Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 13 (1.4.1886)
- Article
- [Rezension] / S.
- Date
- 1886-04-01
- Page
- 201 (sequence 1)
- Language
- German
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M1» gcfifciintn. 201 ^iifljfrfrijnn. Der Traktat Nvsch Ha-Schaiuih mit Berücksichtignng der meisten Tosasot in* Deutsche übcrtvnnni neu Di*. M. N a w i ez. Frankfurt 6. M. Kanffmaun. Es ist nicht wohl 311 begreifen, zu welchem Zwecke der Verfasser sich der bedeutenden Mühe der liebersetzung eines Talunidtraktats unterzogen bat. Zur Erleichterung und Förderung des Selbststudiums? Für nichljüdische Gelehrte, welchen die Sprache des Originals nicht geläufig ist? Schwerlich; denn es dürste wohl Keinem, der den Talmud nicht versteht, gelingen, an der Hand einer Uebersctzung sich auch nur einigermaßen auf diesem Gebiete zn orientiren. Der Talmud ist nur durch mündliche Belehrung und Anleitung dem Unkundigen zugäugig zu machen. Sein eigeuthümlichcs Wesen läßt sich nun einmal nicht durch eine einfache Uebetraguug wiedergebeu. (Ls muß beim Talmudstudium viel mehr geredet als gelesen werden. Man schlage die vorliegende Uebersetzuug auf, wo man will, so wird die Unzulänglichkeit des Mediums der Uebertragnng für das Verständnis; eines mit dem Talmud nicht Vertrauten und sein Idiom nicht Kennendcn überall hervortreten. Der Talmud muß in der Ursprache studirt werden. Man kann des Kehrers nicht entbehren, der den Unkundigen in die Hallen des Talmudstudiums einführt. Das wird׳ durch diesen neuen Versuch einer Uebersetznng wiederum bestätigt. Wir wenigstens können nicht den geringsten Nutzcn ans derselben ersehen. S. Die Si)1nbolik in Kultus und Dichtung bei den Hebräern vou Di׳. G. D e u l s eh, israelinschem Neligionslehrer. Brünn 1880. Wenn der Redner seine Rede durch den Druck vcrösseutlicht, so fordert - er das Urthcil des Kritikers heraus, der für den Vortrag keinen andern /Mas;- stab besitzt, als den er au ein jegliches literarisches (Lrzcugniß anznlegen pflegt. -Herr 1)1׳. Deutsch, israelitischer Neligionslehrer zu Brünn, hat in dem Vereine sür die Wissenschaft des Iudeuthnms in Prag einen Vortrag gehalten. Wenn derselbe den Beifall des Auditoriums erlangt hat, so sollte sich der Redner daran ein Genüge sein lassen. Aber ans diesem Vortrag ein Buch zu machen vou 29 Seiten und dasselbe unter dein vorstehenden pompösen Titel aus den Büchermarkt zu schicken, war nicht sehr weise. Wenn der Verfasser auch im Staude wäre, sich an eine so bedeutende Arbeit wie der Titel seines Schristchcns angiebt, zu wagen, wie er anscheinend hierfür in keiner Weise befähigt scheint, so wäre doch eine solche in dem knappen Nahmen von 99 Seiten nicht nur nicht zu erschöpfen, sondern nicht einmal zu skizzircn. Der Berfasser aber scheint von derselben beueideuswertheu Naivität erfüllt zu fein, die dem ABE Schützen die auf seiner Tafel mit ein paar unbeholfenen Strichen angedcutetc Figur als ein Kunstwerk erscheinen läßt, an welchem der kleine Bengel eine stolze Künstlerschaftsfrendc hat. Das Mißverhältniß zwischen dem Titel und Inhalt ist ein so ungeheuerliches, daß der Kritik dafür gar kein Maßstab zu Gebote steht. Das Nichts entzieht sich eben der BenrtHeilung. Doch nein, etwas hat der Verfasser geliefert, nämlich höchst unpassende Witzeleien zu einem so ernsten Thema. So bei Ben Asai, den er als ..Kenner der göttlichen Geheimnisse und unverbesserliehcu Junggesellen" charaktcrisirt. So bei dem Negaim, wo er von ..Kasfeeschwestern" spricht 1t. dergl 111. Dem -Herrn Verfasser ist der ivohlgenieinte Rath zu erthcilen, sich erst Wissen und Ernst anzneigneu, bevor er als Schriftsteller anfzntreten wagt. X. KomHondciizcil und Nlilhmhlcii. Deutschland. # Hannover, 90. März. Das von -Herrn Geh. Negiernugs- und Provinzial Schnlrath G. Spieker heransgegcbcne Pädagogische Zeitblatt ״ Hans und Schule" berichtet: ״In den Tagen vom 8. bis 10. d. M. ist die 'Abgangsprüfung au der hiesigen Bildnugsanstalt für jüdische Hehrer abgchalten worden, an tvelcher fünf Abiturienten theilnahmcn, die.auch sämmtlich bestanden. Die Anstalt sieht unter ihrem neuen Direktor .1)1׳. Kroner einer Reorganisation, namentlich in ihrer Ilebungsschule, entgegen, welche mit Sachkenutniß eingeleitet auch sicherlich gute Frucht tragen wird." ־£ Hannover, 30. März. Trotz unserer ans autentiseherDuelle beruhenden Erklärung vom 18. Februar, (in Nr. 8), daß der angebliche-Hirtenbrief des Bischofs vou -Hertogeubosch durchaus erdichtet sei,!nacht derselbe jetzt die Runde durch die Presse. Ans wiederholte Anfragen wiederholen wir, daß dieses bischöfliche Schreiben niemals ez'isürt hat und von Anfang bis Ende eine Fabel ist. Bei l irr, 90. März. Das ״Berl. Tagbl." meldet: -Herr -Hosprediger Stöcker hat sich jüngst im Abgeordneten -Hanse mit den ״Briefen moderner Dunkelmäuner" und mit deren Verfasser, dem Doinprediger 1)1׳. Schramm in Bremen, beschäftigt. Dieser erlaßt nun eine Erklärung, in welcher es von Stöcker heißt: ״Wenn er sieh zn der Behauptung versteigt, daß meine Berufung nach Berlin die -Hauptstadt nur noch irreli׳ giöser gemacht haben würde, so dient diese dreiste