Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 19 (13.5.1886)
- Article
- Aus der Amsterdamer Gemeinde
- Date
- 1886-05-13
- Page
- 293 (sequence 2)
- Language
- German
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293 verschiedene Punkte zu bcrathen; er empfing sie sehr freundlich. Die erste Ansprache au den Oberrabbincr hielt S. Z. Philips, die zweite E. Asser in hochdeutscher Sprache. Am 6. Juli wurde die sechste Sitzung abgehaltcn und am 7. eine Kommission auö dieser allgemeinen Kommission zum Kultusminister entboten. Am 11. die siebente Sitzung, an diesem Tage hatte Mr. I. D. Meyers eine Unterredung mit dem Obcrrabbiner. Am 18. Juli, in der achten Sitzung, kam die Kommission mit ihren Arbeiten zu Ende und machte am 21. durch eine Deputation dem Bürgermeister I. H. van der Poll davon Mittheilung. AuS den Mitgliedern der sogenannten Neuen Ge׳ mcinde hatte sich eine neue Oppositionspartei gebildet, welche gegen die Beschlüsse, betreffend die Unterhandlungen zwischen beiden Gemeinden, protestirte. Sie sandte einen aus ihrer Mitte, einen gewissen הירץ שייגיגגלכיע oder היד; סאלאמא zum Könige nach dem Loo. Anführer dieser Partei ist I. Litwak. Wie man sagt, giebt sic vor, mit dem Ritus nicht zufrieden zu sein; sic will ihren NituS behalten. Am 31. Juli empfing die Kommission ein eigenhändigcS Schreiben des Kultusministers, um am folgcnden Tage, ערב תשעה באב, vor dem Könige auf dem Loo zu erscheinen. Des Nachmittags reisten denn auch I. D. Meyers, C. Asser und B. Nemans per Extrapost hin. Der bekannte הירץ סאלאמא ist ihnen nachgereist, obwohl er nicht geladen war. Am 3. August sind sie von Loo zurückgekehrt, wo sie am Tage zuvor, תשעה באב. Audienz beim Könige gehabt haben. Auch היד; פאלאסא ist znrnckgekommcn, aber ohne zur Audienz zugelassen worden zu sein. Am 30. August empfingen unsere Parnassim von des Königs Schatzmeister 5000 fl. zur Verthcilung unter die Armen und 726 fl. zur Bewirthung der Schüler der Lomcdc-Thorauud Talmud-Thora-Schule und der Waisenkinder am 2. September, dem GebnrtStage des Königs. Der Tag wurde in den Synagogen festlich begangen. Zur Audienz beim Könige erschienen von unserer Gemeinde: von den Parnassim:;ר' ליפמ ריגסל und S. Z. Philips; von der Koinmissiou: die Parnassim E. P. de Jongh, ר׳ אייזק ,ר' לייזר קייזר פרעניר und B. Boas; von der sogenannten Neuen Gemeinde: C. Asser, I. de Jongh Meyers, מיבל מיללר und יחלה ב; ליב שטאקפיש. (Fortsetzung folgt.) Ukttill ,Mll". Von den Herren Driesncr, Kalmus und Schönlank, welche das Zentralkomitee des Vereins ״Esra" rcprä- ' sentiren, werden wir um Veröffentlichung des nachfolgenden Berichts ersucht. Die Herren erklären uns, : daß das Ziel ihrer Bestrebungen einerseits die Heran- : bildung einer arbeitsamen, wohlhabenden jüdischen i Ackerbaubevölkernng, andererseits aber auch die Pflege, acht jüdischen Geistes und Lebens im heiligen Lande sei, שלא תשתבח תורה מישראל. Wenn dieses Ziel in Ernst und Beharrlichkeit von dem Vereine verfolgt wird, so wird derselbe auf die wärmsten Sympathien und die thatkräftigste Unterstützung nur so mehr einen berechtigten Anspruch haben, als leider in ähnlichen Bestrebungen vielfach eine sehr zu beklagende Verirrung zu Tage getreten ist. Man hat nämlich in neuerer Zeit mit denselben unter dem Aushängeschilde einer ״nationalen" Begeisterung für die Reform Propagandr zu machen gesucht. Als ob die verheißene גאולה durch die Verfolgung materieller Ziele und nicht einzig durch die aufrichtige und vollständige Rückkehr Israels zu der von ihm geforderten und in der Erfüllnng des tradirten heiligen Gesetzes allein ihre Bethütiguug findenden Treue und Begeisterung für das Judenthum durch uns zu fördern sei. Man hat ein sogenanntes ״Nationaljndenthnm" auf den Schild zu heben unternommen, welches sich von der Verpflichtung auf daß Gesetz entbunden glaubt. Will der Verein ״Esra" in seiner neuen Gestaltung diesen durchaus unjüdischen Bestrebungen entgegenwirken und vermag er hierfür eine ersprießliche Thätigkeit zu entfalten, so begrüßen wir seine Reorganisation mit Freuden und wünschen ihm das beste Gedeihen. ״In Folge der im Januar d. I. vollzogenen Re- Organisation des Vereins ״Eßra" ergehen an uns so zahreiche Anfragen, daß wir dieselben privatim zu beantworten nicht mehr im Stande sind. Wir sehen uns daher genöthigt, die Aufragen auf dem Wege der Oeffentlichkeit zu erledigen und über die Entwickelung des Vereins, sowie über die Nothwendigkeit einer Re- Organisation desselben hiermit Bericht zu erstatten. Der Verein ״ESra" wurde im Jahre 1864 von einigen jungen Männern gegründet, welche in dem Ackerbau das einzige Mittel erblickten, den sittlichen und ökonomischen Zustand unserer Glaubensgenossen im heiligen Lande dauernd zu heben. Man wollte statt der bisherigen plan losen (?) Privatsammlungen in dem Verein in der Metropole Deutschlands eine Zentralstelle schaffen, von der ans ein zielbewußtes, einheitliches Vorgehen in Szene gesetzt werden sollte. —: Um den Judisfcrentismns unserer Glaubensgenossen zu überwinden und sofort eine zahlreiche Betheiligung hcrvorznrufcn, versuchten die Gründer des Vereins die Agitationsweise der deutschen ReichSfcchtschulen in An- Wendung zu bringen und die ernsten Ziele des Vereins in humoristische Form zu hüllen. Die Folge des Humors