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Jeschurun · 1886-07-15 · Heft 28 (15.7.1886) · p. 435

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 28 (15.7.1886)
Article
Pirqe avot
Date
1886-07-15
Page
435 (sequence 2)
Language
German
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Jedes dieser drei Dinge reicht für sich allein hin, einen Menschen, der sonst fähig gewesen, eine Stelle in der Welt pflichtgemäß auszufüllen, um diese Lebensstellung zn bringen; ein böses Auge, das seines Lebens nicht froh wird, wenn eS das Gedeihen Anderer sieht, eine sinnliche Leidenschaft, die der Mensch zur Herrschaft über sich hat kommen lassen, Menschenhaß, der die Menschen verachtet, nur das ihnen anhaftende Böse kennt und das Gute gänzlich übersieht, von dem trotzdem wohl keiner völlig leer ansgeht. Es ist ein schöner Ausdruck, mit welchem die Weisen die Menschen all׳ gemein bezeichnen, wenn sie deren Liebe empfehlen und vor Gehässigkeiten gegen sie warnen.;בדיור nennen sie dieselben, Gottes Geschöpfe, und umfassen mit diesem Ausdruck ausnahmslos alle Menschen, indem damit zugleich das Motiv hervorgehoben ist, ans welchem die Forderung allgemeiner Menschenliebe stießt. Wir haben in Jedem, wer er auch sei und wie er auch sei, das Geschöpf Gottes zu achten und um unseres gemeinschaftlichen Schöpfers willen Keinem unsere Liebe zu versagen. *)12. Rabbi Joßi sagt: ES sei das Vermögen deines Nächsten dir so theuer wie das deinige, bestimme dich selbst הורה zu lernen, denn sie ist dir keine Erbschaft, und Alles, was du thust, geschehe, um Gott zu ehren. Drei Lehren, die geeignet sind, nnserm Verhalten zum Nebcumenschen, zur min, und unferm ganzen übrigen Leben die Richtung auf das Wahre und Gute zu geben und zu sichern. Wie wir auf die Erhaltung und Vermehrung des eigenen Vermögens Bedacht nehmen, so soll auch der Vermögensstand des Nächsten nicht nur von uns nicht beneidet werden, nicht nur uns nicht gleichgültig sein, wir sollen uns freuen, wenn es dem Nächsten gut geht, sollen nicht muffig bleiben, wo wir ihn vor Schaden bewahren können und uns freuen, wenn wir im Stande sind, ihm einen Dorthcil zuznwenden. Wenn wir auch das Glück haben, von Eltern und in einer Umgebung geboren und erzogen zu sein, unter deren Einstich Kenntniß der min und ein ihren Anforderungen gemäßes Leben nicht fremd geblieben, so sollen wir doch nicht vergessen, daß, von welcher unendlichen Wichtigkeit auch dieses Aneignen der min in Wissen und Leben aus Lehre und Beispiel des Elternhauses auch ist, diese uns überkommene Erbschaft der min doch nicht unsere Aufgabe für dieselbe erschöpft. Wir dürfen uns wohl mit dem etwa von Eltern ererbten'Vermögen begnügen und brauchen, wenn auch aus dessen Erhaltung, jedoch aus dessen Vermehrung durch eigenen Erwerb nicht #> רפי יוסי אומר יהי ממון חברך חביב עלזיר כש^ך והתקן עצמך iwSS הורה שאינה ירשה?1ך וכל1 מעשיך יהיו ל*שם שמים• bedacht zu sein. Allein bei dem, was uns aus Eltern- Erziehung und Leitung von min-Wissen überkommen ist, dürfen wir nimmer stehen bleiben. Wir haben die lebenslängliche Aufgabe, im Gebiete der nimmer zu erschöpfenden mm-Wissenschaft sortzuschreiten, und je reicher der Grundstock der mm-Erkenntniß ist, den wir so glücklich waren, ans dem Elternhause in das eigene selbständige Leben mit hinüberzunehmen, um so höher wächst uns die Psticht, auf diesem Grund weiter zu bauen und mit eigener Anstrebung und Dahingebung unserer ganzen Geisteskraft unfern Antheil an dem ewigen Geistesschatz der mm zu mehren. Von selbst, ja um so mehr liegt aber darin zugleich die Mahnung für den, der nicht so glücklich war, viel oder auch mir etwas von mm-Kenutniß aus Eltern- Händen empfangen zu haben, mm עצמך ללמוד ]pnn, sich selbst in Erziehung, Anleitung und Bestimmung für das Lernen des mm zu nehmen. Denn mm ist der ganz allgemein geistige Nationalschatz, an welchem jeder Jude nach seinen Fähigkeiten Antheil zu nehmen berufen und verpflichtet ist, und wer dazu in der Kindheit angeleitet zu werden nicht so glücklich war, der hat als Jüngling und Mann das Versäumte selbst nachzuholen, שאינה ירושה לך, denn wir sind mit unserer Bestimmung für die mm nicht lediglich auf die Erbschaft aus dem Vaterhause angewiesen. וכל מעשיך יהיו לשם שמים Alles, was wir thun. soll לשם שמים geschehen. Nicht nur verliert selbst das Gute, das wir thun, einen großen Theil seines Wcrthes, wenn wir es nicht lediglich aus reinem, Gott zngewandten Pflichtgefühl auSüben, wenn uns dabei irgend ein anderes Interesse, eine Rücksicht auf Vortheil, Ehre rc. rc. leitet, sondern selbst unser ganz gewöhnliches Leben, auch das zunächst aus Selbsterhaltung und Pflege unseres leiblich sinnlichen Wesens und Seins gerichtet ist, kann und soll durch die dabei ünS leitende Pflicht-Absicht über gemein Sinnliches und Selbstsüchtiges in den Kreis sittlicher Vollbringungen gehoben und Gott dienender Pflichterfüllungen zngewandt werden, damit werden alle unsere Lebenswege dem pflichtgemäßen Reinen und Guten erhalten bleiben. בכל דרכיך דעהו, heißt cs (Prov. 3, 6) והוא יישר ארהתך, bei allen deinen Wegen habe deinen Sinn auf Gott gerichtet, der wird deine Pfade znm Rechten lenken. (Fortsetzung folgt.) Das Schreiben am Sabbalh. Von Rabbiner vr. Joseph Gugenheimer in Kollin. (Fortsetzung.) Von gleichem Kaliber ist der zweite vom ״ungarischen Rabbiner" angeführte Grund, der darin be-

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