Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 46 (18.11.1886)
- Article
- Österreich-Ungarn : Wien [Nachricht]
- Date
- 1886-11-18
- Page
- 732 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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732 ft. 2089.26, Spital-Verwaltung ft. 23937.84, Unterstritzungs-Beiträge fl. 6175.20, Kultus-Beiträge fl. 82.10, Einkaufs-Gebühren fl. 2585, Gemcinde-Verwaltung fl. 61.95, Matrikenamt fl. 1817.83, Zinsen fl. 4277.47, Summe der Einnahmen fl. 266421.73. —Ausgaben: Badhaus st. 1900, Bethäuser fl. 33 926.37, Jugcnd-GotteSdienst fl. 1499, Fleischbank fl. 2841.56, .Häuseradministration ft. 7175.17, Rabbinat und Prebig er fl. 15 397.58, Bibliothek fl. 575.42, Unterrichts- Anstalten fl. 29137.66, Zcntralfriedhof fl. 42771.47, Alte Friedhöfe fl. 935.73, Rituelle Verköstigung fl. 541.20, Sicchen-Versorgung fl. 7247.90, Spital- Verwaltung fl. 38940.99, Unterstützungs-Beiträge fl. 23189.79, Gemeinde-Verwaltung fl. 23699.67, Matrikenamt fl. 4366.69, Pcnsionsznlagen und Gnadengaben fl. 12983.43, Zinsen fl. 10644.38, Zinsen von fundirter Schuld fl. 6908.97, Summe der Ausgaben fl. 264652.98. Daher ein Gebahrungsüberschuß der ordentlichen Gebahrung fl. 1768.75. — Außerordentliche Gebahrung: Bethäuser fl. 3730.89, Bibliothek fl. 168.83, Gemeinde-Verwaltung fl. 1643.42, Rabbinat und Prediger fl. 947.68, Spital-Verwaltung fl. 800.40, Unterrichtsanstalten fl. 629.60, Summe fl. 7920.82. 0. Wien, 14. November. Der Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studenten hat seit dem Jahre 1661 bis 1886 inkl. 243 Hörer der Philosophie 3009 Studirende der Medizin, 20 Pharinazeuten, 63 Veterinäre, 994 Hörer der Rechte. 14 Hörer der Hochschule für Bodenkultur, 5 Schüler der Akademie der bildenden Künste unterstützt. G. Wien, im November. Ich kann Ihnen berichten, daß die Vorarbeiten für die Regelung der jüdischen Gemeiudevcrhältnisse im Ministerium fast beendigt sind. Man hat asso vielleicht schon in Bälde eine Behandlung dieser Angelegenheit im Neichsrathe zu gewärtigen. -g- P^ag, 12. November. Der israelitische Freitischverein in Prag hat den 27. Jahresbericht für das Vereinsjahr 1835—1886 versendet. Demzufolge betragen die Einnahmen 11782 fl. 27 kr. in Baarem, 20000 fl. in Effekten, in diese ist selbstverständlich mit einbezogcn der Kasse- und Effektenbcstcmd vom Jahre 1883—1684 bestehend in 4617 fl. 8 kr. in Baarem und fl. 18550 in Effekten. Der Effcktenstaud bildet zugleich das Fondsvermögen. Die Ausgaben beliefen sich auf 6263 fl. 65 kr., darunter 5753 fl. 42 kr. für 33 902 Gesammtportioneu an 165 Kostnehmer. Der Verein zählt 16 Vorstandsmitglieder, 3 Nechnungsrcvisorcn, 8 Mitglieder des VcrtheilnngS-Komite, 180 Mitglieder des Konnte zur Förderung der Leistungöfähigkeit, 785 Prager Mitglieder, die sich mit Jahresbeitragen von 2029 fl., 703 auswärtigen Mitglieder, die sich mit Jahresbeiträgen im Gesammtbetrage von 1746 fl. betheiligten, 81 Kultuögemeinden mit 639 fl. und 20 Vereine mit 63 fl., somit 1589 Parteien mit dem Betrage.von 4197 fl. * Weichenberg, 27. Oktober. Das Stadtverordneten-Kollegium beschloß in seiner gestrigen Sitzung, auf Antrag des Dr. Turnwald, eine Kundgebung gegen die Sprachenverordnung des Ministers Prazak und eine Petition an den Neichsrath um Abänderung des § 25 des Gesetzes über Gewerbegerichte. Am Schlüsse der Sitzung stellten Jantsch und Genossen an den Bürgermeister Dr׳. Schlicker eine Interpellation, in welcher cS heißt: Nachdem der Obmann-Stellvertreter des Dentschnationalen Vereins in Neichenberg, Dr. Scnncl, bei der letzten Wanderversammlung in Neundorf eine stark antisemitische Rede gehalten, Bürgermeister Di־. Schücker aber dieser Versammlung präsidirt hat, ja den Antrag stellte, dem Redner den Dank zu votircn, so richten die Interpellanten au den Herrn Bürgermeister die Anfrage, ob er cS mit den Pflichten seines Amtes, volle Objektivität zu wahren, vereinbarlich findet, daß er einer Rede, welche gegen eine ganze Klasse der Bevölkerung gerichtet ist und die antisemitischen Tendenzen unverhüllt zum Ausdrucke bringt, ostentativ Billigung gezollt habe. Di׳. Schlicker erklärte hierauf, daß er sich in diesem Punkte mit D1-. Jennel im Gegensatze befinde, er keine antisemitischen Tendenzen hege und man diesfalls vollständig beruhigt sein,, könne. Herr Bürgermeister Schlicker bekennt sich übrigens zum strammen Antisemitismus. Er erachtet es nur nicht für opportun, solches in seiner Eigenschaft als Bürgermeister zu gestehen. Als Privatmann aber, oder wo er nicht als Bürgermeister fungirt, da ist er der Antisemit vom reinsten Wasser. 0. Graz, 12. November. ES wird von hier gemeldet, daß die Gründung eines neuen akademischen Vereins so sehr die Mißbilligung der bereits bestehenden studentischen Vereinigung herausgesordert hat, daß dieser einen förmlichen Beschluß gefaßt, sämmtliche Mitglieder der neuen Verbindung zum Duelle zu fordern. Die Differenz zwischen den beiden Vereinen ist nämlich darin zu finden, daß der ältere ausgesprochener Maßen auf stramm antisemitischem Boden sich bewegt, während der jüngere nicht so vorurtheilsvoll ist. Der Rektor der Universität hat aber den hitzköpfigen antisemitischen Jüngern der Wissenschaft den Spaß verdorben, indem er sic mit Relegation bedrohte, falls sie jene Herausforderung zum Duell nicht znrückziehen. A. Prestbnrg, 12. November. Die von der hiesigen orthodox-israelitischen Kultusgemeinde gelegentlich der am 11. d. M. in Wien erfolgten Uebergabe der traditionellen Martinigänse entsandte Deputation, bestehend aus den Herren Joel Wolf, Hermann Pappenheiln und Lazar Gestettner, wurden Donnerstag am