Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 12 (25.3.1886)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1886-03-25
- Page
- 180 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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180 sollst du doch keinen übermäßigen Zehnten nach '! Schätzung geben. Nur durch einen kundigen, gewissenhaften Lehrer, bei demdu lernst und den du in zweifelhaften Fällen befragst, kannst du Gewißheit über das dir Obliegende erhalten, kannst du erfahren, was du zu thnn und zu lassen hast. Darum schaffe dir einen solchen Lehrer. Meine nicht, du könntest der Belehrung dadurch entrathen, daß du in zweifelhaften Füllen die strengere Seite als Richtschnur nimmst und Manches unterlassest, was dir vielleicht zu thnn erlaubt wäre und mehr leistest, als du vielleicht verpflichtet wärest. Gewiß kannst du, wenn dir Belehrung fehlt, gewissenhaft nicht anders verfahren. Gleichwohl entgehst du.damit doch nicht in allen Fällen dem Unrecht. Als Beispiel wird מעשר, der Getreide-Zehnte, aufgeführt. Würde Jemand, statt das zu vcrzchntendc Getreide zu messen, den Zehnten nach ungefährer Schätzung ausscheiden, so würde er nicht nur, wenn er zu wenig gicbt, das Pflichtgemäße verfehlen, sondern auch, wenn er zu viel als Zehnten ansscheider, etwas Unrichtiges bewirken. Wenn z. B. Jemand statt von je Zehn von je Fünf 6inS zum Zehnten bestimmt, so würde in diesem Zehnten selbst etwas Uuver,eh!tteS bleiben, das als נזבל oßur wäre המרבה במעשרות פירותיו מתוקנין ומעשרותיו מקולקלין ((Srubin 50, a). *)7 ו. Sein Sohn Schimon sagt: mein ganzes Leben bin ich unter Weisen herangewachsen und habe für das sinnlich Leibliche nichts Besseres als Schweigen gefunden, auch das Forschen ist nicht die Hauptsache, sondern das Tl^uii, und Zuvielsprcchen bringt Fehl. Meine ganze Zeit, sagt nach Anfsassnng des שלה, der Weise, habe ich im Umgauge mit Weisen zugcbracht und habe bei ihnen, deren ganze Wirksamkeit durchs Wort vermittelt wird, den Werth der Rede kennen gelernt. Allein für die leiblich sinnliche Seite des Menschen und deren Angelegenheiten ist das Schweigen das Beste. Ihnen muß pflichtgemäß sürgesorgt, aber nicht viel von ihnen gesprochen werden. Dein Geistigen und Sittlichen sei das Wort des Menschen und seine Unterhaltung zngewcndet, und cs giebt in der That nichts Widerwärtigeres, als das große und wichtig thncndc Behagen, mit welchem Menschen sich über Gut- Essen und Trinken :c. unterhalten. Und selbst im Gebiete des Geistigen und Sittlichen hat der Werth, des forschenden und lernenden Wortes seine Grenze, Thun und Vollbringen ist das Höchste. Biel Sprechen ist überall vom Uebcl. Klare Kürze führt überall zum Ziel, mmöthiger Wort-Erguß schwächt das Beste ab, und bei vielem Reden bleibt das Unrichtige und Irr- •> שמעון כנו אימי בל* ימי כדלחי נין הוזבמיס ולא נזצאיזי?1גוף טוב משתיקה וריא הכריש עקר אלא המעשר. ובל1 המרפה דניים מביא התא• thümliche nicht ans. kommt, wie nach dem Wort der Weisen, in den-meisten Verirrungen beklagenden^״Klageliedern", das 2 vor dein ע, spricht der Mund, was das Auge nicht gesehen und der Gedanke nichk^geprüst. Einen ganz besonderen Nachtheil hat aber vieles Reden, daß die Menschen, nachdem sic lauge und viel und eifrig von Etwas und für Etwas gesprochen, sich nun bereden, sic Hütten etwas gethan, und wenn ihr Inneres sic der Vernachlässigung der Sache anklagcn möchte, sic sich dann damit beschwichtigen, sie hätten doch so eifrig warm und glänzend davon und dafür gesprochen! *) 18. Rabbon Schimon Sohn Gamlicls sagt: Alls drei Dingen ist der Bestand der Welt gegründet: auf Wahrheit, ans Recht unb auf Frieden, denn es ist gesagt: Wahrheit und Recht des Friedens richtet in euren Thoren. Nehmet die Wahrheit ans der Erkenntnis; und der Rede der Menschen, daß das Wahre!licht mehr erkannt, nicht mehr gelehrt und gesprochen wird, unb die Sprache den! Menschcn nur dient, um die Gedanken zu verschleiern und Jrrthnm, Täuschung und Lüge zu verbreiten; nehmet das Recht ans der That und der Leitung der Menschen, daß die Menschen das Recht nicht als das unveräußerlich Heiligste verehret!, vor dem sich alle Selbstsucht, alle Gewalt und alles Interesse zu beugen hat. und daß keine höchste Macht da ist, die das Recht für Jeden und gegen Jeden init unwandelbarem Ernst vertritt und gegen jeden Angriff und Eingriff schützt; und nehmet den Frieden ans der Gesinnung lind Werthschätznng der Menschen, daß Keiner bereit ist, um des Friedens willen - dem er Alles, worüber er verfügen kann, nur nicht das Gewissen und die Pflicht, opfern darf —- freiwillig von seinen! Rechte abzustchen; nehmet die Wahrheit und das Recht und den Frieden aus der Menschenwelt, und wessen auch sie sonst sich zu rühmcn vcrinöchte, für die Verhältnisse der Menschen gicbt cs keinen Bestand und keine Dauer. ^Fortsetzung folgt.! Jilüstiilitisllic Gchililsdüselki ober (ijffdjiift? M Rotterdam, 14. März. Bekanntlich hat der Antisemitismus den Herrn ״Ochs" saunut wcrthcr Familie ganz besonders in sein liebevolles und liebcbcdürftiges Her; eingeschlossen, ״> רני שמעון בן גמליאל אומי על שלשה דניים העולם קי ב עלי' האמה ועל הרין ועל השלום שנאמר אמר ומשפט שלים שפטו כשעריכם•