Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 36 (9.9.1886)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1886-09-09
- Page
- 564 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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564 Wege ist und sein Herz dem Müssigen einräumt, versündigt sich an seiner Seele. Die ruhigste, ungestörteste Muße hat der, der Nachts wach ist und nicht schlafen kann, so wie der, der allein auf dem Wege ist. Wer in solchen ruhigen Minuten, die er ernsten Gedanken und Erwägungen zuwenden könnte, sich frivolen, unnützen Gedanken hingiebt, der versündigt sich an seiner Seele, die er eines geistigen oder sittlichen GewinnsteS beraubt, den er hätte gewinnen können, und dasür all den Gefahren aussetzt, welche unnütze Gedanken leicht in ihrem Gefolge haben. *)6. R. Nechunja, Sohn •Hakana's sagt: Wer das Joch der תורה auf sich nimmt, von dem entfernt man das Joch der Herrschaft und das Joch des bürgerlichen Lebens. Wer aber das Joch der תורה abwirst, dem legt man das Joch der Herrschaft und des bürgerlichen Lebens auf. Der Jude hat eine doppelte Last zu tragen, die besondere Last, die ihm die LandeSherrschast auferlegt, weil sie ihn als Fremden in ihrem Lande betrachtet, und die Last, die er mit allen andern Menschen, gemeinfam trägt, die aus den natürlichen Verhältnissen des bürgerlichen Lebens folgt. Wer sich unter das Joch der תורה begiebt, wer sich mit seinem ganzen denkenden und schaffenden Leben in den Dienst der תורה stellt, den drücken alle diese Lasten nicht, er trägt sie freudig mit als Theil seiner von Gott ihm auserlegten Bestimmung. Wer aber den Gott schuldigen 1־!««^תורה wie ein Joch abwirft, der meint Wunder, wie frei er sich damit macht, und sicht nicht, wie damit alle anderen Lasten des politischen und bürgerlichen Lebens erst zu nicderdrückcnden Bürden werden, denen gegenüber ihm die Widerstandskraft fehlt, die nur der Dienst der תורה verleiht, und heiterer, nimmer zu trübender LebenSmuth, der nur im Dienste der תורה zu schöpfen ist. **)7. N. Chalafta, Sohn Doßa's, ans dem Dorfe Chananja, sagt: Wo Zehne sitzen und sich mit der תורה beschäftigen, da waltet Gottes Gegenwart unter ihnen, denn eS ist gesagt: Gott steht in einer Gotteögemeinde. Woher selbst wo fünf, denn eS ist gesagt: seinen Verein hat Er ans Erden gegründet. Woher selbst wo drei, denn eS ist gesagt: in der Mitte von Richtern richtet Er. Woher selbst wo zwei, denn cs ist gesagt: da besprechen sich Gottesfürchtige Einer mit dem Andern, und Gott merkte auf und °> רכי נבוניא בן הקנה אומר בל* המקבל1 עריו עול תורה מעבירין ממנו.עול מלבות ועור* דרך ארץ ובל הפורק ממנו עול* הורה נו הנין עליו עול* מלכות ועול* ייר אי*!• ••> רבי הייפהא בן רופא איש בפר הנניא אומר עשרה שיושבי ן ועוסקין בחורה שבינה שחיה ביני הב שנאבד אלדים נ עב בעדת אד• ומנין אפיל*ו המשה שנאמר ואגדתו ער ארץ יסדה -ומנין אפילו שלשה שנאמר בקוב א לריס יישפט• ובו'• hörte. Woher selbst wo einer, denn es ist gesagt: überall, wo Ich meinen Namen gedacht sein lasse, da komme ich zu dir und segne dich. Je zehn in jüdischem Sinne für rein jüdische Zwecke vereinigte jüdische Männer bilden eine Gemcinde und vertreten im Kleinen die große jüdische Gcsamnttheit. Wo solche zehn Männer vereinigt sich mit Erkenntniß der תורה und der von ihr gestellten Aufgaben beschäftigen, da ist eine עדת אל, da ist eine Gottcsgemcinde beisammen und da ist Gott, gegenwärtig, da, wie der zitirtc Satz lautet, ״ נצבsteht" Gott bereit, für ״seine" Gemeinde und deren Streben schützend und waltend, fördernd und helfend einzuschreiten, wie es von יעקב, der in jeder קהלתי .עקב fortlebt, heißt: והנה ד׳ גצב עליו. Und wo auch nur fünf in solchem Sinne für solche Zwecke vereinigt sind, da sind sic אגדתו, Gottes Verein, cs ist Gott, sein Wort, sein Witte, der sie vereinigt, und Er אל הארק יבדה, giebt ihrem Vereine Grund und Dauer, Halt und Festigkeit auf Erden. Und wenn drei sich bemühen, aus der Lehre den Maßstab der Wahrheit und des Rechts für die Ordnung der Mcnschenbeziehungen zu schöpfen und dieses Maß durch Richterspruch zur Geltung zu bringen, da ist Gott gegenwärtig und leitet ihr Forschen und Erkennen, auf daß ihr Ausspruch sein Ansspruch werde. Und wo auch nur zwei in Gottesfurcht sich mit dem Gottcswortc beschäftigen und die Erkenntniß seines Inhalts und seiner Anforderungen besprechen, da horcht Gott hin und läßt kein Wahrheit erstrebendes Wort unnütz verloren gehen. Und auch nur Einer, der allein für sich sitzt und sich mit der תורה beschäftigt, dem ist gesagt: überall, wo Ich die Nennung meines Namens veranlasse, wo eS nicht Menschen-Wahn. und Menschcn-Willkühr. nicht Aberwitz der Menschen ist, der sie treibt, meinen Namen zn nennen, sondern dir durch mich, durch mein Wort, meine Lehre, die Erfüllung meines Gebotes dich veranlaßt fühlst, meinen Namen auf Erden zn nennen, da komme ich zu dir und segne dich, segne dein Lernen, dein Wollen und Vollbringen. (Fortsetzung folgt.) Ztl'.kNnliiisse der llcfarm. Sie haben, geehrter Herr Redakteur, zu wiederholten Malen den überzeugenden Nachweis von der Hohlheit und Nichtigkeit der Phrasen geführt, mit welchen die Reformer das Volk blenden und zum Abfall von dem gesctzeSlreuen Judenthum zu verleiten suchen. Sie haben von einem geistigen Bankerott der