Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 33 (19.8.1886)
- Article
- Marokko [Nachricht]
- Date
- 1886-08-19
- Page
- 525 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ל525 stürzte die Menge sich nach dem Mellah, um'denselben zu plündern und die Inden zu morden. Dank dem Dazwischentrcten der Behörden hatte dieser Aufruhr keine ernstlichen Folgen. Palästina. * Uebcr Ausgrabungen, welche die Dominikaner ans einem von ihnen neu erworbenen Gebiete bei Jerusalem gemacht haben, ungefähr dreihundert Meter von dem Thorc von Damascus, wird berichtet: Sechs Meter unter dem heutigen Boden stießen die Arbeiter auf unterirdische Gewölbe von beträchtlicher Ausdehnung, deren Mauern höchst sorgfältig aufgebaut sind. In kurzer Entfernung davon stieß man auf die Unterbauten ,einer Kapelle, vor deren Eingang ein mit einer langen Inschrift bedeckter Grabstein ausgestellt war. Ehe man daran gedacht, von der Inschrift Kcnntniß zu nehmen, war er schon gestohlen; über seinen Verbleib hat man nichts in Erfahrung bringen können. Ungefähr in der Mitte der Besitzung wurde bei den Ausgrabungen ein großes und wohlcrhaltcneö Mosaik bloßgelcgt, von welchem man mit Rücksicht barauf, daß ringsherum die Trümmer großer Säulen ausgefundcn wurden, aunehmen kann, daß cs einst den Boden der großen Basilika schmückte, die im fünften Jahrhundert von Eudvpa zu Ehren des heiligen Stephanus erbaut worden ist. Noch bedcutendcr vielleicht ist die Entdeckung, die von den Donlinikancrn an den Grenzen ihres Gebietes gemacht wurde; als man die Erde anshob, um für die Grcnzmauer die Fundamente zu legen, bemerkten die Arbeiter plötzlich, wie der Boden unter ihren Fußen nachgab; einer von ihnen wurde sogar in die Tiefe mit hinabgcrisscn. Bei näherer Nachforschung fand man einen großen und schönen Saat; der Felsen ringsum ist in einfacher Weise verziert, etwaige Mängel des FeljenS sind durch schönes Mauerwerk ausgeglichen. Zwei der Mauern enthalten je zwei große Thurm, durch welche der Zugang zu vier gleich großen Grabkammern vermittelt wird. Zn beiden Seiten dieser Grabkammern war ein Lager für je einen Tobten angebracht, im Hintergründe eines, welches für zwei Tobte diente. Im Hintergründe des großen Saales beginnt eine zweite Höhle von ziemlicher Ausdchmmg, welche drei gewaltige Sarkophage mit den Deckeln enthielt. Man vermnthet, daß hier Helene, Königin von Adiabene, nebst ihren Söhnen begraben worden ist. Die Zahl der Gebeine, die in diesen Zimmern gefunden worden sind, soll groß sein. In der Mitte des großen SaalcS fanden die Arbeiter noch in einem speziell gearbeiteten Loche eine Art von langer Kassette ans Metall, die mit Kindern, die Guirlanden in die Höhe halten, verziert war. Leider ist nicht die geringste Inschrift initgcfunden worden, die über die Zeit und die Bestimmung dieser Grabgewölbe genaue׳ Auskunft gegeben hätte. Amerika. K. Newyork, August. Das die Nesormhclden׳ im Grunde ihres Herzens doch an der eigenen Sache׳ verzweifeln, dafür treten von Zeit zu Zeit doch eigenej Zeugen auf. Da haben wir in St. Louis den famosen Sonnenschein, der, um als vorsichtiger Mann gedeckt zu fein, falls das morsche Gebäude der Reform, znsammcnbrcchen sollte, cs bei Zeiten versucht, mit demunitarischcn Chiistcnthnm Fühlung zu unterhalten; als dessen Priester er zu fungiren beabsichtigt, falls seine Gemeinde seiner Reform überdrüssig werden sollte. ESunterliegt wohl keinem Zweifel, daß, wie dieser Sonnenschein, noch manche andere ״begeisterte Rabbis״ denken und deshalb sich mit den Unitaricrn und. anderen christ-- Uchcn Sekten gut verhalten, in deren Kirchen auShülsSweise predigen und von deren Geistlichen sich in. der Synagoge vertreten lassen. Nomina, saut odiosa, ich meine dieses buchstäblich. Für heute will ich Ihnen: mm keinen Geringeren als den großen Hailpt-Neform-. anführer, den klugen Isaak M. Wise, als Zeugen für die Eingangs erwähnte Thatsachc vorstcttm. Freilich hat Wise für sich selbst nichts zu fürchten. Er hat sich in Cincinnati ein sicheres Heim zu gründen vcr-. standen, wclcheS ans drei wohlversorgten, mit allem Kon,fort anSgestatlcten Räumen besteht: dem Nabbittat, dem Direktorat der Ncfornuabbincrsabrik, dem Redaktionssesscl des größten und sehr einträglichen Journals der Reform. Er empfiehlt deshalb sein Rezept: ״Minhag-Amcrika". allen Kollegen, weil cS ihm ge- Holsen hat. Nun, darin irrt er sich freilich. Was er aber sonst über die Reformlollegen in der deutschen Ausgabe seines Journals vom 30. Juli schreibt, verdient doch alle Beachtung und gilt nach meinem Dafür׳ halten als ein sehr gewichtiges Zcngniß für die innere Hohlheit der Reform. Er schreibt nämlich: Unser New-Uorkcr Berichterstatter spielt immer und wieder darauf an, daß der Tcmpcl Ecke der 63. Str. und Lcxington Ave. am Sonnabend schlecht besetzt ist, und schiebt das immer aus Ur. Kohlcr. Das ist aber ein Jrrthum, da andere Tcmpcl (u!> town) mit Ausnahme des Kohut'schcu auch nicht überfüllt sind, und Dr. Köhler einer der besten Kanzelrcdncr im Lande ist. Nun ist noch in Erwägung zu ziehen, daß außerhalb New-Iork verschiedene große Tcmpcl mit ausgezeichneten Kanzlcrrcdneru auch nicht sehr stark am Sabbath׳ morgen besucht werden. Der Fehler liegt anderswo. Viele der Herren Mitglieder sind von Natur oder Gewohnheit indifferent und indolent, während andere eine GcschäflSstuude höher, anschlagen als eine Andachtsstunde und im Allgemeinen sehr viel Ge»