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Jeschurun · 1886-04-01 · Heft 13 (1.4.1886) · p. 197

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 13 (1.4.1886)
Article
Aus der Amsterdamer Gemeinde
Date
1886-04-01
Page
197 (sequence 2)
Language
German
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197 Dienstag, 1(5. Dezember, kam Notar van der! Mersch zum Parnaß אברהם אובנר und erklärte Namens! Joseph Aron Koryn, welcher sehr gefährlich krank ist,; daß dieser wegen seiner Opposition Nene fühle und! sich wieder unterwerfe. Er hat auch Alles, was er der Gemeinde schuldete, bezahlt, so daß er wieder die Rechte eines Mitgliedes erhielt. Einige Tage später starb er und wurde auf Muidcrbcrg begraben. Herr Aron Koryn, einer der Lehrer am Beth- Hamidrasch, spielte ein ganzes Loos in der 95. Vataafscheu Lotterie, nämlich Nr. 32 288, worauf ein Gewinn von (50 000 f(. gefallen ist. Durch Vermittelung des Herrn Jakob de VricS bot er der Gemeinde an, ihr 45 000 fl. für ewige Zeit ü 4 Prozent zu leihen. Das Kapital solle nie kündbar sein: Parnassim nahmen das Anerbieten an. (Ans dem Gemeindcbudget fignrirt noch jährlich ein Posten von 1800 fl. [4 Prozent von 45)000 fL], Legat A. E. Koryn.) Am 2(5. September 1803 wurde im Austrage der Behörde in unseren Synagogen abgekündigt, daß es den Juden wieder gestattet sei, Laubhütten in den öffentlichen Straßen anfzustcllen; diese Erlaubnis; ist zu verdanken der Vermittelung von ר׳היר״ט בז ב״ד, ירמה האמיל. Samstag, 25). Mai 1805, des Abends, sind drei Parnassim ר, ליפנזן ריגטל,ר׳ בענדיט חלפו[,ר׳ ליב קייזר, zwei Mitglieder der Kommission, ר׳ ליזר לייזר und Barend Boas, mit dem Oberschamesch' Emanucl Tal nach dem H.^.g gereist, um den neuen StaalspensionariS zu beglückwünschen. Den folgenden Tag hatten sie bei Sr. Exzellenz Audienz und wurden mit großer Ans- Zeichnung empfangen. Freitag Abend. 10. Januar 1800, als die Gemcindc im Begriffe war, die Synagoge zu verlassen, kam der Bruder des französischen Kaisers, Prinz Louis Bonaparte, welcher die Nordarmee befehligte, mit seinem ganzen Stabe in die Große Synagoge. Der Ehasan war noch gerade anwesend und begann mit lauter Slimmc das Gebet השוק, geleitete den Prinzen zur heiligen Lade und zeigte ihm und seinem Gefolge die Thorarollcn. Sie waren sehr befriedigt von der ihnen erwiesenen Ehre. Am folgenden Morgen ließ sich eine Deputation der Parnassim bei dem Prinzen in dessen Quartier anmclden. Sie wurden sofort zur Audienz vorgelassen und entschuldigten sich, daß sie am vorigen Abend nicht mehr in der Synagoge anwesend gewesen wären, da sie keine Kenntnis; von dem projcktirtcn Besuche gehabt Hütten. In sehr freundlichen Worten gab ihnen der Prinz seine Befriedigung ,;u erkennen. Dienstag, 24. Juni, starb der Parnaß Jonas Ephraim Dresden, gewöhnlich Jonas Kan genannt. In seinem Testamente hat er der Gemeinde 200000 fl. vermacht, deren Zinsen ü 3 Prozent alle zwei Jahre! zur Berheirathnng eines elternlosen Mädchens nicht! unter 18 und nicht über 30 Jahren verwandt werden; sollen. Den Vorzug sollen Nachkömmlinge seiner Familie! genießen, sonst jedes andere Mädchen, dessen Eltern- Mitglieder der Gemeinde gewesen. Das Kapital bleibt für ewige Zeiten der Gemeinde, welche damit nach Gutdünken schalten kann, nur muß sie alle zwei Jahre 12 000 fl. Zinsen zu dem gedachten Zwecke verwenden. (Fortsetzung folg!.) Antlsemiti^mns und Judeutl)um. Ein Beitrag zur Belctichtnng der Slöcker'schcn Agitation von I. Pc st a l o zz i. Halle 1680. Strien. Ein strenggläubiger Christ vcrnrtheilt hier den Ltöcker'schen Kampf gegen die Inden lind das Indenthllin. Wenn er den Herrn Hofprediger Stöcker auch ״nicht gerade als den Urheber derAntisemilcnbewcgnng bezeichnen will, so müssen!vir doch konstatircn, daß diese sich in seiner Person so verkörpert hat, daß sie von ihr kaum mehr zu trennen ist." Herr Pestalozzi bedauert cs aus tiefster Seele, ״das; Diejenigen, welche sich anmaßeu, seine (des Ehristeuthums) Verfechter zu sein, keine bessern Begriffe davon habe, lvas Wahrheit ist, nicht besser die Erfordernisse kennen, welche die Wahrheit bei ihren vorgeblichen Anhängern voraussetzt und gebieterisch verlangt," und er ״protestirt im Namen des wahren Ehristenthnms dagegen, daß derartige Kundgebungen, welche eine ganze Reihe von Entstellungen enthalten, als Ausfluß christlicher Anschauung und christlichen Glaubens gelten sollen." Er tritt gegen die antisemitische Bewegung aus dem Grunde auf, weil er sich verpflichtet fühlt, Zengniß abznlegcn, daß sic ״vom christlichen Standpunkte ans" weder geboten noch berechtigt ist. Man würde sich aber sehr irren, in dem Verfasser einen Freund der Juden und des Judeuthnms zu erblicken. J,u Gegentheil. Er, der fromme, strenggläubige Christ, bekennt sich zu dem Antisemitismus des Atheisten Eduard v. Hartmann. Freilich bedauert er. in den Ausführungen ״das religiöse Moment" zu vermissen, aber er theilt dessen Anschauungen, Den Inden ist demnach mit der Streitschrift des Herrn Pestalozzi wenig gedient. Ob sie auf Stöcker'sche oder Hartmann'schc Manier angegriffen oder angefcindet werden, macht im Grunde keinen Unterschied. Was Herr Pestalozzi eigentlich mit ihnen vorhat, ist nicht ganz klar. Er gicbt sich als ein nicht allzu klarer und tiefschanender Geist, aber als ein ehrlicher Mann. Er verlangt unbedingte Anerkennung der Gleichstellung

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