Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1886-03-18 · Heft 11 (18.3.1886) · p. 166

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 11 (18.3.1886)
Article
Aus der Amsterdamer Gemeinde : 1795 - 1812
Date
1886-03-18
Page
166 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2932754-2933154-2933166--21395-2964876
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

166 a 4115 der Älilfltrdiiiilkr Gemälde! 1795-1812. (Fortsetzung.) Die Kommission der Christen für die ״ökonomische" Suppe hat viel ansgefüllte Listen von Juden und Christen erhalten, mit den gezeichneten Beträgen nach eigenem Gutdünken zu verfahren. Da auf diese Weise viel Geld cingcgangcn ist, hat die Kommission deschlossen, das Geld im Verhältniß unter christliche und jüdische Arme zu 'thcilcn. Parnassim erhielten als Authcil für die jüdischen Armen 4000 fl., um diese Summe für jüdische ״ökonomische" Stippe zu verwenden. Demzufolge ließen Parnassim an die Zeichner Marken austheilen, um sie den Armen geben zu können. Diese Marken sind in folgender Weise eingerichtet. Wer für eine Portion gezeichnet, kann nur dreimal wöchentlich Suppe bekommen, wer für mehr, alle Tage. Die Marken waren A und B gezeichnet; für eine erhielt man eine Schüssel Suppe, für beide auch ein Viertel Pfund Fleisch dabei. Parnassim ließen den Lagerraum unter der Synagoge in der Uilenburgcrstraat dafür einrichten. Sie stellten auch einen Koch und Frauen zum Aufwaschen der Geschirre an, damit Alles gut und sauber sei. Die Frauen, welche die בקוד הולים Suppe zuberciteten, befaßten sich auch mit der -Verstellung dieser Suppe. Dclcgirte des Vereins מחזיקי צרקה vertheilten die Suppe; die AnStheilung dauerte vom 25. Januar bis 19. März, von Anfang bis zum Ende Alles in bester Ordnung. Die Christen haben sich verwundert und bezeugt, daß die Suppe der Juden viel besser wäre, als die ihrige, so daß Parnassim und die Kontmission unserer Gemeinde vietz Ehre damit eingelegt haben. Sonntag,!7. Mai, erschien בער בן כ״ה אייזק קאמפן mit dem Notar van der Mersch auf der Gemeiudestube mit) gab die Erklärung ab. daß er sich wieder der Gemeinde unterwerfen wolle und bereue, sich zur Lossagung von der Gemeinde habe verleiten lassen. Er nnterwerse sich, allen Gemeindevcrordnungcn und wolle die Buße von 1000 fl. laut Art. 22 zahlen, sobald er dazu im Stande sein werde. Er zahlte titln abschlüglich 18 fl. und erhielt wieder die Rechte eines Mitgliedes. — Sonntag, 31. Mai, geschah das Gleiche von יהודא בן לאזי קאנטימן, dem Schwiegersöhne des ehrwürdigen Herrn Isaak Graanboom; auch er zahlte 18 fl. als Abschlagszahlung aus die Buße von 1000 fl. Dienstag, 1. Juni 1802, ist von der Staatsrcgicrnng ein Dekret in Sachen der Alten und Neuen Gemeinde angelaugt; eS lautet zu Gunsten der erstereu, da die Synagoge, das rituelle Bad und die Fleisch- Halle der letzteren darin aufgehoben werden. | Sonntag. 5. Juni, wurde in allen Synagogen j das Dekret der Dcpartementsrcgiertlng von Holland, j betreffend die Uneinigkeit in unserer Genteinde, verlesen, j Das Dekret besteht auS zwölf Artikeln und war in! unsere Sprache (jüdisch-deutsch) übersetzt. Der Brief sammt dem Dekrete wurde in der Originalsprache in einer Masse von Exemplaren gedruckt, und jedes Gemeindcmitglied konnte cs bei den Buchdruckern ProopS auf dem Stroomarkt bekommen. In Folge dcS Dekrctes haben Parnassim untereinander ihre Kommission gewählt und zwar ר׳ליפמן רינטל ,ר׳בענדיט הלפון und ר׳זלמן פייטלם, ferner wnrdeu von den vorgeschlagenen Personen איצק ריגטל (gewöhnlich איצק פויאר genannt) und מיטה ליבטמן ernannt; letzterer lehnte jedoch ab, da er weder lesen noch schreiben kann. An seine Stelle ernannte die Departemcntalregicrnng H. de Lemon, der cs auch annahut. Diese fünf Personen kamen am 21. Juni bei der Departcmcntalregierung zusammen, wo sie Frieden schlossen nnb versicherten, daß sie nach Minchah zusammen Sitzung abhalten würden. In der That begaben sich auch Nachmittags die Kommission unserer Parnassim sammt den beiden Mitgliedern der früheren Parnassim, ר׳ לייב קייזר und Barent Boas ins Berathungszimmcr; es erschien auch die vorerwähnte Kommission der vorgeschlagcnen Personen mit CaroluS Asser (קלמן בן משח שוחט), und sie versöhnten sich mit den Parnassim לח NN .ר' יוסף פרינץ ,ר und ר, ליב קייזר, die zur Jnstallirung der Kommission erschienen waren. Zum Vorsitzenden der beiden Kommissionen wurde ל בענד״ט הלפון gewählt. Donnerstag, 24. Juni, nach Maar iw hielten sic ihre erste gemeinsame Sitzung ab. (Fortsetzung folgt.) W l! n d c l t> n g e >t. von Friedrich Nott. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ein seliges Lächeln umspielte Bella's Lippen; er schien es nicht zu gewahren imö leidenschaftlich fuhr er fort: ״Sie wissen, daß durch den unglückseligen Prozeß mein ganzes Bermögen in Frage gestellt ist, daß der Würfel vielleicht schon gefallen, daß ich vielleicht in dieser Stunde schon ein Bettler bin! — Und ich liebe Sie doch bis zmn Wahnsinn! — mit jeder Fiber uteines Seins! — Und ich kann doch nicht als Bettler um die Hand der reichen Erbin werben! — O inein Gott! — mein Gott! was soll ans mir werden?" Wie nbermanut von seinen Gefühlen warf er sich wieder in dm Sessel, das schmcrzznckende Antlitz neigte sich Lief über seine Brust. Was nun folgte, bedarf tciucr Schilderung. Als Frau von Merten eine Stunde später in den Salon

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.