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Jeschurun · 1884-11-27 · Heft 48 (27.11.1884) · p. 764

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 48 (27.11.1884)
Article
Deutschland : Berlin, 22. November [Nachricht]
Date
1884-11-27
Page
764 (sequence 2)
Language
German
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[udU und erhallen t)at, bedürfen insofern der Ergänzung, ale־ derselbe bereits bei seinem Eintritt in die hiesige Universität im Jahre l87ü bei der Straßenreiiiigmigsdeputaiion sich meldete und seit jener Zeit daselbst bc׳ schäsrig! ist. Der Direktor der Straßen! einignug, Herr 2cl)lootn, fditlbcrt denselben als einen sehr fleißigen und verträglichen Mann. - Ucbrigens sind in Folge der Rouzcn, welche in hiesigen Blättern über diesen Fall standen, bei der Straßcnreiuigunqsdepinalion Offenen eingegangcn, welche dem jungen iDtaiiuc anderwenige und bequemere Beschäftigung übergeben wollen, unter Anderen Hai sich ein belarmlcr Professor der hiesigen Universität erboten, sechs Monate hindurch den Studenten mit je .'>0milersliitzeii zu wollen, — indessen hat derselbe die Offerten znrückgewiesen. H. S. HHiirzburg, 2.4. ׳)November. Ich .kann Ihnen, geehrter Herr Redakteur, mir Freude berichten, das; Ihre holländische -Korrespondenz in Nr. 44 über den Papst und Sir Moses Morrtefiore in die angesehensten hiesigen Blätter und auch in aus- N'ärlige Zeitungen, wie in die ״Angsb. Abcndztg.", übergegangen ist. Die Redaktionen dieser Blätter sprechen tn Nachbemerkungen ihre besondere Freude über die Anerkennung des Oberhauptes der katholischen Kirche ans, besonders dem Gebühren des ..Fränk. Bolksbl." gegenüber, welches sich in empörendster Weise crdrcistcte, dcit großen Philantropcn zu schmähen und in den , Schmutz;11 ziehen. Und dieses Blatt führt beständig; die Frönimigkeit im Munde und wirft sich zum Verj scchter der katholischen Kirche auf. Nun ist cs doch! durch die höchste von ihm anerkannte Autorität gewiß! auf den Mund geschlagen.! ü. ls Würzbnrg, im November. Kennen Sic,! V>m° Redakteur, und Sic, lieber Leser, das ״Fränkische! Botksblalt"? Schtverlich, außer vielleicht die hiesigen Vcfcr des ״Jeschnrnn". Denn trotz aller Bemühungen, trotz des wackeren Ringens und Snebcns nach einer ״Höhe", wie sie etwa die Berliner ״Germania" erreicht hat, ist es dem schönen Herrn Ncdaltenr jenes Blattes noch nicht gelimgen, sich in irgend welcher bemerlenswcrthcn Weise hervorznthiin. Ruhig und sicher, nur vielleicht einmal gestört durch das allzu energische Eingreifen irgend eines thatkrüftigcn Würzburger Lemilen, wandelt er seinen mühevollen Pfad, dessen Krümmungen und Windungen ihn aber noch nicht zu der erwünschten Höhe geführt haben. Offen gesagt, ich habe Mitleid mit dem Blättchen, das so schlicht und anspruchslos, dem kleinen Veilchen gleich, im Verborgenen blüht. Und so will ich denn, da ich gerade ein wenig freie Zeit habe und nichts Besseres es gicbt allerdings dessen sehr viel — zu thun habe, cs einmal in Freihcil drcssirt den ״Jcschurnn"- Lesern in Gala vorsührcn. Also seine vanptaufgabe ift - neben der Verfechtung der katholischen Kirche — dem deutschen Volke in grellen Farben vor die Augen zu führen, was für Grcuelslrnche die Inden verüben. -Run, der Herr Redaltenr muß ja genau wissen, was für Streiche die Juden aussühren können. In wilder Glnth stürzt sich das ״Fränkische Volksblatt" in meäi08 110st.es, schimpft wie ein Rohrspatz und läßt seinen Redakteur im ״schönsten״ dichte erscheinen. Da schreibt cs bei Gelegenheit des Kattowitzer Kongresses, betreffend die Kolonisation Palästinas: ״Dieser Jndenkongreß möchte gleich so weit gehen und dafür sorgen, daß alle Juden sich nach Palästina verfügten und Europa von ihrer Gegenwart befreiten. Der Kongreß könnte aus die christliche Danlbarkeit rechnen." - Jawohl, warum 11)1111 die Juden dem lieben Blättchen auch nid)t den Gefallen? Dann wäre ja sein Redakteur von jeder Angst befreit. Aber die bösen Inden wollen nicht — : also Krieg gegen dieselben! Doch meine freie Zeit; gehl zu Ende, mein Bicrglas ist leer, ich muß ans-; hören. — Bis ich wieder einmal etwas über das : .,Fränkische Votksblalt" schreibe, wird es mcinche neue; Rümmer hcransgegeben haben, zur Freude und Lust! aller derjenigen, die es — nicht zu lesen brauchen.! Und das ist noch das Beste an ihm. Frankfurt a. M., im November!884. Ein sehr großer Theil der in unseren Gegenden in Verlaus und Gebrauch kommenden תפלין und מזוזות wurden, wie ich vernommen hatte, ans Rußland, insbesondere aus Slonim bezogen, wo, wie man mir gesagt hatte, eine verhältnißmäßig große Anzahl סופדים unter Aufsicht des dortigen Rabbinats und von diesem besonders bestellten מגיהים arbeiten. Ich sah mich dadurch verantaßt, den Herrn Oberrabbiner Jizhak Elchanan Spcktor ני׳ in Kowno um gefällige Auskunft über die religiöse Zuverlässigkeit dieser Bezugsquelle zu ersuchen. Derselbe erwiderte mir, so weit er höre, beruht cs ans Wahrheit, daß שמה עוסקים נסה סופדים מומחים תהה הג׳ד׳צ׳ |. Slonim sei jedoch weit von Kowno,! und könne er daher Näheres nicht mit Sicherheit ansj sagen, er werde daher den Herrn Rabbiner zu Slonim נ"׳ ersuchen, mich mit einem genauen Bericht über diese Angelegenheit zu versehen. Durch die gütige Ver-! inittliiug des Herrn Oberrabbiner zu Kowno bin ich j mm im Besitze dieses Berichtes, und glaube ich bei der hohen Wichtigkeit des Gegenstandes mich verpflichtet, denselben im Wortlaut zu veröffentlichen und auch eine deutsche Ucbersetzung für das allgemeine Publikum beizusügen, das ja in nnnimittclbarftcr Weise mit der gewissenhaften Erfüllung feiner religiösen Obliegenheiten an dieser Angelegenheit belheiligt ist. Dieser an den Herrn Oberrabbincr zu Kowno gerichtete Bericht Lautet wörtlich also:

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