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Jeschurun · 1886-07-15 · Heft 28 (15.7.1886) · p. 445

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 28 (15.7.1886)
Article
Holland : Amsterdam [Nachricht]
Date
1886-07-15
Page
445 (sequence 2)
Language
German
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445 i seine Wähler ehrend ist." — Herr Baron George Rosenthal hat, angeregt durch den überaus günstigen Rapport deö städtischen Kleinkinder-Bcwahrschulcu - Inspektors über die Bcwahrschule der hiesigen hochdeutschen Gemeinde und in Anbetracht, daß diese bereits überfüllt ist, einen Platz von zirka 1550 Quadrat- Meter angetanst, um ans demselben eine Bcwahrschule nebst Spiclgartcn sür 250 Kinder aus eigenen Mitteln zu errichten. Diese Schule wird, wie die genannte Musteranstalt, nach den jüdischen GesetzcSvorschristcn geleitet werden, und .für ihren Unterhalt wird der edle Stifter ein genügendes Kapital zur Verfügung stellen. w Amsterdam, 11. Juli. Bekanntlich hat unser kleines Land keinen Mangel an jüdischen und sogenannt jüdischen Zeitschriften; wir besitzen deren neun. Wie nun ein Gerücht, für daö ich aber ausdrücklich jede Bürgschaft ablehne, wissen will, steht die Verschmelzung des ״Nienw Israel. Weekblad"mit einen! anderen hiesigen ״unabhängigen" Organ bevor, so daß wir ״nur" noch acht behielten, Noch mehr als zu viel. — Bei dieser Gelegenheit gestalten Sie mir wohl eine kleine Exkursion in das Gebiet der Exegese, wenn dieselbe auch einige Wochen post festum kommt. Ich meine nämlich, wenn wir den seligen Korach als den Typus aller Derer betrachten, die unter der vorgeblichcn Vertretung der allgemeinen Interessen nur die Förderung ihrer selbstsüchtigen Ziele erstreben, daß dann die Worte ובני קרה לא מתו auch in einem anderen als den! gewöhnlichen Sinuc eine Wahrheit sind. *II* LeeuwardtM, 11. Juli 1886. Bei der heutigen Versammlung der Vorsteher der israelitischen Gemeinden der Provinz Fricöland wurde der Herr L. Wagenaar, Snbdircktor des Rabbiner- und Lehrerscmiuars in Amsterdam, zum Oberrabbmer dieser Provinz erwählt. Wir dürfen uns zu dieser Wahl beglückwünschen, da Herr Wagenaar, sowohl was seine streng׳- jüdische Richtung, als auch seine Fähigkeiten betrifft, allen Anfordernngen entspricht. Möge cs ihm vcrgönnt sein, recht lange zum Nutz und Frommen unserer Provinz seines neuen Amtes zu walten. — Es hatten 32 Stimmen zu wählen und zwar Lceuwardcu l6, Bolöward 2, Gorredijk 3, Sncek 3, Harlingen 3, Lcmmcr 3, Hcerevecn 2; davon sind 30 Stimmen abgegeben worden. Frankreich. %* Paris, 12. Juli. Ans den Wunsch des Herrn Di׳■, med. Klein, des jüngsten Mitgliedes des Konsistoriums, hat der Vorsitzende dieses Kollegiums, Herr Baron Gustave de Rothschild, die Verbesserung der hiesigen Schechitaverhältnisse bereits in mehre!cn Sitzungen ans die Tagesordnung gebracht und warm befürwortet. Bekanntlich haben die GesetzeStrencn hier seit längerer Zeit unter Aufsicht des Herrn Rabbiner׳ Weiskopf, mit Bewilligung des Konsistoriums, einen ׳ eigenen strengeren Service der Schcchita auf dem: städtischen adattoir de la vilette eingcführt und eine eigene Schlachtbank mit großen pekuniären Opfern erhalten. Es sott nun das Ziel erreicht werden, daß.״- alles Fleisch, welches in Paris unter Garantie des: Nabbinats sür koscher verkauft wird, wirklich dieses Prädikat verdient. Es ist dies eine Nicsenaufgabe und würdig der Initiative des Herrn Dr. Klei!!, des Sohnes! des Grand - Rabbiner Rabbi Schelomoh Klein ז״ל. Man hat vorläufig noch nicht gewagt, an den schwierig« sten Theil der Lösung dieser Frage hinanzntreten undzu untersuchen, ob die Inhaber der zahlreichen Fleisch- Handlungen und deren vom Nabbinat angestellten Inspckroren das in sic gesetzte Vertrauen rechtfertigen... Man hat nicht ein Mal bis jetzt angefangensich zu?! fragen, ob man die bisherigen Schochlim etwa durch andere tüchtigere und vertrauenswürdigere ersetzen müßte. Wohl aber ist ein erster wichtiger Schritt׳ gemacht.׳ Das Konsistorium hat beschlossen, einen tüchtigen Auf-׳- scher des SchechitawcscnS auf dem städtischen abattoir anznstellen. Es hängt jetzt zunächst Alles davon ab, einen Mann zu finden, der dieser schwierigen Aufgabe ׳ gewachsen ist. Wir wollen hoffen, daß cs Herrn Dr, Klein, der vom Herrn Grand Nabbin de Paris, von׳ dem Präsidenten Herrn Baron von Rothschild, dem! Vizepräsidenten . Herrn Michel Erlanger und seinen : übrigen Kollegen dabei energisch irulerstützt wird, gelingen wird, die richtige Wahl zu treffen. Rußland. * Kiew, 3. Juli. In AnSführnug der bezüglieh der Juden beschlossenen Maßnahmen hat, wie der׳ ״Kicwlaniu" mittheilt, das Shitomirsche Krciögericht die örtlichen Notare beauftragt, binnen zwei Monaten׳ alle in ihren Komtoren dienenden' Juden zu entlassen. * Dolhinow. Der MinSkij Listok" berichtet ans diesem im Kreise Wileika, Gouverncruent Wilna, liegenden Orte, daß daselbst am 12./24. Juni ein Judenmorden stattgehabt hat, bei welchem 23 Inden schwer verwundet und 9 gctödtct worden sind. Der ״Knrjer Poranny" schreibt darüber, daß bereits vor mehreren: Wochen der zwölfjährige Sohn des Bauern Krasowtschik, welcher den Vater zum Markte begleitet hatte, in diesem Orte plötzlich verschwunden sei. Man fand den unglücklichen Knaben eine Woche später in dem Dohilower Walde an einem Bannre hängend und mit ׳ mehr als hundert Wunden bedeckt. Die Untersuchung, über diesen Fall wurde cisrig geführt, führte aber zn keinen! Resultate. Im Volke aber wurde das Gerücht ׳ kolportirt, die Juden hätten den Mord vollführt, um-׳ sich das für religiöse Zwecke nothwendige- Christenblnt

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