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Jeschurun · 1886-12-09 · Heft 49 (9.12.1886) · p. 783

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 49 (9.12.1886)
Article
Amerika : New York [Nachricht]
Date
1886-12-09
Page
783 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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783 Amerika. R. Wewyork, 18. November. Ich habe schon zu wiederholten Malen darauf hingewiesen, wie in das amerikanische Judenthum durch unsere, eingewanderten russischen Glaubensbrüder ein neues kräftiges zu großen Hoffnungen für die Zukunft des Judenthums in Amerika berechtigendes, lebensfähiges Element hineingetragen worden ist. Uebcrall merkt man, daß neues LebenSblut in den Adern deS altersschwach und höchst gebrechlich gewordenen ״amerikanischen" Judenthums pulsirt, und ganz besonders hier in Newyork, der der Metropole Amerikas. Aus Bereinigungen weniger thatkräftiger, glaubensbegeisterter, opferfreudiger Männer werden größere Gemeinden, denen der anfänglich ihnen zu groß gewesene bescheidene Betsaal allmählig zu klein wird für die Menge der Andächtigen; cs erheben sich nach und nach Neubauten von Synagogen als Zeugen des in'.mer mehr gottlob sich erweiternden Kreises der an dem alten unverfälschten Glauben mit Innigkeit Festhaltenden. So fand am letzten Sonntag die Grundsteinlegung einer neuen Synagoge der קהל עדת ישורון in feierlicher Weise statt. Auf 90000 Dollar ist der Kostenpreis deS Baues veranschlagt — ein Beweis, daß es auch hierzulande nicht an opferbereiten Israeliten fehlt! Wie schon oft betont, ist noch Großes zu erwarten vom russisch-amerikanischen Judenthum — doch nur dann, wenn eine geeignete Personlichkeit an die Spitze desselben gestellt wird. Dies hat auch bei Grundsteinlegung obengenannter Synagoge Herr Wechsler, Herausgeber der ״Newyorker Jüdischen Zeitung", treffend hervorgehoben. Er führte ans, daß so lange die Gemeinde nicht dafür Sorge trage, daß ein רב ומנהג an ihre Spitze gestellt werde, der sie leite und führe, so lange nicht eine anerkannte Autorität aus Europa hierherzukommen veranlaßt werde אשר יצא ואשר יבא לפניהם, so lange die Gemeinde nicht dafür sorge, daß ihre Kinder על ברבי התורה והיראה erzogen werden — so lange dürfte man sich nicht beruhigen. Denn wer stände unter den heutigen Umständen, bei der schlechten Verfassung des Jugend- Unterrichtes, dafür ein, daß aus dieser Synagoge, zu der heute unter der Devise des gesetzestreuen Judenthums der Grundstein gelegt sei, nicht in 20 oder 30 Jahren eine ReformSynagoge werde? —Wir können Herrn Wechsler nur beipflichten und möchten auch unsererseits wiederum auf die dringende Nothwendigkeit der Berufung einer gesetzestreuen, thatkräftigen, einsichts« vollen, europäischen rabbinischen Kapazität hingewiesen haben. w. Philadelphia. Von der Paiuted Woods Colony, Dakota, wohl der einzigen jüdischen Ansiedelung, welche einigermaßen prosperirl hat, sind hier Nachrichten eingelaufen, welche leider ungünstig lauten. Die Kolonie ist vor vier Jahren mit II Familien besetzt worden, und zählt augenblicklich 42 Familien mit 250 Seelen, welche ausschließlich aus Rußland stammen. Sie hatte ein völlig unwirthlicheS Land urbar zu machen, weist aber jetzt schon etwa 1600 Acker Getreide- und Weidland und einen Vieh stand von 60 Ochsen, 40 Pferden, 60 Kühen, Kälber und Federvieh, sowie 152 Wagen auf. Die diesjährige Mißernte hat die Kolonie in die traurigste Lage versetzt, so daß deren Untergang unvermeidlich ist, wenn ihr nicht, rasche Hülfe gebracht wird. Sie ist stark verschuldet und wird den Pfandglänbigern anheimfallen, wenn eS nicht gelingt, ihr die nöthigen Mittel zuzusühren.' In dem Schreiben, welches von dort hierher angelangt ist, sprechen sich die Kolonisten dahin ans, daß sic hart gearbeitet haben und vor keiner noch so schweren Arbeit zurückschrecken, um sich auf der Kolonie zu halten und den in Europa von Seiten der Antisemiten so oft wiederholten Vorwurf zu entkräften, als ob der Jude arbeitsscheu sei und sich von dem Erwerbsfleiß Anderer ernähren lasse. Es ist dringend zu hoffen, daß die Bitte der Kolonie um Hülfe nicht unerhört bleibe. ES ist aber auch nicht minder dringend die Mahnung an die Kolonisten zu richten, daß sie sich der Uebung ihrer Rcligionspflichten nicht entziehen; und wie sie für die Sicherung ihrer materiellen Existenz mit anerkeilnungswerlhem Eifer rüstig arbeiten, also auch für die Heilighaltung deS Sabbathö und gewissenhafteste Beobachtung der Ehe״ und Speisegesetze ernstlich besorgt sind. Inserate werden die Ispaltigc Petitzeile K lKA M Für den Inhalt derselben Übernimmt die oder deren Raum mit 25 Psg. berechnet. w<§> Redaktion keinerlei Verantwortung. JnsertiouS- und Abonnements-Annahme für Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kauffmann daselbst, ohne Preiserhöhung. PeNsionat I. Msmges. 3 deutsche junge Damen von 12 bis 18 Jahren finden sofort für halben Preis-in einemFranz.-Eng!.Pensionäre Ausnahme. Prospekte, Offert unt. >. 1^. 34 p081s rLstauttt örux6llL58׳t. Oilles. Mei Adolf Cohn, Berlin IV., Lützow- *Q straße 74, erschien j Rebekka Wolf, geb. Heirremamr, Kochbuch für isr. 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