Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 37 (16.9.1886)
- Article
- Amerika [Nachricht]
- Date
- 1886-09-16
- Page
- 589 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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589 er jeden Einwanderer als nicht unter den Begriff assisted paupers fallend betrachtet, dessen Kapital in Gesundheit, Mnth, Hoffnung und Arbeitslust besteht. Die Ansicht dieses menschenfreundlichen wackern Beamten ist gewiß sehr richtig. Für die armen jüdischeu Einwanderer dürste cs aber am Besten sein, wenn ihre Glaubensgenossen ihnen freundlicher gesinnt wären, als cs im Allgemeinen den Anschein hat. Es verdient in dieser Hinsicht das Vorgehen der in Philadelphia bestehenden jüdischen Jmmigrationsgcsellschast rühmend erwähnt zu werden, welche sich der Armen sehr anzunchmcn scheint. Zugcstanden muß freilich im Allgemeinen werden, daß die amerikanischen׳ Inden wohl von den europäischen Inden einen Beitrag zu verlangen berechtigt wären, wenn sie sich der Ln Europa keine Heimstätte findenden Glaubensgenossen in ausgiebigster Weise annehmen würden. — Der vorhin genannte Philadclphier Verein hat kürzlich so!- genden Aufruf erlassen: ״Alle unsere Glaubensgenossen der Stadt und der Provinz, deren Freunde im Hasen von Philadelphia landen werden, mögen ihre Adressen sowie die Namen der zu erwartenden Freunde bei dem Beamten unserer Gesellschaft, Herrn Moses Klein, rechtzeitig schriftlich anzeigen, damit den Einwanderern beim Ankommcn keinerlei Unrecht und Leid zngefügt würde. Wir fordern zugleich Schneider, Schuhmacher, Uhrmacher, Zimmerlcute, Zigarrcnfabrikeu rc. hier sowohl wie in der Provinz auf. daß sie uns von Vakanzen in ihren Geschäften Kenntniß geben mögen, damit wir ihnen Arbeiter zuweisen können und dadurch den Beweis führen, daß die jüdischen Emigranten nicht nur Konsummten, sondern auch Produzenten sind, wenn man ihnen nur die Bruderhand in dem Geiste der Vorschrift reicht: ואהבתם את הגר. Aegypten. * Der in seinen Forschungen von Erfolgen begleitete Reisende Herr FliuderS Petrie hat in der entlcgenc« Region des Wüstensandes deS Sees Menyalch und der Moräste PelusiumS ״die Burg der jüdischen Tochter" ״El Kasrel Viut El Jahudi" entdeckt. Hier in dem traurigsten Winkel des nordöstlichen Delta ist der Palast des Pharao Hophra, des Ua-ah-Na der sechsundzwanzigsten egyptischen Dynastie, entdeckt worden- Unter seiner, in die Zeiten Ieremiah« und Zedekiahs fallenden Negierung kamen ungeachtet der warnenden Stimme des Propheten die Flüchtigen Judas nach der Babylonischen Eroberung, und mit ihnen Töchter dcS Königs Zedekiahs und der gewaltsam mitgesührtc Prophet Ieremiah, nach Egypten und suchten eine freundliche Aufnahme seitens dieses Pharao der sechsundzwanzigsten Dynastie nach. Diese ward ihnen auch in königlicher Huld gewährt. Den Königstöchtern ward unzweifelhaft ״das HauS Pharaos in TachpancheS" eingeräumt, welches seitdem zmn Gedächtnisse dieser jüdischen Flüchtlinge den noch heule die Ruinen der Baulichkeiten bezeichnenden Namen ״El Kasrel Biut el Jahudi" ״die Burg der jüdischen Tochter" trägt. Damals war die jetzt öde Gegend ein weiter fruchtbarer Weideplatz, dessen befestigter Mittelpunkt von Psammetich I erbaut worden war. Derselbe nahm einen Raum von 2000 Fuß Länge und l000 Fuß Breite ein und war von starken Mauern umgeben. Innerhalb der Festung befand sich der Palast, der wahrscheinlich den jüdischen Prinzessinnen zum Aufenthalt angewiesen wurde, deren Gcdächtniß würdiger Weise hier im Namen bewahrt worden ist. Man hätte viel eher erwartet, daß der Palast von Tachpancheß in Verbindung mit der Prophezeiung des Propheten Ieremiah in der Erinnerung der Nachwelt sortlebte. Denn innerhalb dieser Mauern war cS, daß dieser GottcSmann jene große prophetische Weissagung verkündete, die durch die Zerstörung des pharaonischcn Palastes, ׳welchen Nebukadnczar bis auf den Grund cinäschcrte, zur Wirklichkeit geworden ist. (Nach dem Jewish World.) Von Samuel Bert hold Nosncr. (Alle Rechte Vorbehalten.) (Fortsetzung.) Sechs Wochen schleppte sich die Krankheit NafaelS hin, und zwei Wochen nahm die Rekonvaleszenz in Anspruch. Erst nach Verlauf dieser Zeit konnte er vor den Assisen erscheinen, um über sich wegen Uebcrtretnng dcS Duellverbotes Recht und Unheil sprechen zu lassen. Unter den ErschwcrungSgründen stand obenan ein ärztlichcS Attest, welches besagte, daß die Verwundung Franz von Colmars die totale Lähmung des rechten Armes zur Folge hatte, wodurch die ganze militärische Karriere desselben vernichtet sei. Ueber die Ursache des Duells fehlte in dcn Gerichtsaktcn jede Andeutung, da beide Parteien jede diesbezügliche Auf- Närung hartnäckig verweigerten. Auch dieser Umstand richtete sich gegen Rasael und machte seinem Anwalt eine erfolgreiche Bertheidigung fast unmöglich; denn die Richter halten nur von dem heftigen, provozirenden Auftreten Rafaels, als des Verursachers deS Zweilampfes, Kenntniß, ohne gleichzeitig in Ermangelung der Motive in den Stand gesetzt zu sein, aus den obwaltenden Uniständen den Grad der Berechtigung einer so großen GemüthSerregnng ablekten zu können. Nasacl ließ sich durch alle Vorstellungen seines Anwalts