Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1886)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1886-09-29
- Page
- 611 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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611 פרקי אבות. Ilebersctzt mit) erläutert von Samson Nophael Hirsch. (NachdruL verboten) (Fortsetzung.) *)8. R. Elasar aus Berthota sagt: Gieb ihm von dem. was sein ist, denn du und was dein, sei sein. So ist von David gesagt: Von Dir ist Alles und von Deiner Hand haben wir Dir gegeben. Was du bist und was du hast, ist Gottes, denn Alles bist du nur und hast du nur von Ihm und durch Ihn. Der Gedanke sei dir stets gegenwärtig, dann wirst du in jedem Augenblicke opferfreudig bereit sein, dein ganzes Sein und alle deine geistigen und leiblichen Kräfte und Mittel der Erfüllung seines Willens bereit zu stellen, wirst dir nie auf dein Wirken und Spenden etwas zu Gute Lhun können, da du nichts leisten und nichts spenden kannst, wozu du nicht von Ihm die Kraft, von Ihm die Wlittel und Alles nur zu dem Zwecke erhalten Haft, damit die Erfüllung Seines Willens zu vollbringen. - **)9. R. Jaakob sagt: Wer aus dem Wege geht und lernt und unterbricht sein Lernen und sagt, wie schön ist dieser Baum, wie schön ist dieser Acker, dem rechnet man es an, als ob er sich an seiner Seele versündigt. משנתו seine Lehre, die Lehre, die sich mit ihm, mit der freien Gestaltung des menschlichen Lebens und aller seiner Beziehungen nach dem Willen seines Schöpfers und Herrn beschäftigt, verleiht dem Leben und der Entwickelung des Menschen eine Harmonie, Vollendung und sittliche Schönheit, vor welcher die sinnliche Schönheit der Natur weit in den Schatten zurücktritt. Bildet doch diese Lehre nichts als dir innigste Einheit der reichsten Mannigsaltigkeit der menschlichen Lebensbczichungen vermittelst der freien Durchdringung derselben mit dem göttlichen Geiste nach dem göttlichen Willen, eine Harmonie, die den höchsten Begriff der Schönheit verwirklicht. Wem nun, meint unsere Mischna, diese' höhere Schönheit der göttlichen Lehre nicht beim Lernen zum Bewußtsein kommt, so, daß er sich unterbricht, um die Schönheit der Natur zu bewundern, der ist, als hätte er sich an seiner Seele versündigt, oder vielmehr, als hätte er seine Seele verwirkt, denn eS ist in ihm nicht die allem Irdischen überragende Dignität und Schönheit einer bon Gottes Geist er- •4 דבי אל*עזד איש ביהותא אזמר• הן־^ו משל*ו שאתה ושל1!־ otaa וכן כדור הוא אומה«דהי״א ס׳ש י״ר> כי־ממד הבל1 ומידך נתנו א¬¬ , דכי יעקב אומר- המהל1!* ברדיד ושונה ומפסיק ממשנהו ואומר סה־נאה אידן זה מה־נאה גיר זה׳ מעדה עדיו הבהוב כאלו מתחייב כנפשו• leuchteten und geleiteten Menschenseele seiner Erkenntniß gekommen. *)10. N. Dostai, Sohn Januars, sagt im Namen des N. Melr: Wer ein Wort von seiner Lehre vergißt, dein rechnet eS die Schrift an als hätte er sich an seiner Seele versündigt, denn cs ist gesagt: nur hüte dich für dich und hüte deine Seele sehr, daß du die Thatsachen nicht vergissest, die deine Augen gesehen. Du dürftest meinen, selbst wenn ihm das Behalten seines Lernens zu schwer geworden, darum ist beigefügt: und daß sie nicht aus deinem Herzen weichen alle Tage deines Lebens, demnach versündigt er sich nur an seiner Seele, wenn er sich müßig hinsetzt und sie aus seinem Herzen entfernt. Was zunächst von der selbsterlebten Thatsache der GesetzeSosscnbaruug gesagt ist. Laß wir diese ewig unserm Innern gegenwärtig halten und sie nie unserm Bewußtsein entschwinden lassen sollen, das ist hier auch auf den Inhalt des gevffcnbarten Gesetzes angewandt und macht uns mit dem allererustesteu Ernst für jedes Wort verantwortlich, das wir aus Nachlässigkeit, Trägheit und Gleichgültigkeit von dem erlernten Inhalt des Gesetzes vergessen. (Fortsetzung folgt.) °) רבי:־וסתי כר יגי משם רבי מאיר אימי• כל־השובה דכד אחר ממשנתו מע^ה עליו הבהוב באל*ו מתוזיב כנפשו׳ שנאמר 'רכריב ד׳ ס׳) רק העומר דיך ויסמר נפשך ס ן ־תעבה את־ הדברים אשר־ראו עיניך וכר• Die fafclci mi ku! RchWtle. - Non Rabbiner Dr. E. PLeßner (Schluß.) Doch wollen wir Lurch Folgendes das Erscheinen Gottes als אל נקמות, als Gott, der das durch die Sünde verletzte Recht wieder aufrichtet*), in den wenigen Stellen der Heiligen Schrift, dem beschränkten Verstandcsvermögen etwas zugänglicher, begreiflicher und faßbarer machen: 1) ״Ein Weiser," sagt Seneca, **) ״straft nicht deswegen, weit man gesündigt Hai, sondern damit man nicht mehr sündigen möge." (Naschi, zu 5.B. M. Kap. 10, VerS 12.) 2) ״Das ganze Volk höre und fürchte sich, und frevle fürder nicht." (5. B. M. 17, 13.) 3) Mrimonidcs, Kap. 11 der Gesetze über ״Synhcdrin" 5 behauptet: ״Strenge gegen Volks- Verführer sei für die Mitwelt ein Akt der Barm- Herzigkeit." (Nach 5. G. M. 13,18.) *) S. Hirsch's Pentateuch zu Kap. 91- **) de ira Lib. 1, Cap. 16.