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Jeschurun · 1886-03-10 · Heft 10 (10.3.1886) · p. 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 10 (10.3.1886)
Article
Pirqe avot
Date
1886-03-10
Page
148 (sequence 2)
Language
German
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148 deren Erfüllung zu erwerben. Ein solches hart klingcndeS Wort dürste aber wohl nirgends mit solcher Berechtigung als im Kreise unserer jüdischen Bergangeuheit ausgesprochen werden, in welchem der Unterricht allgemein uncutgeldlich frei war und jeder Wissende sich verpflichtet fühlte, jedem Wißbegierigen von seiner Wissenschaft mitzutheilen. Und Keiner durste sich wohl weniger scheuen, ein solches Wort auszusprechen, als Hillel. War er doch, wie stoma 35 1». berichtet wird, in seinen jüngeren Jahren so arm, daß er täglich mit seiner Arbeit einen Tarpeik verdiente. Davon gab er die Hälfte dem Thürhütcr dcS Lehrhauses, um ihn hineinzulassen, und von der anderen Halste lebte er mit seiner Familie. Einst fand er keine Arbeit und hatte die kleine Münze für den Thürhütcr nicht. Er legte sich daher auf das Dach des LehrhanseS und lauschte durch die Lichtössnnng die ganze Nacht den Lehrvorträgcn seiner Lehrer Schemaja und Abtalion. Am Morgen wollte cS zur gewohnten Stunde im Lehrhanse nicht hell werden. Man forschte nach der Ursache und fand Hillel unter Fuß hohem in der Nacht gefallenem Schnee begraben. De,her das Wort הלל מחייב עניים. Will sich Jemand, der nichts lernt, mit seiner Armnth und seinen NahrnngSsorgen entschuldigen, so verweist man ihn auf Hillel'S Beispiel. תנא ,ודאשתמש .בתנא, Krone, ist die ,כתר תורד, die Krone der?»^-Wissenschaft. Wer diese ״.Krone" zum gemeinen Werkzeug dcS VorthcilS- oder des Ehren- Erwerbs erniedrigt, הלף, gewinnt dauernd weder das Eine noch das Andere. Dieser Satz kann als begründcnde Ergänzung der vorangehenden betrachtet werden. Wenn Keiner sein ׳ תורהWissen zum Gelderwerb gebraucht, sondern unentgeldlich lehrt, so hat Keiner Entschuldigung, wenn er nichts lernt. *)14. Er pflegte zu sagen: Wenn ich mir nichts bin, wer ist mir! Und wenn ich nur für mich bin, waS bin ich! Und wenn nicht jetzt, wann dann! Das Wichtigste und Wesentlichste, was der Mensch anznstrcbcn hat, seine geistige Tüchtigkeit und sein sittlicher Werth, kann er nur durch sich selber erlangen, und auch für die Erlangung, geschweige denn für die Erhaltung ihn, nothwendiger materieller Güter ist er in allererster Linie ans sich, ans seinen Fleiß, seine Arbeit, seine Verständigkeit re. hingewiesen. Zn Allem können ihn, wohl Mitmenschen behülflich sein, allein ohne sein ernstes Znthnn erlangt er, vor Allem behält er nichts. Wenn aber der Mensch Alles, was er ist und wird, nur durch sich ist, darf er gleichwohl nicht sagen: bin ich Alles nur durch mich. so will ich cS auch nur für mich sein. Der Mensch fängt erst an ein Mensch, th ׳» הוא היה א0־ אם אין אני ל*י מי י1י וכשאני?1עצמי־ מה אגי ואש עכשו אימהי. seines Gottes Ebenbild, Zn sein, wenn er in selbstloser Hingebung das Wohl seines Mitmenschen zu schaffen, zu gründen und zu mehren, thätig ist; wenn er nur für sich ist, was ist er dann?! Und diese deine Menschenbernfsthätigkcit für dich und durch dich für Andere, verschiebe sie nie, jeder Augenblick gehört ihr, und weißt du, ob noch der nächste Augenblick dein ist? *)15. Schammai sagt: mache dein תורה- Lernen zu etwas fest Bestimmten, versprich wenig und thnc viel, und empfange einen jeden Menschen mit einem freundlichen GesichtSansdrnck. זחוחס^תורה ist ja die erste und wichtigste Aufgäbe, ,veil durch sie die Erkenntnis; lind Lösung unseres ganzen PflichtlebcnS bedingt ist. Welcher sonstigen Beschästignng daher auch unsere Zeit angehören möge, sollen wir dies ^IN-Lcrnen nicht bem Ungefähr überlassen, sondern uns täglich eine bestimmte Zeit und ein bestimmtes Pensum für unser Lernen scslstellcn und inuchalten, sonst könnten wir durch andere Bcschäftignngen vom Lernen nnS abhaltcn lassen und von dem Schöpfen ans diesem Born unserer geistigen Nahrnng immer mehr fern blieben. Während wir aber für unser Lernen nnS von vornherein ein bestimmt Inuepihaltendcs fcststellcn, sollen wir für unser Thun nichts Festes geloben, sollen wenig versprechen, desto me!)׳r aber leisten. Soll aber unser Wort kein ״vielversprechendes" sein, so soll hingegen unser Benehmen und Entgegenkommen gegen jeden Menschen ein so freundliches sein, daß ein Jeder daraus die Uebcrzeugnng unseres Wohlwollens schöpfe, das stets bereit sei, die güten und zu billigenden Wünsche Anderer nach besten Kräften zu erfüllen. (Fortsetzung folgt.) a Jus int MMmr ftmtirtt 1795-1812. (Fortsetzung.) Donnerstag, 2. August, erschien Notar Wagnar bei den Parnassim, nur im Namen von 17 Personen deren Mitgliedschaft zur Gemeinde zu kündigen, der Parnaßpräsident ersuchte ihn, dies schriftlich zu thnn, da sie nur provisorisch ihr Aint verwalteten und ihnen deshalb nicht gestattet sei, die Kündigungen anznnehmen; er müsse sich zu der Kommission der drei Advokaten Bo!lt, Walraven und EnperuS damit begeben. — Am 8. August ließ הירץ ברענזיר durch einen Stadtbotcn feine Mitgliedschaft atlfsagcn. Auch protestirle Notar אה Suco •י שמי אומר עשה תורתך קכע אמיר מעט ועשה הרכה והוי הארס כסכר שנים ישות■

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