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Jeschurun · 1886-06-17 · Heft 24 (17.6.1886) · p. 379

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 24 (17.6.1886)
Article
Österreich-Ungarn : Wien [Nachricht]
Date
1886-06-17
Page
379 (sequence 2)
Language
German
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379 scheiden wird, daß die Antisemiten, welche die Korruption bis aufs Messer bekämpfen wollen, den gesetzlichen Schmuggel geduldig hinnehmen. So malt sich in diesem Kopfe die Welt, und cs wäre müßig, dagegen zu streiten." *||* Pc st, 13. Juni. Ueber die staatliche Ancrkcnnung der Sterenyi'schen Neformgemeinde schreibt der ״Nemget": Kultusminister v. Trcfort genehmigte die Statuten einer hier unlängst gegründeten reformirten Jndcngemeinde, deren Satzungen sich theilweise an christliche Religionen anlehnen, der Hauptsache nach jedoch rein jüdische Dogmen entsprechen. Die Matrikcnführung wurde der neuen Gemeinde, weil sie dies nicht verlangt hat, nicht übertragen. Die Sprache des Gottesdienstes wird die magyarische sein. H o l l a n d. M Notterdnm, 13. Juni. In Nr. 12 habe ich Ihnen in meiner Korrespondenz ״Antisemitische Gesühlsduselei oder Geschäft'?" die von Seiten unseres verehrten Herrn Oberrabbiners erfolgte Abwehr eines Angriffs auf die Schechita mitgetheilt. Diese Abwehr enthielt über den verflossenen Bonner Rabbiner, vr. E. Schreiber, tresa-bouillonistischen Angedenkens, den Passus: ״...ein Herr Schreiber, bekannt unter dem Ehrennamen ״Abschreiber", der nach dreijähriger Wirksamkcit als Rabbiner in der freien Gemeinde in Bonn seines Amtes entsetzt, in Deutschland keine Anstellung finden konnte und deshalb nach Amerika zog."—Mit Bezug hierauf schreibt nun Herr vr. E. Schreiber an den ״Jewish Messcngcr": ״....Mein Kontrakt mit der Gemeinde in Bonn lautete vom 19. Oktober 1878 bis 19. Oktober 188!. Ich amtirte daselbst drei Jahre, und als ich Bonn verließ wegen Mobile, wo ich vom 1. November 1881 das geistliche Amt annahm, erhielt ich von der Bonner Gemeinde einen Betrag (a purse) von 2000 .//׳. und einen Brief, welcher sich noch in meinem Besitze befindet, mit dem Ausdrucke des BedaucrnS über meine Resignation." — Es gebricht mir an Gelegenheit und auch an Interesse, diesen Bchaup׳ taugen auf den Grund zu gehen. Wollte man aber ״nach berühmten Mustern" die in gewissen Kreisen so beliebte ״kritisch-historische Kombinations-Sonde" daran anlcgen, wozu »tan bei der in Rede stehenden Persönlichkeit nach dem ms מדת בנגד vollständig berechtigt wäre, dann könnte man zu dem Resultate kommen, daß die 2000 eine Abfindungssumme im Interesse des ״Patterns״ repräsentiren, das ja nach den: bekannten Volksausdruck ״Geld wert!) ist"; und was den Ausdruck des Bedauerns betrifft, — man weiß, was dergleichen bedeuten kann: aus ״Nachmonuß" mit dem Betreffenden sollen auch andere Gemeinden des Glückes Lhcilhastig werden können. Dem sei jedoch wie ihm wolle, Nur davon wollen wir Notiz nehmen, daß Herr vr. E. Schreiber den ״Abschreiber" glatt und schlank akzeptirt, und der kommt jedenfalls eher auf sein Konto als die eventuelle Zufriedenheit seiner Gemeinde mit ihm. Amerika. * Newyork. In den Kreisen der russischen, österreichischen und anderen Gemeinden Ncwhorks regt sich erfreulicher Weise ein besserer Geist. Die religiösen Zustände liegen theilweise sehr im Argen. Es fehlt unter Anderen die Sicherung der religiösen Zuverlässigkeit in Betreff der Mohclim, Schochtim, Koschec-Ftcisch- Verkäufer, מסדרי קידושין u. s. w. Von Seiten der Vereinigungen Beth-Hamidrasch Norfolk Street, Beth Israel Kalwancr, Beth Israel Hollandim, Beth- Hamidrasch Ellen Str., Holche Joschcr Ansche Wisan, B'ue Emcth Mariampol, Machsike Thora Ansche Sneor, Talmud Thora Augnstow, Talmud Thora 5. Str., Mischkan Israel Ansche Snwalk, Beth -Hamidrasch Ansche Ungarn, Ohel Jakob, Agudath Achim Ansche Plozk, Adath Israel Wilkowischk, Ohabe Schalom, Ahabath Joseph, Ahabath Israel, Tifereth Israel ist auf בעומד eine große Versammlung aller Vorstände der orthodoxen Vereine und Gemeinden Ncwhorks ansgeschrieben worden, in welcher über die Mittel und Wege zur Hebung und Förderung der Eingangs genannten Verhältnisse, sowie über Besserung der rcligiöscn Zustände überhaupt ernste Berathung gepflogen werden soll. ד Cittcttrrmtk, Ende Mai. Einer der gewandtesten Agitatoren ist unzweifelhaft unser Herr Jsaac M. Wise. Er versteht es. für den rechten Augenblick iunncr das rechte Schlagwort zu finden, welches der Menge imponirt und ihr gerade mundgerecht ist. Wahrhaft bedauerlich ist cs, daß dieser Mann sein bedeutendes Talent nicht für das Wahre und Gute einsetzt. Erwürbe zum Heile wirken und sich unsterbliche Verdienste um die jüdischen Verhältnisse Amerikas erwerben können. Und noch mehr ist cs zu beklagen, daß unter den, trotz allen Wirren und Jrrthümern doch noch vorhandenen, aufrichtig treuen Juden kein einziger ist, der ihn an Gewandtheit und weltmäimischcr Klugheit entgcgcugcstettt werden kann. Diejenigen, welche sich zeitweilig als Führer der Orthodoxie aufspiclcn mochten, dabei aber nicht den Muth und die Opfcrwilligkeit besitzen, auch in Wirklichkeit orthodox zu sein oder zu handeln und deshalb im nächsten Augenblicke gegen die eben proklamirte Orthodoxie ihres Strcbens selbst Verwahrung einlcgcn, können -hier gar nicht in Betracht kommen. Die sind gefährlicher als Wise, der die Geschicklichkeit des deutschen Phitippson mit der relativen Offenheit - des deutschen Holdheirxr verbindet. Die Gründung eines Rabbinerjeminars in Newyork als Gegensatz für das hiesige

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