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Jeschurun · 1886-04-15 · Heft 15-16 (15.4.1886) · p. 246

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 15-16 (15.4.1886)
Article
Afghanistan : Herat [Nachricht]
Date
1886-04-15
Page
246 (sequence 1)
Language
German
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246 Afghanistan. * Herat. Der ״American Jsraelite" schreibt: Der Name Hcrat wird in der ״Zend Avesta" gefunden, und eS ist jetzt zufällig entdeckt worden, daß Herat identisch ist mit dem Hara, dessen in Chron. I, 5, 26 erwähnt wird: ״Und der Gott Israels reizte auf den Geist des Pul, Königs von Assyrien, und den Geist des Tiglath-Pilncser, Königs von Assyrien, und er führte hinweg die Reubcniten, die Gadilen und den halben Stamm Menasche, und brachte sie nach Halach, Habor und Hara (הרא), und zum Flusse Gosan bis auf diesen Tag." Jene Vcrmuthung ist sehr wahrschcinlich (?) und erhält nach Bekräftigung durch eine Tradition, welche unter den Juden von Herat besteht, daß ihre Vorfahren in der Stadt wohnten vor der Zeit des Jirmijah. Die Juden werden in den Regicrungschroniken schon erwähnt vom siebten Jahrhundert her. Eine Ucberlicferung bestand auch unter den Juden von Valkh am Flusse Amu-Daria (identisch mit.dem Flusse der in der Bibel erwähnt wird), daß sie dort wohnten schon seit der Zeit vor der Zerstörung dcS ersten Tempels, und daß die Stadt von Tiglath-Pileser erbaut sei. Jetzt wohnen in Hcrat 200 jüdische Familien, die meisten in der Stadt selbst, die übrigen in den benachbarten Dörfern. Es giebt auch jüdische Gemeinden in Kokan (Aentral-Asieu), Maminei und Merv. Die Juden in all diesen Plätzen sprechen die persische Sprache, während diesen igc!0 welche jenseits des Amu-Daria wohnen, turkestanisch sprechen. In Hcrat giebt cs zwei Synagogen. Die Predigten werden in persischer Sprache gehalten, da die Juden nicht allgemein die väterliche Sprache reden. Die Juden von Herat genießen weit bessere Erzichung als ihre Glaubensgenossen in anderen Städten von Afghanistan und Persien. China. * Nach bcm ״Jewish Chroniclc" sind von der chinesischen Negierung viele Juden angestcllt. Diese jüdischen Beamten sich jedoch keine Eingeborenen, sondern Europäer und werden hauptsächlich als Steuer beamte in Shanghai, Hongkong, Eanton und anderen Städten China's verwandt. Sic sind übrigens durch und durch Chinesen geworden und haben sogar chinesische Namen angenommen. Nachgelassene Schriften v. Salomon Plchner. I. Band, Predigten, 3. Liejcrung. Herausgegeben v. Or. Elias Pleßn er. Frankfurt a. M. 1886. Kauffmann. Die vorliegende Lieferung des gefeierten Rabbi Salomon Plcßner reihet sich den früher erschienenen Reden würdig an. Dieselbe religiöse Innigkeit zeichnet auch sie ans. Im Gegensatz zu manchen anderen Reden bezwecken diese namentlich wirkliche Belehrung. Zur Erkenntniß der Pleßncr'schcn Weise mögen die folgenden Auszüge dienen. ״Die Jozcroth und Pijutim haben die Absicht, dem Volke die zerstreuten, weniger zugänglichen Fcstlehrcn aus dem Talmud und den Ritualien zuzuführeu. Diese Gesangssammlung führt und versetzt in jene Vorzeit zurück, an die das Fest erinnern soll und giebt vermittelst des Vortrages derselben durch einen geschickten Vorsänger israelitischen Herzen, die noch nicht ihren Geschmack durch Gemeines und Unnationales verwöhnt haben, einen ächten Fcstgcnuß, so daß an den Festen eigentlich nur hier im Gotteshause die Seele sich auf den Schwingen solcher Piutandacht erheben kann. Die Piulim geben eine entsprechende Vorbereitung auf die Feste, sie sind durch gute Uebertragungen für den Mindcrgesctzkundigen eine wahre Heilesquclle festlicher Weihe und Vorbereitung." Ferner über die Hinwegräumung des Gesäuerten von dem Peßachfestc. ״Mit Lichtern müssen wir das Gesäuerte suchen, nicht mit Sonnen- und Mondcslicht, Pesikta Nabba 8: Lichter sind unsere Arbeit. Sonne und Mond nicht von uns gemacht. Da das Gesäuerte das Symbol des inncrn Sauerteiges oder der finstern Sünde ist, so ist die dazu passende Zeit, die Nacht gewühlt. Da aber in diesen dunkeln Gewinden der Sünde nur jeder selbst wissen kann. waS er gethan hat, so müssen wir nicht die fremden Lichter, Mond und Sonne, zur Untersuchung gebrauchen, sondern nur unsere eigenen Lichter." Ueber Schabboß Haggodaul spricht sich der Redner also auS: Die gesetzliche vorgeschriebe!,e Pflicht, die Gemeinde am Schabboß Haggodaul öffentlich zu belehren, ist bekannt. Es wird damit nun so strenge genommen, als ja diese Pflicht für jeden Sabbath vorgcschriebcn ist. Nach Magen Abraham 200 soll niehr das Volk zur praktischen Gottesfurcht durch die Deraschah geleitet werden, als daß der Redner durch scharfsinnige Gelehrsamkeit zu - prangen beabsichtigen sollte. Da es auch Pflicht ist, am Peßachfestc selbst über dessen historischen Hintergrund, über den Auszug aus Aegypten, zu sprechen, dies aber in den Gemeinden häufig zu unterbleiben pflegt, so soll der Bortrag am שבת הנחיל auch auf das Geschichtliche und auf die moralischt Tendenz des Festes Rücksicht nehmen. Warum heißt der Schabboß vor Pcßach der Große? Antwort ספני הגס wegen des Wunders. Israel war nackt und bloß an Mizwoth. Gott gab ihm ein hervorragendes

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