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Jeschurun · 1886-10-13 · Heft 41-42 (13.10.1886) · p. 660

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 41-42 (13.10.1886)
Article
Amerika : New York [Nachricht]
Date
1886-10-13
Page
660 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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660 jüdische Zeitung", in amerikanisch-jndksch-russisch-dentscher Redeweise, natürlich mit hebräischen Lettern. Mit diesen Zeitungen sind noch Beiblätter ״Der jüdische Farmer" und ״Der jüdische Arbeiter" verbunden. Beide erscheinen allwöchentlich in staatlichem Format, werden sehr stark gelesen und vertreten im Allgemeinen das gesetzcstrene Judenthnm. Ich habe gerade die neueste Nummer der ״Gazette" erhalten und will deren Inhalt kurz skizzircn. Zwölf Seiten groß Folio wie die Kölnische Zeitung, Jahres-Abonnement drittehalb Dollar. Einzelnummer fünf Zent. Sie beginnt: ״Die heutige Nummer enthalt 12 Seiten." ״Kabel-Depeschen aus allen Weltthcilen" Dann Inländisches. Auf der andern Seite Jüdisches (Ausland). Dann einen Roman, Ncwyorker Nachrichten und endlich wiederum ״Kabel- Depeschen ans allen Weltthcilen." Das Interessanteste sind aber die Annoncen, deren die Zeitungen sehr viele bringen. A. Saks in Chikago eröffnet den Neigen mit seiner Haarscheitel-Fabrik, Jakob Luis folgt mit seinem Koscher-Boarding-House. R Aberlein שו״ב als Mohcl. Eine Haupt-General-Ageutur für Schifssgelegenheit, ein SchocheL empfiehlt Koscher-Geflügel, ein Schuster, ein Mocher Seforim, 2 Koscherfleischgeschäfte. Das Bcth-Hamidra-Hagadol in Chikago wegen Plätze für die Festtage. Tenllin und Mcsusoth, Eine ganze Anzahl Vereine annoncirt ihre Bethänser. Eszrogim und Lulawim-Annoncen 6n ^la?.8o. desgleichen Scfarinr und Taleßim. Herr E. Noscubaum׳ mit einer großen Annonce, welche also beginnt: גריל .ד' לי כעוזרי מייגע כשר דואדרסט מייגע קארנביף סמוק שמעקען זעהר כוט und natürlich daSdtonpluSnltra sind, so rechnet er ans die feinste Kundschaft n. s. w. und schließt endlich also: אוגד מיין פאסער האס מיד.לאםען לערעג יורה דע הלכות כשרות אויר מליחה הלכות בשר בחלב נון קעגב איתר אייך שאן דענקען ראם איחר בררכט קיינע בעסער :לאמין .פיר אייעד כשר וואררסס וויא בייא מיד. Ein ganzes Heer מוהלים מומחים empfiehlt seine Dienste. Dann folgen Empfehlungen von: מקוה כשרה,. Maaren der verschiedensten Art u. s. w. n. s. w. Ein buntes Bild des Lebens der großen russisch-polnischgalizischen Kolonie. I*. Newyork, 22. Septbr. Der älteste Kulturstaat des Ostens hat seine Gräber geöffnet, um die Hallen der Kunst im Neuesten des fernen Westens zu bereichern. Ost und West, Alterthum der Gegenwart, Nil und Atlantischer Ozean reichen sich in dem großen Museum zu Boston die Hände. Das letztere besitzt eine auserlesene Sammlung ägyptischer Alterthümer, welche kürzlich durch die Erwerbung der Niesensäule des alten Pharao, NamseS II., bereichert wurde. Unter der Negierung dieses ägyptischen Herrschers seufzten die Israeliten vor siebenundzwanzig Jahrhunderten. Er war eS, der die jüdischen Säuglinge von der Mutterbrust reißen und in den Fluchen des Nil ertranken ließ. Er war cS, welcher sie unter die Sklavenpeitsche stellte und zu Frohndiensten nöthigte. Er aber war eS auch, der die Allmacht und strafende Gerechtigkeit Gottes in seinem Geschicke gewahrte. Er war es, der die frevelhaften Worte, das Programm atter Tyrannen, wagte: Wer ist Gott, daß ich auf seinen Befehl achten sollte! Ich kenne keinen Gott über mir und meine Sklaven gebe ich nicht frei! Er war eS, der die frei« gelassenen Israeliten mit seinen Wagen nachsetzte und im Nöthen Meere seinen Untergang fand. Nun, da steht sein Denkmal, eine dreizehn Fuß hohe Säule, jetzt in Amerika, wo es keinen Tyrannen giebt und keine Sklaven. Seine Macht ist längst dahin. Was ist Aegypten heute, was sind die Acgyptcr? Ohnmächtig, kraftlos, Vasallen, ohne Kultur, ohne Bildung und Wissenschaft — wenn überhaupt die heutigen Bewohner des Nillandes wirklich von den alten Acgyptern stammen sollten. Die ehemaligen Sklaven Aegyptens leben in ihren Söhnen noch heute fort. Diese aber sind ein freies, kräftiges Geschlecht. Sie schauen zu dem stummen Koloß empor und preisen Gott, der sich in ihren und ihrer Ahnen Geschick als der allmächtige Herr und Regent der Welt, als der König der Könige offenbart hat und stets offenbart.-So empfangen Sie denn auch, geehrter Herr Redakteur, für die Brüder im Osten, welchen wiederum nicht einer, sondern viele Pharaonen in Europa erstanden sind, die herzlichsten 0(1>)ן20111'־כוה״ם. Möge die Erinnerung an die Vergangenheit sie über die Gegenwart trösten. DaS Ende der Unterdrücker der Ohnmächtigen, der Feinde Israels ist stets dasjenige des Pharao NamseS II. gewesen und wird es allezeit sein. * Nichmond (Virginia), September. ״Ein merkwürdiges Ercigniß traf, wie die ״Jcwish World" schreibt, am 12. d. M. die hiesige Synagoge während eines heftigen Sturmes, welcher mehrere Stunden wüthete. Der Regen goß in Strömen, Blitze zuckten, der Donner krachte, als um halb sechs Uhr Abends eine feurige Masse, anzuschcn wie ein Feuerball, durch die Luft wie vom Himmel herab fuhr, auf daS -Dach der Synagoge stürzte und den oberen Theil eines der Dachthürmc vollständig zerstörte. Die Giebeltrümmer stürzten vor die Synagoge nieder und bedeckten die Treppe, welche zum Eingänge des Gotteshauses führt. Das Getöse wurde in der ganzen Stadt vernommen. An anderen Stellen der Stadt hat sich kein ähnlicher Vorfall ereignet. Australien. * Die Insel Nest-Seeland soll, wie von versa-cedenen Seiten in Vorschlag gebracht wird, jüdischen Auswanderern aus Rußland und Rumänien zur An-

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