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Jeschurun · 1886-06-24 · Heft 25 (24.6.1886) · p. 390

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 25 (24.6.1886)
Article
Aus der Amsterdamer Gemeinde
Date
1886-06-24
Page
390 (sequence 2)
Language
German
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390 jüdischen rituellen Gebräuche bleiben wie zuvor. Unser Oberrabbiner, der von Rotterdam und der מורה צהק im Haag haben viel dazu beigetragen und sich sehr mannhaft benommen. Des Abends hatten Parnassim Sitzung und ließen zur Abkündigung am folgenden Morgen für alle Synagogen Publikationen vorbcreiten, des Inhalts, daß alle unsere alten rituellen Gebrauche bestehen bleiben. Der Parnaß I. I. Jacobs erhob jedoch Protest hiergegen, da er mit diesen Gebräuchen nicht zufrieden sei und verließ die Versammlung. Trotzdem wurden in allen Synagogen am folgenden Morgen diese Publikationen abgeküudigt, mit Ausnahme in der Synagoge der vormaligen sogenannten Neuen Gemeinde, wo der vormalige, jetzt provisorische Parnaß S. M. Metz eS nicht zuließ. Nach der Beendigung dcS Gottesdicnstes wurde der Parnaß P. I. de Jongh hiervon verständigt, der wiederum den Chef C. Asser und den Präsidenten des Konsistoriums Meyers hiervon be׳ nachrichtigte; diese belegten sofort eine Sitzung, und es wurde einstimmig beschlossen, daß beim Minchcrh- Gebete die Paruassim P. I. de Jongh und I. L. SymonS sich in die genannte Synagoge in der Rapenburgerstraat begeben sollten, um die Publikation abkündigen zu lassen. Sobald sic dorthin kamen, gab Parnaß De Jongh dem damaligen Schamcsch. jetzigen Obersekrätär dcS Konsistoriums, MoscS Alexander, Befehl, die Publikation zu verlesen, was dieser auch sofort nach Beendigung des Minchah- und Maariw- Gebetes that. Es wurde wiederholt, daß die rituellen Gebräuche der vormaligen Neuen Gemeinde für tüchtig erklärt seien und die alten bestehen blieben, wonach ein Jeder sich zu richten habe. Sonntag, 12. Februar, war der Schochet ליזר בן כ״ה מעגדלי שוחט. früher bei der sogenannten Neuen Gemeinde, beim Oberrabbiner, nur sich exarniniren zu lassen. Das Examen hatte einen günstigen Erfolg, so daß er ebenfalls Gcmcindc-Schochct geworden ist. Es waren dabei zugegen Baren- Boas und I. de Jongh Meyers, Mitglieder des Kousistoriunls. Donnerstag, 16. Februar, ließ der Oberrabbiner cs in allen Synagogcn bekannt machen. Sonntag, 19. Februar, hat der fungirendt Parnaß I. I. Jacobs wegen der früher berichteten Beleidigung den Oberrabbiner um Entschuldigung gebeten und sich, mit ihm auSgcsöhnt. Juli. Es erschien ein Dekret. dcS Königs von Holland, L. Napoleon, daß aus allen Armcnanstaltcn, hauptsächlich aus dem Christen-AalmoezcnierShuiS und den Waisenhäusern alle jungen Leute zwischen 16 ׳und 23 Jahren für den Militärdienst genommen werden sollten. Ein gleiches Anschreibcn empfingen auch die jüdische deutsche und portugiesische Gemeinde. Das Dekret rief bei allen Gemeinden große Sensation hervor; sie thaten Alles, um von dieser Maßregel verschont zu bleiben, cs half, jedoch nichts. So bemächtigte sich denn auch des Nachts die militäre Macht der Jungen des Aalmoczenierhuis und der'christlichen Armenhäuser, welche in das be zeichnete Alter sielen und brachte sie nach Utrecht. Bei der jüdischen deutscheu Gemeinde sind noch keine Waisen, die das erforderliche Alter erreicht haben, bei der portugiesischen dagegen sieben, von denen zwei nach Utrecht mußten, um dort ärztlich untersucht zu werden. Hoffentlich kehren sie dann zurück. Sic sind auch in der That zurückgekehrt. Auch ist ein Dekret für die jüdische Gemeinde erschienen, daß drei Regimenter, jedes von 550 Mann, nur ans Juden bestehend, errichtet werden sollen. Sofort trat Jemand auf, Namens יעקב וואנגי (Jacob Marens), welcher den Titel ״General-Kommissar-Werber für das jüdische Korps" annahm und in der That einige Mannschaften anwarb. Es ist selbst so weit gekommen, daß sie in der Kcrkstraat ein Wcrbchaus eingerichtet haben, ans welchem sic eine Fahne hcraussteckten, um die jungen Leute anzulocken. In zwei Tagen haben achtzehn Personen von der gemeinsten Sorte Dienst geuommcn. Ein gewisser וואלף בן פו״מ כ״ה יוזפא ענגרש ans dem Haag hat als Werbe-Offizier Dienst geuommcn. Die erwähnten achtzehn junge Leute sind Mittwoch, 26. Juli, des Nachts mit der Ulrccht'schen Schnit (Boot) von hier nach Gorkum transportirt worden, um dort cingcübt zu werden. Am 26. Juli ist auch das Oberkonsistorinm bei dem Kricgsministcr gewesen mit einer Bitte von jilngen Leuten aus den respektablen Familien, deren Ernennung zu Ober- Offizieren vorgeschlagen wurde. Durch Beihülse des Konsistoriums ernannte denn auch der Kriegsminister: zum Kapitän ליב בן זעליג בועז, zu IN ersten Lieutenant משה בן פו״מ כ״ה אברהם נייאמעין und zm!! zweiten Lieutenant מיכאל בן פו״ם ב״ה יצחק קאנטר. (Fortsetzung folgt.) Wllnd.eliillge.n. von Friedrich Nott. .. ׳ (AachdruU verboten (Fortsetzung.) Bella biß sich aus die Lippen und der SanitatSrath ägcrte sich über sich selbst, daß er seinen Gedanken so aufrichtig Ausdruck gegeben. ״Verzeihen Sie meine ungehobelte Sprache, liebes Kind, aber Ihr Zögern macht mich wirklich böse. S.ehen Sie, wir beide haben Sie so lieb, wenn ich um dreißig Jahre jünger wäre, würde ich Ihnen freilich nicht

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