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Jeschurun · 1886-08-19 · Heft 33 (19.8.1886) · p. 524

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 33 (19.8.1886)
Article
Österreich-Ungarn : Wien [Nachricht]
Date
1886-08-19
Page
524 (sequence 2)
Language
German
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524< Mhrnng fromm und bieder ad majorei» veritatis -׳!oriam mit der Sicherheit eines auf feine Zahlen sich stützenden Statistikers groß gedruckt, von den 500 Besitzern der gatizischen Pctroleumgruben seien keine 5 Christen. Diese Lüge ist von den! Altäre des ״Vaterland" weit hinaus ins Reich und über dessen Grenzen hinaus gedrungen. Nun aber ist im Reichsrathe von einem gatizischen Abgeordneten konstatirt worden, daß unter den 500 Petrolcunigruben-Besitzern Galiziens höchstens 5 oder 6 Israeliten sind. Das ganze Märchen von den jüdisch-galizischen Oelmagnaten und deren schamlosem Ausbeutungssystem zerfließt dem nach in eilet Dunst. * Aus Mähren. Ucber ״Die Juden in Mähren" werden in der ״Oesterreich. Wochenschrift" folgende bemerkenSwerthe Daten veröffentlicht: ״Sehr mangelhaft sind die Daten über die EiuwandcrungSzeit der Juden nach Mähren und Schlesien. Nur die Grabsteine in den älteren Jndeugemeinden, insbesondere der Städte Proßnitz. NicolSburg, BoSkowitz legen Zeugniß ab, daß schon im elften Jahrhundert in diesen Städten Juden wohnhaft waren. Im Jahre 1815 wurde auf dem Gottesacker zu Voekowitz ein Grabstein gefunden, dessen Inschrift bezeugte, cs sei dies die Ruhestätte AdelinS, des Sohnes Schmncl's, welcher den fünften Tag des Monats Nissan im Jahre 4829 (1059) gestorben, daher ein Anhaltspunkt, daß im elften JahrhnnderS in BoSkowitz schon Inden waren. Biele Gemeinden Mährens wurden von den Kreuzfahrern geplündert, viele Inden sind in derselben Zeit zur Taufe gezwungen worden, und Herzog Swatopluk legte sich ins Mittel, um dieser Gewaltthätigkeit ein Ende zu machen. Im Jahre 1103 wurden viele Juden gefangen und hingerichtet, indem der Verdacht gehegt wurde, sie hätten die Brunnen vergiftet. — Die Juden in Mähren erhielten im Jahre 1268 vom König Ottokar zu Brünn einen Freibrief Liber sententiarura Primislai Ottocari, jedoch wurde denselben zur Aufgabe gemacht, durch ihre Kleidung von den Christen sich zu unterscheiden. — Conrad Bischof zu Ol mutz erhielt im Jahre 1322 von dem Könige eine handschriftliche Brwitligung. in den vier bischöflichen Städten Kremsicr, Muglitz, W'.schau unb Zwittan unam familiam judeain halten zu dürfen, und standen diese unter der unmittelbaren Gerichtsbarkeit des Bischofs. — Zwei Jahre hierauf wurde ein besonderer Jndencid für NcchLSfällc vom König Johann dem Weisen formulirt. — Im Jahre 1333 wurde in dem Befrciungöbriefe der Stadt Brünn (de dato l'armac in die bcati apostoli jMathci) bestimmt, daß die dortigen Inden zu den Unkosten der Stadtmauern uud zu den Ausbesserungen der Gräben den vierten Theil beitragen sollten. — Benno Bischof von Olmütz schrieb 1348 über die Unterdrückung und Br- Wucherung der Juden durch die Christen an den Papst' Gregor einen Klagebrief, verlangte jedoch von Seiner Heiligkeit vergeblich Äbhülft. — Laut der Urkunde Albrechts, 1426, wurden die Juden anS Znaim und Jglau vertrieben, ebenso wie König Ladislaus den Bürgern von Brünn, Jglau und Znaim erlaubte, die Juden aus diesen Städten zu verbannen und die Hauser und Grundstücke derselben gegen Entrichtung der bisher von den jüdischen Besitzern geleisteten Abgaben zu bchalten. — ■3m Jahre 1791 waren laut einer gepflogenen Volkszählung in Brünn 15 und in den Vorstädten 30 Juden wohnhaft. Häufiger waren dieselben in den kleinen Städten, Dörfern und im Flachlande ansässig. Italien. * Nom. Durch die Dcmoliruug des Ghetto ist auch das jüdische Hospital niedcrgelegt worden. Seine Majestät der König hat der israelitischen Gemcindc darum das ehemalige Kloster St. Barthclemy geschenkt, weiches zum Hospital eingerichtet werden soll. Rumänien. ... z. Bukarest, 16. August. Vor einigen Wochen traf, wie dem ״Hajoez" berichtet wird, in Fontschia der Präfekt ein. Seine erste Handlung war, daß er sämmtlichen Vorstehern dcü Bezirks den Besch! crtheilte, dafür Sorge zu tragen, daß bis zum Oktober d. I. in den Dorfschastcn kein einziger Jude mehr anzutreffen sei. — Die hiesige ״Historische Gesellschaft" hat eine Kone- Mission eingesetzt zur Erforschung der Grabinschriften des jüdischen Friedhofes, auf welchem die Leichenstcine thcilweise eingesunken sind. Diese Kommission hat eben erst ihre Arbeit begonnen. Der älteste der bis jetzt ermittelten Steine trägt das Datum ת׳מ׳ה׳. ES sind also die Inden mindestens seit 200 Jahren hier ansässig, und dennoch sollen sie Fremde sein! Marokko. * Der ״All. Jsr. Univ." wird berichtet, daß die Agitationen gegen die Inden in Fez sich fast gelegt haben. Doch noch immer versuchen eS exaltirte Männer von Zeit zu Zeit, das Volk gegen die Inden aufzm wiegeln, mid die Furcht vor neuen Unruhen hat mehrere der hervorragenden Familien von Fez veranlaßt, die Stadt zu verlassen. Man meldet neue, im Innern gegen die Juden begangene Gcwaltthaten. Am l3. Jjar wurde der 20jährige Isaak MarhLlö an den Thoren von Debdon «mgebracht. Um dieselbe Zeit wurde eine aus Fez kommende Karawane von Arabern äugefallen, welche die den Juden gehörigen Waaren fortschleppten und Abraham Hamouk mordeten, der 35 Jahre alt und Familienvater war. Bei Gelegenheit eines Streites zwischen einem Araber׳ und einem Juden

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