Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 41-42 (13.10.1886)
- Article
- Von der Selbsterkenntniß zur Buße und Vergebung
- Date
- 1886-10-13
- Page
- 651 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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& 651 haben, an diesem Tage zum Ewigen, zum Geiste der ' Liebe und dcS Friedens, cmporzublicken? Würden wir nicht ermüden, wenn wir all die offenkundigen und verborgenen Mängel anszählen sollten, an denen die Menschheit, weil ihre Mitglieder keine Götter sind, krankt? ״ השיבנו י אבינו לתורתךFühre nnö zu Deiner Lehre, damit wir Deine Forderungen erkennen," וקרבנו מלבנו ״ לעבודתךnähere uns so den Einflüssen Deines GottesdicnstcS, um uns nicht nur einmal täglich an Dich zu mahnen,״ והחזידבד בתשובה שלימה לבניך ״bringe uns dann zur Buße, die Dir, nicht uns, vollkommen scheint;" lag uns nicht rufen ״ אחטא ואשובich will ..sündigen" und dann Buße thun!" laß uns dem Versöhnungstaae keine Zauberkraft bcimessen, indem wir uns täuschend sagen: אחטא ויו״ב מכפר ..Ich will sündigen, und der zehnte Tischri soll es sühnen!" Darf der Genesene in Hoffnung auf wicdermalige Heilung die Regeln der Gesundheit leichtsinnig außer Acht lassen? ״ סמכו דעה לתשובה ולבבו יבין ושב ורפא לוDem חונן הדעת, dem Gebete um Weisheit folgt השיבנו, die Bitte, Gott möchte uns zur Besserung gelangen lassen, wie die Schrift sagt: Wenn des Menschen Sinn erleuchtet wird, dann kehrt er wieder, er Lhut Buße, damit er wahrhaft geheilt sei!" Amen. האומר שובה הרוצה בתשובה ומוחל וסולח המרבה ״ לסלוחHast Du uns zugerufen: Kehre zurück! Hast Du Wohlgefallen gesunden au unserer Buße, dann wirst Du uns die Sünde erlassen und verzeihen, der Du viel vergiebst!" Nicht eher wagen wir, das סלה ומחל in unserer Tcphilla auszusprcchen, bevor wir den Ewigen nicht um Einsicht zur Buße augcfleht haben. Ohne Gottcsschnsucht, ohne Selbsterkenntniß keine Buße, ohne Sühne keine Versöhnung mit dem Ewigen. סלח לנו ״ אבינוSo verzeihe uns als unser Vater, < zu dem wir reuig nun von ihm nicht getrennt zu bleiben, zurückgekehrt sind", ״ בי חטאנוwir verschweigen es dir nicht, daß wir gesündigt, wir sind nicht zu stolz zu diesem Bekenntnisse, das die Vorbedingung der Sühne ausmacht", ״ מחל לנו מלבנוSo erlasse es uns, o König", ״ בי פשענוdenn uns erfüllt weiterhin das Bewußtsein, daß wir Dir abtrünnig geworden sind; cs soll uns vor Fehltritten schützen und wahren"; nicht unserer Würdigkeit wegen versöhnst Du Dich mit uns, sondern ״ כי מוהל ופולח אתחweil Vergebung der Sünden in deinem Wesen liegt. ״ סמנו תשובה לסליחהTäglich rufen wir zu dir empor ״ השיבנוbessere uns״ und ״ סלה לנוdann vergieb uns", damit sich das Wort an uns erfülle וישוב אל ה׳ וירחמהו ואל אקיבו בי ירבה ״ לסלוחkehrt der Mensch zum Allgütigen zurück, so findet..cr Erbarmen, zu seinem Richter, der viel verzeiht." Iß das 5'Wten auf dem Wege der Mndesgesehgckllüg מן!tntcrfap? Bon Alfred GnUlebeau und Ernst Heß in Bern, Professoren an der Thierarzeneischnle in Bern. Im April dieses Jahres wurde vom Zentral- Vorstande der schweizerischen Thicrschntzoereine dem eidgenössischen Departement des Innern eine Petition eingereicht mit der Bitte, es möchte auf dem ganzen Gebiete der Eidgenossenschaft das Tödtcn der Schlachtthicre in den öffentlichen Schlachthäusern und den Privatschlachtereien ohne vorgäugliche Betäubung der Schlachtthicre durch Schlag oder Schuß verboten werden. Da die Petition selbstverständlich das Schäch- Leu bekämpft, so giebt dieselbe zu folgenden Bemerkungen über diesen Punkt Anlaß. Die Angabe der Bittsteller, cs bestehe zwischen den Vertretern der Wissenschaft keine Einigkeit über die Frage, ob das Schächten qualvoller, als die andern Schlachtmcthodcn sei, ist eine Behauptung, die ans Mißverftändniß beruht. Die zahlreich abgegebenen Gutachten werden seit einer Reihe von Jahren gesammelt und gedruckt und sind daher leicht zugänglich. Nun sind allerdings die einen zu Gunsten, die andern zu Ungunstcn dcS SchächtcnS ausgefallen. Frägt man aber nach der Kompetenz der verschiedenen Autoren, die zur Feder gegriffen haben, so fällt ans, daß die Männer, deren volle Zuverlässigkeit in biologischen Fragen durch zahlreiche Arbeiten sich erwiesen hat, wir greifen unter den vielen bedeutenden Namen nur diejenigen von Virchow in Berlin, Fick in Würzbnrg, Chauveau in Lyon, Zanggcr heraus, sümmtlich die Ansicht vertreten, das Schächten sei nur scheinbar, nicht aber in Wirklichkeit eine Thicrquälerei. Im andern Lager treffen wir keine einzige in der Biologie maßgebende Persönlichkcit. Bei dieser Sachlage dürfen wir wohl sagen, daß die Wissenschaft in Wirklichkeit ihr Urtheil gesprochen hat, und zwar zu Gunsten des Schächtens. Unbestritten bleibt der Vorwurf, daß das Schächten für den müßigen Zuschauer bemühend und cfcffjafl sei. Für den gesitteten Menschen ist aber der Anblick aller Tödtungcn traurig und für ihn czistirt das Verlangen nach einer für den Zuschauer sich hübsch ausnehmenden Tödtnngsart nicht, denn dieser Akt wird sich niemals zu einem Schauspiel eignen. Wohlbcwußt ist in gut geordneten Gemcmdewcftn der Zutritt der Schlacht- Häuser den Spaziergängern untersagt, und es würde dieses Verbot auch nach der Unterdrückung deS Schachlens noch weiter in Kraft verbleiben müssen. Vor allen Dingen ist beim Schlachten die Gesundheit des Menschen