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Jeschurun · 1886-04-01 · Heft 13 (1.4.1886) · p. 196

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 13 (1.4.1886)
Article
Das Preuß. Judenedikt vom 11. März 1812
Date
1886-04-01
Page
196 (sequence 2)
Language
German
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196 Erledigung zu bringen. In Folge dessen wurde von ' Hardenberg der Geheime Staatsralh v. Bülow, vom * Jnstizminister der Geheime Oberjnstizrath Pscisser! hierfür deligirt. Liircheisen wollte seine eigenen ״Sentimcnts über diese wichtige Sache" von deren Berathnng abhängig machen. Am 8. Februar 181 2 stellte Pfeisfer seinem Kollegen Bülow den von ihm ״vcr suchten Entwurf, betreffend die Verhältnisse der Inden, mit den Monila's des Herrn Jnstistministcrs, Exzellenz, nebst drei Aktenbänden und der Abschrift des vorigen Entwurfs" zu. Dieser ״vorige Entwurf" war der Schröttcr'sche, welcher also die Grundlage der Ver- Handlungen bildete, während der vom Jahre 1811 und die auf denselben sich beziehenden Vota das Nebenmaterial darstellten. Der Antheil, welcher Bülow an der vorznnchmendcn Arbeit gebührt, ist kein wesentlicher. Er erhitzte sich für die Beseitigung der Bezeichnung ״Jude" und wollte dafür ״Mosaist" adoptirt scheu. Im Allgemeinen schloß er sich jedoch Pseisfcr, der meistens Kircheisens Idee vertrat, an. In Betreff des Zeugnisses in Kriminalsachen und der Eidesformel sollte es beim Alten bleiben. Dem jüdischen Verbrecher sollte bei Konlrebaude, mnthwilligcin Bankerott, Schrift- Verfälschung, Diebstahl re. 'außer der allgemeinen Strafe noch der Verlust des Staatsbürgerrechts treffen. Kirchciscn fand an dem Pfeisser'schcn Entwürfe Manches anSznsetzcn. Pfeiffer wollte das Trödlergcwcrbe den Juden ganz verbieten. Kircheisen aber meinte, cs sei denn doch ״zu hart und in Berlin nicht ausführbar, wenn nicht 50 Familien ans dem Lande gejagt und ebenso viel Hausbesitzer. ruinirt werden sollen, die ihnen die Laden dazu vernriethen." ״Das ist auch gar nicht die gefährliche Klasse." Ebenso wandte er gegen den Pfeiffer'fchcn Vorschlag, den auf dem planten Lande wohnenden Juden den Handel absolut zu verbieten und die Zuwiderhandlung mit Strafe und Verlust des Staatsbürgerrechts zu bedrohen, ein: ״das heißt doch, so lange den Ehristcn und insoweit diesen > der Handel untersagt ist," — da aber dem christlichen j Eigenthümer und Pächter auf dem platten Lande der ן Handel mit Vieh, Getreide, Butter, Branntwein rc. j gestattet sei, so könne doch der Glaube des Verkäufers! hierin keinen Unterschied machen. Desgleichen sprach! er sich gegen die Konfiskation der Maaren des beim! Hausirhandel betroffenen Inden ans. Auch für die! vielen hundert seit vielen Jahren bereits als Dienstj boten, Schullehrer, Diener:c. im Lande ״vergeleilcten"! fremden Inden, auf welche Pfeiffer keine Rücksicht genommen hatte, legte er ein Wort ein: ״Sollen diese unglücklichen Menschen jetzt über die Grenze gebracht werden? Oder würde cs nicht htlnrau sein, den statum quo zu respektiren?" (Schlug folgt./ .a 5ווג dir AWndum Srniriiiiic 1J95-I8I2. (Fortsetzung.) Samstag, 2(5. Juni, wurde in der Großen Synagoge so zu sagen Fest gefeiert und herrschte große Freude unter Allen, tveil der Parnaß היקר הנעלה והנכבד האלוף והקצין נזהור״ר יאקב בן נזהור״ר אבדלי לוי מהאג an diesem Tage siebenzig Jahre alt wurde. Die Feier begann damit, daß Paruajsim ihtn הוצאה והכנסה verehrten. Rach einer Bestimmung des synagogalcn Reglements hat übrigens Jemand, der der Gerueinde eine Thorarolle schenkt, an dem Sabbath alle Mitzwoß. Als der Jubilar vor die heilige Lade kam und sie geöffnet war, sprach er ciucn מי שבירך für den Oberrabbiner, die Parnassim und die ganze Gemeinde und gab hierauf der Geltieinde eine Thorarolle mit Mäntelchen und Schmuck znnt Geschenk. Hieraus saug er selbst גדלו Er stand selbst als בנן und ließ als בהן aufrufen;ר׳אלעזר קאמפי aus London, der sich zeitweilig hier anfhielt; dieser spendete 300 fl. Als לוי wurde sein Sohn אלהנן anfgernfen. Der erste י שד א ל war der Oberrabbiner; der z'.veite der Parnaß מורינו א ב דה ב אובנר, welcher, gleich dem Jubilar, an diesem Sabbath vom Obcrrabbiner den מורינו-Titel erhalten hatte. Dritter war ein Verwandter מורינו ר׳ יצחק קאנטד, vierter sein Hansrebbe שביעי;ר' יעקב דייטימאן wurde für 45 fl. von beut Parnaß ר' ראובן קייזר für seinen Schwiegersohn gekauft, אהרון wurde für 50 fl. für den Jubilar gekauft. Die Lcgenssprüche vor und nach dem Verlesen des Thoraabschnittes trug er mit der Melodie von ראש השנה vor; er spendete 000 fl. עין הייב (das Festhalten der Thora während נלילה) kaufte der Jubilar für 25 fl. für seinen Sohn איצק: dieser lies; einen מי שבדף machen für Obcrrabbiner, Parnassim und die Gemeinde und spendete 18 Reichsthaler (45 fl.). Rach קריאה ההורה wurde ans Wunsch des Jubilars ein Gebet für seine verstorbenen Eltern ausgesprochen und auch er spendete!8 Rcichsthaler. Hierauf sang er mit den Meschorrerim יהללו. An diesem Tage brachten die Spenden mit dem Erlöse für Mitzwoß!500,12 ff. Rach Mußaph begann man sofort Minchah. Auch da brachten Mitzwoß viel Geld. Was der Jubilar in der Synagoge gespendet hat, ist jedoch wenig im Vergleich zu dem, was er an Arme und Bedürftige, au Wohlthütigkeitsanstalten und Rabbiner gegeben hat, und Alles in delikatester Form. Die Hälfte des hier geschenkten Betrages, schenkte er auch im Haag, wo er geboren war. ה׳ יאריך ימיו בזקנה ושיבה טובה בעושר וכבוד בטוב ובנעימות וזכותו יגן עליו ועבנ״ב ועלינו ,זה משלי ור׳ יכפול לו נפלים עד בלי די אמן.

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