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Jeschurun · 1886-08-26 · Heft 34 (26.8.1886) · p. 541

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 34 (26.8.1886)
Article
Rußland : Rostow [Nachricht]
Date
1886-08-26
Page
541 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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folgenden Bedingungen: Die in der Stadt Immobilien besitzenden Juden erhalten eine Frist von drei Jahren, die übrigen Juden aber nur sechs Monate zur Ordnung ihrer Angelegenheiten und zum Verkaufe ihrer Immobilien. Es ist das ein äußerst harter Schlag für die zahlreiche jüdische Bevölkerung Rostows. Sehr wahrscheinlich ist aber zugleich, daß durch jene Maßregel der Handel Rostows, wenigstens zeitweilig, sehr stark leiden wird und die dänischen Kosaken, denen es endlich gelungen ist, die Mündung des Don ihrem Gebiete wieder einzuverleiben, werden viel zu thun haben, um das Emporium des Asow'schcn Meeres auf seiner jetzigen kommerziellen Höhe zu erhalten." * Tiflis. Dem ״Woschod" wird berichtet, Laß den Israeliten der Ausenthalt in Kaukasien sehr erschwert wird. Selbst die ausgedienten jüdischen Soldaten, welche zur Reserve zählen, werden ausgewiesen. * Minsk. Der ״Woschod" weist an der Hand statistischer Aufnahme nach, wie in den Jahren 1876 bis 1882 die Zahl der jüdischer Schüler des Gymnasiumö in steter Zunahme begriffen war. Seit dem Jahre 1883 aber begann der Judenhaß von Neuem gar üppig aufzuschießcn. Man will den jüdischen Kindern die Pforte der Wissenschaft verschließen und nimmt in den unteren Klassen keine auf. Dagegen kann der Uebertritt aus den obern Klassen der Realschulen in die Gymnasien nicht verwehrt werden. Es zählt deshalb das Gymnasium in Minsk noch immer 96 jüdische Schüler (gegen 143 des Jahres 1862). Amerika. W. Ncwyork, 10. August. Die orthodoxe Gescllschast ״Bcth-Hamidrasch Hagado! Leansche Ungarn" Hai in Anbetracht des dringenden Bedürfnisses, einen zuverlässigen, gelehrten und berühmten Rabbiner für die Leitung des Gemeinwesens und zur Belebung und Erweckung religiösen Geistes und Lebens zu gewinnen, Herrn Schalim Adler, Rabbiner in Szerende, zu ihrem Rabbiner gewählt. Ein Tclegraunn hat denselben von dieser Berufung in Kcnntniß gesetzt und man hofft allgemein auf dessen Annahme. Die Stelle wird mit 1000 Dollar Gehalt ausgcstattet. Der Berufene ist auf Lebenszeit angcstellt. L Chr'eago, im August. Hier tagte kürzlich der Ausschuß der -in St. Louis, Mo., ihren Sitz habenden ״Vereinigung der israelitischen Wohlthätigkeitsgesellschaften der Vereinigten Staaten." Dieselbe besteht jetzt aus 3l Gesellschaften und hat den Zweck, gemeinfamr Grundsätze für die Ausübung der Wohlthatigkeit auszuflellen und zu verbreiten. Auf das Allerentschicdenste muß mau aber dagegen Protest einlegen, was die vcrsümmclttn Herren in einer Resolution ausgesprochen haben: die aus Europa einwandernderr jütüschen Armen nnverweilt zurück zu transportiren. Um Gottes Barmherzigkeit willen! Das soll jüdische Wohlthätigkcit, 1VN גמילות und צדקה, sein? Wo sotten die ausgcplündertcn oder verzagten armen Glaubensgenossen hin, denen Amerikas sreier Boden als eine Statte der Erlösung von ihren heimathlichen Leiden dünkte, wenn die jüdischen Amerikaner ihnen die Bruderarme verschließen? Australien. * Melbourne. ES ist in dieser Zeitung schon mitgctheilt worden, daß sich hier eine Gesellschaft gebildet hat zur Beschaffung guter und zuverlässig hergestellter Mazoth. Diese Gesellschaft hat sich jetzt gehörig eintragen lassen und zählt etwa 700 Theilhaber. Sie beabsichtigt, ihre Wirksamkeit auf die weitern australischen Kolonien außzudehnen. ®tkttiitc Irrilngen. Von Samuel Berthold Nosner. (Me Rechte Vorbehalten.) (Fortsetzung.) ״Bitte, ersparen Sie sich die Mühe, ich weiß Alles... Herr Leo Feldstein hat mich von Allem in Kcnntniß gesetzt und ich bin in der Lage, voll zu ermessen, wie verwerflich es ist, einen an sich geringfügigen Anlaß, mit leichtsinniger Hinwegsetzung über die vitolstcu Interessen einer Familie, derartig aufzubauscheu, daß ein Duell bei den Haaren herbeigeschleppt wird, um nachträglich mit dem ritterlichen Abenteuer prahlen zn können. Wissen Sie, was Sie gethan haben?" — er sprang aufgeregt an Rafael heran — ״Sie haben mich kompromittirt. Sie haben :nein HauS in Verruf gebracht, Sie haben einen Skandal anfgewirbelt, in dessen Mittelpunkt Sie mich und meine Familie geschoben haben, Sic haben meine Stelhing in der Gesellschaft erschüttert — —" ״Aber, mein Herr," stammelte Rafael, blaß bis zu den zitternden Lippen, bedenken Sie, welche Schmach Ihnen angcthan wurde, Ihr Kind, Ihre Tochter wurde wie ein Rennpferd behandelt, auf ihre Sittenlosigkeit gewettet." ״Ich sagte Ihnen schon," schrie Doktor Friede, ״daß nur ein phantastischer Narr, wie Sie, die harmlose Sache so tendenziös erblickt, kein Mensch hätte davon zu wisscn gebraucht, wenn Sie der Teufel nicht dazwischen bringt und ein thörichter Kitzel sie nicht haranguirt, die Gelegenheit aufzugrcisen, um in einem Ehrenhandel zu debutiren. Wenn'S nur nicht dabei um meine Haut gegangen wäre!"

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