Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 41-42 (13.10.1886)
- Article
- Deutschland : Hamburg [Nachricht]
- Date
- 1886-10-13
- Page
- 658 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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658 an die Oeffcntlichkeit tritt. Ob Andere auch so ehrlich austreten, ob Andere nicht Bezeichnungen für sich in Anspruch nehmen, obgleich sie wissen, daß ihnen solche nicht znkommcn, das ist eine Frage, die die Wochenschrift selbst beantworten muß, nicht öffentlich, aber im geheimen stillen Kämmerlein. Sie wolle gefälligst sich auch bei nnserm Herrn Oberrabbincr Stern לי informiren, ob derselbe nicht Mitglied der freien Bereinigung ist, ebenso bei Herrn Oberrabbincr Lob לי in Altona, ob derselbe nicht ebenfalls der Vereinigung angchört, und ob es nicht auf einen Jrrthum des hiesigen Herrn Korrespondenten der Wochenschrift beruht, wenn derselbe das Gegentheil in Bezug auf Herrn Dr Lob berichtet, resp. ihm einen Ausspruch über die angebliche ״antijüdische Tendenz" der Vereinignng viadizirt. Doch genug. Die Gründung der ״Freien Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Jndcnthums" ist eine wahrhaft rettende That. Möge der Verein blühen und eine weithin mehrende Wirksamkeit entfalten! Die Wochenschrift wird in Wirklichkcit nicht schaden können. Dafür ist sie doch die bekannte ״Wochenschrift!" — *:j* Dresden, 10. Oktober. Die Verwaltung der hiesigen Gemeinde hat durch eine bedeutsame Entschlicßung den endgültigen Beweis erbracht, daß sie gesonnen ist, auf der abschüssigen Bahn der Reform unanfhaltsüm weiter zu schreiten. Sie hat mit der Wahruehmuug der rabbinatlichen Funktionen und der Leitung des Religionsunterrichts einen Zögling der ״Berliner Hochschule" interimistisch berufen. Die Berliner Hochschule, in welcher der Geist eines Abraham Geiger wohnt, ist die Pflanzstätte der extremsten Neförm, der Reform, welche offen mit den! ganzen überlieferten Jndenthiim bricht. Es ist 1‘omii klar, auf welchem Boden die hiesige Gemeinde als solche steht. Wer noch nicht ganz gleichgültig gegen das Judenthum geworden ist, wird vielleicht durch diese That der Verwaltung zur Besinnung kommen und inne werden, daß eS doch wohl an der Zeit sein möchte, sich cudlich zu ermannen, um für sich nud seine Kinder die Möglichkeit zu schaffen, in der Hauptftabt Sachsens als Inden fernerhin leben zu können. Vielleicht findet sich hier doch noch ein kleines Häuflein, welches der Mehrheit zürnst:' wir und unser Haus wollen dein Judenthmne treu bleiben und uns um die Kahne des einzigen Gottcsgesetzcs schaarcn. Oesterreich-Ungarn. J. 8. Sadagora, 30. September. Die ״Oesterr. Wochenschrift" berichtet: In der Nacht vom 29. auf den 30. d. M. sind die per pedes aus Noroschitza zur Bahnstation Czernowitz gegangenen Kaufteute Jäkel Schneberg und MoseS Sternberg aus Galizien in Alt-- Zeczka (ein Dorf zwischen Sadagora und Czernowitz), von Räubern überfallen, erstercr schwer und letzterer leicht verwundet, ihrer Sachen beraubt worden, und haben diese dem Umstand ihr Leben zu verdanken, daß ein Fuhrmann, der hcrannahte, die Räuberbande verscheuchte, ihre Opfer auf den Wagen lud und sie in Sadagora der k. k. Gendarmerie übergab. Des Morgens am 30. d. M. wurden beim k. k. Bezirksgerichte in Sadagora die Beschädigten mit der Thatbestandsanzeige zur Amtshandlung von der k. k. ׳ Gendarmerie übergeben, der Gerichtsarzt fand bei Schneberg drei schwere Kopfwunden und bei Stcrnberg eine leichte Stichwunde. Dem unermüdlichen Streben des im Ansforschen berühmt gewordenen Gendarmerie-Wacht- Meisters Smigclski ist es gelungen, die Räuber, Nikolai und Tcmaske Ukrainetz und Wasil Jtzkan, Söhne angesehener Grundwirthe in Alt-Zeczka, von denen man eine derartige Missethat nie geahnt hätte, zu erniren und dein Gerichte zu übergeben, allwo sie bereits ihre That c'mgestanden haben. Frankreich. * Paris, 2. Oktober. In der Nue de Flandre stießen dieser Tage Arbeiter, als sie die Erde aufgruben, um den Grundban für einige zu errichtende Neubauten ausznführen, auf die Neste uralter Grabsteine, die mit hebräischen Inschriften versehen waren. Offenbar hat sich an dieser Stelle vor der Austreibung der Juden im Jahre 1360 der Vegräbuißplatz der Pariser jüdischen Gemeinde befunden. (Jüd. Presse.) Italien. * Es wird von einem langwierigen Rechtsstreite gemeldet, der jetzt zur Erledigung gekommen ist. In Livorno verstarb vor etwa zwölf Jahren ein mehrfachcr Millionär ohne Kinder. Seine Erben waren seine Geschwister, von welchen er jedoch einen Bruder ausgeschlossen hatte. Unter Andern hatte er der jüdischen Gemeinde in Jerusalem. Hebron, Safed und Tibcrias zusammen ein Legat von 275 000 Lire vermacht, ferner 200 000 Lire zur Gründung einer Hochschule für Talmud- Wissenschaft in Jerusalem und 25 000 Lire zur Verthcilung an Arme in den erwähnten vier palüstinesischen Städten. Der enterbte Bruder focht das Testament an. Das kolossale Vermögen wurde bis zur ausgetragenen Sache in Sequester genommen. Jetzt nach zwölf Jahren soll der Streit unter den Erben durch Vergleich erledigt sein, so daß jetzt auch die erwähnten Legate flüssig werden. Rumänien. ... z. Bukarest, 4. Oktober. In die große Synagoge drangen in der Nacht auf שבת שובה Diebe ein und erbrachen die heilige Lade. Sie scheinen aber