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Jeschurun · 1886-11-25 · Heft 47 (25.11.1886) · p. 751

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 47 (25.11.1886)
Article
Rumänien : Bukarest [Nachricht]
Date
1886-11-25
Page
751 (sequence 2)
Language
German
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751 dem Indem immer unerträglicher auf rumänischem Boden. Man will ausgesprochener Maßen die Inden znr Auswanderung oder zum Selbstmord treiben. — Ans dem Wasluier Distrikte liegen die betrübendsten Nachrichten über die unbarmherzige Vertreibung der in den Dörfern ansässigen Juden vor. Ans Jassy, Piatra, Bakan und anderen größeren und kleineren Städten drängt die Verzweiflung die Juden zur Aus- Wanderung. — Wissen Sie, wie hier die Schuldner mit ihren Gläubigern verfahren, wenn diese Juden sind? Ein Beispiel von vielen möge es veranschaulichen. Da ist ein Jude in Bndesti, bei welchem einige Bauern Anlehen gemacht haben, deren Nückzahlungstermin aber nicht cingehalten worden ist. Der Jude gewährt Stundungen, endlich drängt er auf Zahlung. Nun, das kann sich doch kein Rumänier von einem Juden bieten lassen! Eine solche Frechheit muß bestraft, und damit die Schuld getilgt werden. Die edlen Bauern binden den Juden, werfen ihn zu Boden, berauben ihn seiner Baarschaft und zahlen ihm ihre Schuld, einen jeden Boni mit einem wuchtigen Hieb. Sie zahlen endlich bis zum letzten Boni und lassen dann den Juden für tobt liegen. — Nun, er lebt allerdings noch, aber Recht wird ihm nicht. — Das ist ein Pröbchen von unseren Zuständen. Bulgarien. G. Zufolge der letzten Zählung gehörten von den 2 007 919 Bewohnern des Fürstenthums Bulgarien 1 404409 dem griechisch-orthodoxen Bekenntnisse, 5562 der katholischen Kirche, 578 060 dem Islam, 14342 dem I u d e n t h u m e, andern monotheistischen Religionen 5546 an. Türkei. * Smyrna. Herr Matatia Cohen von Canea sendet folgende Mitthcilungen an das Zcntral-Komitee der All. Jsr. Univ.r ״Vor einem Monat wurde» in Griechenland ziemlich starke Erdbeben verspürt; dieselben haben zahlreiche Opfer verlangt und ganze Städte, die von dem Unglück heimgesucht wurden, ins Elend gestürzt. Am Tage nach dieser Katastrophe bildeten der israelitische Gemeiuderath und das Nabbinat eine Korn- Mission, welche aus den Herren Politi Argi, Haim Polako und Joseph Ventura bestand, und die beauftragt war, als erstes Geschenk dem griechischen Konsulat 1100 FreS. zu übermitteln, mit der Bitte, sie auf das Schleunigste den Familien der Opfer zukommcn zw lassen. (Es ist zu bemerken, daß sich unter diesen Opfern kein einziger Israelit befindet.) Das Konsulat und die griechische Presse zu Smyrna zeigten sich von dieser freiwilligen Spende sehr gerührt und sprachen ihren Dank dafür aus. Einige Tage später wurde im Alhambratheater zn Gunsten der Opfer eine Vorstellung gegeben. Alle wohlhabenden Mitglieder der jüdischen Gemeinde kamen, um dem WohlthätigkcitSwerk ihren Antheil zn spenden." Marokko. * Der gewaltige Minister Sid Mohammed Bargasch, welcher die Juden tödtlich gehaßt und zu ihrer Mißhandlung in den Ländern des Kaisers von Marokko nicht wenig beitrug, ist verstorben. Leider können die Juden von seinem Nachfolger nicht viel Besseres hoffen. Der nunmehrige Minister Kaid Mohammed Turre, bis jetzt Gouverneur von Slah, ist ihnen nicht freundlicher gesinnt. Amerika. * Aus der Kolonie ״Painted Woods" bei Bismarck in Dacota liegen die traurigsten Berichte vor. Die Kolonisten sind überschuldet und leiden Noth. Es ist dork kaum zu helfen. Inserate werden die Zspaltige Petitzeile oder deren Raum mit 25 Pfg. berechnet. Für den Inhalt derselben.übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung. JnsertionS. und AbonnemcntS-Annahme fiir Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kauffmann daselbst, ohne Preiserhöhung. Dt e Buchhan dl n 11 g Sn grros ,, - empfiehlt 5» billigsten Preisen *TZ3 ihr reichhaltiges Lager von hebr. Gebetbüchern, mit und ohne Uebersctznng, bis zn den feinsten Einbänden, Machsorim, Chnmoschim, Schulbücher, wollenen und seidenen Tallis, Tefillin, Mesnses, sowie sämmtsiche Ritualien. Spezialität: Gebetbücher für Brailtgeschenke ״CI in hochelegante׳.: Einbänden. Werke für Vortrage in hebr. u. deutscher Sprache. — Auösührl. Kataloge gratis n. franko. ££in geprüfter Lehrer, der zugleich auch ׳*יי srorhcter und Sch och et sein muß, findet Stelle auf!. Januar 1887. Fixer Gehalt l000 Mark nebst dem Ertrag der Schechitah, die ca. .100—450 Mark jährlich einträgt, und freie Wohnung. Unverheirathete, welche fähig sind, französischen Unterricht zn erthcilen, erhalten den Vorzug. Nestrklanten wollen ihre Zengniffe an Herrn Moritz Nordmarnr in Hegen heim (Ober-Elsaß) franko adresfiren.

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