbiner-Bersammlang getagt zu dem Zwecke, eine Reorganisation der Durchsührnngs-Kommission zu veranlassen, welche mit einem Präsidentenwechsel anheben soll. Denn in dieser prüfungsschweren Zeit bedarf das orthodorc Indenthnm einer Vertretung, die es versteht, seine Interessen mit Einsicht und Eifer zu wahren und zu vertheidigcn. Eine Kommission aber, die durch ihr ungeschicktes Borgehen mehr verdirbt als Nutzen bringt, unter dem Präsidium eines Mannes, der der Landes׳ und Amtsspräche kaum mächtig ist, die überhaupt nur da zu sein scheint, die ministeriellen Erlässe den Gemeinden zu übermitteln — einer solchen Kommission dürfen nicht ferner unsere heiligsten Interessen anvcrtraut bleiben. Wir erwarten auch ferner eine Rechnnngsablegnng über die Geschästsgebahrnng der gegenwärtigen Kommission. Unseres Wissens ist eine solche noch nicht ein einziges Mal erstattet worden. Außer den für ihren Gehalt i dem Bmdesschulsond entnommenen Beträgen fließen! noch von den ihr unterstehenden Gemeinden jährliche i Beitrüge ein, und ferner wirft das unter ihrer Ans-! ficht bereitete,-!22-Mehl einen nach Tausenden zählenden j Betrag ab. — Wäre es nicht zweckmäßiger, wenn dieses Geld für die Ieschiba's verwendet würde'? Es wäre dieses die einfachste Vösung des finanziellen Theils der Ieschiba Frage, über die schon so vieles geschrieben und berathen wurde. Möchte der geehrte Verfasser der Kollektiv Berichte sich hierüber doch äußern. Wie ans derselben Quelle verlautet, veraulaßte die Durchführungs-Kommission den ehrwürdigen Preß- > burger Oberrabbincr, eine ״Gegen-Konferenz" nach! Budapest einzubernfcn. Derselbe ließ jedoch in letzter Stunde sein Erscheinen absagen, und es waren über- Haupt nur einige wenige Rabbincn zu derselben eingetroffen. Es ist zu wünschen, daß diese wirklich spruch-! reise Angelegenheit jetzt endgültig ansgetragen werde. *?8. (Hrvsr-Kinri.zsa, 18. 'November. Nach achti tägigen Verhandlungen vor einem hierher deleginen; Senate des Bndapester Gerichtshofes wurde heute über; die Angeklagten wegen der in Szent Peternr im vor- : jährigen August vorgekommencn antisemitischen Un- 1 ruhen das Urtheil gefällt, und zwar wurden von den 43 Angeklagten, lauter Bauern und Bäuerinnen, wegen Aufruhrs, beziehungsweise Diebstahls, einer zu zweijährigem, neun zu eineüchalbjährigem, einer zu eineiuvicrtcl!ährigem und zehn zu mehrmonatlichem Kerker, Alle auch zum Ersätze der Spesen und des Schadens verurtheilt. Die Vernrtheilten und der Staatsanwalt appellirteu, letzterer auch gegen die Freisprechung des mita!!geklagt gewesenen Dorfrichters und Dorfnotars. * Pest, 22. November. Der Redakteur deS in Kecskemet erscheinenden antisemitischen Blattes ״Testveriseg", Emerich Nagh, hatte sich gestern vor dem Kecskemeler Gerichtshöfe wegen einer ausreizenden Rede gegen die städtische Behörde und gegen die Inden zu verantworten, mit welcher cr am 15. Juni eine Volksversammlung haraugnirte, deren Abhaltung bchördlich nicht bewilligt war. Er wurde des Vergehens der Ansreizung schuldig gesprochen, zu sechs Monaten Staatsgefängniß und zu einer Geldstrafe von 150 Gulden verurtheilt Sowohl der Staatsanwalt als auch der Verurtheilte meldeten die Berufung an. — Die Gerichtsverhandlung, betreffend die Mihalyer antisemitischen Unruhen schloß damit, daß alle Angcklagten wegen Mangels an Beweisen frei gesprochen wurden. England. * ^cicestcr, 14. November. Herr Jsrac Hart ist einstimmig zum Mahor gewählt worden. Türkei. — In Ehorlo bei Rodosto hatte sich das Kind eines griechischen Einwohners verlaufen. Was war natürlicher, als die jüdische Bevölkerung hierfür vcrantwortlich zu machen?. Und in der Thal machten die guten Vciitc raschen Prozeß und mißhandelten ihre jüdischen Mitbürger. Der Gouverneur. Neyib Bei), faßte aber die Sache anders auf und leitete eine Unter-- snchung gegen die Exzcdenlen ein; vorweg aber entsetzte er den Kaimakan des Orts seines Amtes, weil er die jüdischen Unterthanen Seiner Majestät des Sultans nicht wirksam geschützt hatte. WlMsmus und Iudentijum. Bon Friedrich R o t t. f-.’Uii־ :liechte uoilu-Iialtat.) (Fortsetzung.) Zu den Ferien kam ich heim, ich war entsetzt über die Hinfälligkeit des kaum Fünfzigjährigen. — Es war ungefähr acht Tage nach Ostern. Katinka hatte den Nachmittag bei uns verbracht, die Eltern mahnten sie, sich vor Beginn der Dämmerung auf den Heimweg zu machen, doch sic zögerte und zögerte, schien sich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.