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Jeschurun · 1886-09-09 · Heft 36 (9.9.1886) · p. 570

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 36 (9.9.1886)
Article
Aus dem Treiben der "Misision"
Date
1886-09-09
Page
570 (sequence 2)
Language
German
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570 7 P.): die Damen Fitzjohn, L. 9. Varlee, Liudsay und 7 (3 g.) Gehülfen; 6. Boys* School (1010 Pfd. St. 12 Sh. 9P.): 4 (2 g.) Angestellte; 28) Jaffa (130 Psd. St. 16 Sh.): L. P. W cinberg; 29) Safet (526 Pfd. St. 16 Sh. 6 P.): A. L. Oczerct und 3 (2 g.) Gehülfen; 30) Damaskus (598 Pfd. St. 11 P.): C. P. Sherman und 4 (2 g.) Ge-Hülsen; 31) Mogador (Afrika) (N52 Pfd. St. 17 Sh. 7 P.): 9. B. Crigston-Ginsburg, T. E. Zerbib und 7 (5 g.) Ge- Hülsen; 32) Tunis (1328Psd. St. 15 Sh. 3P.): H. C. Reichardt und I I (2 g.) Gehülfen; 33) Abyssrniew (251 Pfd. St. 4 Sh. 3 P.): 9. M. Flad (siehe: Kornthal) 4 (g.) ciugedorene Gehülfen und 3 (g.) Lehrer; 34) und 35) Hamadan und Algier: vakant. Vielleicht theile ich demnächst Auszüge aus dm Rapporten dieser Missionäre mit. Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. Hannover, 6. September. Von achtungswerther Seite erhalten wir aus der Bukowina die folgende Zuschrift: ״Geehrter Herr Redakteur! Bezugnehmend auf den in Nr. 34 Ihrer geschätzten Zeitschrift erschienenen Bericht aus Rotterdam, worin der Korrespondent die Mitthcilung macht, daß Dr. Joseph Taubes aus Czcrnowitz sich in London von den Missionären hat taufen lassen, kann ich aufs Bestimmteste versichern, daß derselbe evangelischer Pastor in Amerika ist und seinen Verwandten in Czernowitz die Photographie einsandte, welche ihn in dieser neuen Würde darstellt. Diese Mittheilung wurde mir von mehreren seiner Freunde gemacht, welche die Photographie gesehen haben. 9ndem ich Sie ersuche, dieses in 9hrem geschätzten Blatte zu veröffentlichen rc. re. B. Hamburg, September. Es ist ein abgenutzter Knustgrifs, und die ihn anwenden, sind sich dessen sehr wohl bewußt, irgend eine pikante Nachricht in die Welt zu schleudern, um sie ein paar Tage darauf zu deinen- Irren. Man kann eben nicht dem Kitzel der Pikanterie widerstehen. Achnlich geht cs mit dem antiscnlitischcn Reiz. Die ״Krcnzzcitung", der Hort des AntisemitismuS, wird natürlich auch von hier aus von einem strammen, gcsinnungStrcuen, gewissenhaften antisemiti- (scheu Korrespondenten bedient. Nun ereignete sich vor vierzehn Tagen an einem Sonnabend, daß es au der Fondsbörse zu Handgreiflichkeiten kam. Der wackere Korrespondent sagt sich: Börsen, Fondshändler, Giftbäum, 9udcn sind völlig identische Begriffe; — setzt sich flugS nieder und schreibt seinen Herren in Berlin: 0״. Hamburg, 23. August. Ein bedeutender Tumult entstand am Sonnabend Mittag unter den jüdischen Fondshändlern an der hiesigen Fondsbörse. Während einige mit Stöcken und Regenschirmen'aufeinander losschlugen, rauften sich andere gegenseitig an den Haaren, wobei ein furchtbares Geschrei herrschte. Durch das Einschreiten des Kastellans und der Posten wurde der Tumult beseitigt. Die Angelegenheit liegt jetzt der Handelskammer zur Entscheidung vor. Dabei handelt es sich eventuell uni die zeitige Ausschließung der Rädelsführer vom Besuch der Börse." Da haben wir den Juden einmal wieder eins versetzt, spricht er, sich vergnügt die Hände reibend. Nun aber befand sich unter den ungezogenen Börsenbesuchern, welche exzedirten, nur ein 9ude, die andern waren — keine Juden. Da ist man natürlich wiederum höchst gewissenhaft und bringt diese kurze Notiz. Aber an den 9uden hat man doch sein Müthchen gekühlt. Nach diesem Rezept verfahren gewissenhafte Korrespondenten frommer Blätter. R Stettin, 6. September. In einer der letzten Nummern des ״Iejchnrun" reprodnzirten Sie aus der Wiener ״Abendpost" eine Notiz, die sich auf die Weiterbeförderung der österreichischen Auswanderer nach Amerika bezog. Diese Notiz entsprach in den Einzelheiten nicht ganz den thätsächlichcn Verhältnissen. Ich zögerte aus naheliegenden Gründen anfänglich, die Abweichungen zu rcktisiziren; da ich aber sehe, daß diese Notiz Ln ein anderes jüdisches Blatt übergegangen ist, entschließe ich mich dennoch dazu, um den Jrrthum nicht in noch weitere Kreise dringen zu lassen. In der Notiz heißt es beiläufig, Herr k. k. Konsul Meister sei vom jüdischen Kaufmanu Herrn Hermann Lehmann unterstützt worden rc. Alle Anerkennung für die Theilnahme, die der Herr Konsul armen, elenden Juden zu Thcil werden ließ, aber der angeführte Satz muß doch umgekehrt werden. — Herr Lehmann war es, der vom Herrn Konsul Meister in seinem LiebcSwcrke unterstützt wurde. Ich lasse einige trockene Daten folgen: Ende Februar kamen einige zwanzig jüdische Auswanderer aus Galizien hier an, um mit dem Schisse des ״Stettiner Lloyd" weiter zu fahren. Doch die Oder war noch festgefroren und die Leute, die von allen Mitte!!! entblößt waren, mußten nahezu 7 Wochen hier liegen bleiben. Während dieser Zeit versorgte sie Herr Lehmann in der einem Einzelnen möglichen ausgicbigen Weise mit allem Nothwendigen. Dann erfolgte das Falliment der Gesellschaft. Es verstrich fast keine Woche, in welcher nicht Gruppen von fünf, sechs oder neun Personen, ganze Familien und einzelne aus Rußland und Polen hier ankamen und hier verblieben, bis die von Herr Lehmann eingeleiteten Schritte wegen Umtausch der ungültigen Schifsskartcn zum Ziele geführt hatten, was zum mindesten 4 Wochen dauerte. Den Löwenantheil an all den Mühen und Opfern, die das

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