Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1886)
- Article
- Österreich-Ungarn : Papa [Nachricht]
- Date
- 1886-03-03
- Page
- 141 (sequence 2)
- Language
- German
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141 provisorisch ernannten Vorsteher übergeben. Noch ruhen und rasten unsere Gegner nicht, doch können wir getrost in die Zukunft blicken, nachdem nunmehr durch Ministcrial- Erlaß das bestrittene Recht derNitual-Sektion, gegen die Wahl eines irreligiösen Vorstandes, sowie gegen alle mit den rituellen Satzungen im Widerspruche stehenden Beschlüsse desselben ein Veto einzulegen, dekräftigt wurde. Dieser erfochtene Lieg sei der schönste Lohn allen Jenen, die unerschrocken in die 'Arena traten, und mit nachahmnngswürdigem Eifer der orthodoxen Sache zum Siege verhalsen. (Hrost-Tapolesüny (Ungarn). Mit Gegen wärtigem nehme ich Veranlassung, Ihnen von einer bescheidenen, aber schönen und acht jüdischen Feier zu berichten. ,י׳ "נ פ׳ תצור hat der hier bestehende Jugendverein שדנזר תורה, dessen Ten den.; es ist, allabendlich die Znsammcnknnst junger Kansleute, behufs Belehrung derselben in תג" ך und מוסר zu veranstalten, eine סעורת מצות לסיום נביאים ראשונים begangen. Anger den jugendlichen Mitgliedern des Vereins, die sich vollzählig eingeflinden halten, sind von den geladenen Gästen hervorznhebcn: die Herren Oberrabbiner Philipp Schlesinger, Gemeindevorsteher Jakob Löwbär, B. Felsen - bürg und jäimntliche mir בני der Gemeinde, welche abwechselnd die Vorträge zu halten pflegen. Das Fest wurde vom Herrn Vereinspräses Sigmund Friedmann mit einer formschönen, an edlen Gedanken nnd Betrachtnngen reichen Rede eröffnet. Dann begann die lebhafte und sehr gemnthvollc Unterhaltung, in deren Verlaufe noch folgende Herren sehr entsprechende Tischreden hielten: Oberrabbiner Schlesinger, Frau; Renmann nnd Jgn. Schweiger. Als eine der schönsten Tischreden ist noch jene des Begründers dieses Vereins. Herrn Joses Felsenbnrg, hervorzuheben. In seinen reich mit hebräischen Zitaten durchsetzten Ausführungen feierte er die hohe religiöse nnd ethische Bedeutung des Vereins und dessen Wirken für die Erhaltung des 1111verfälschten jüdischen Geistes nnd schloß mit der Zn verficht ans das krästigste Gedeihen des Vereins. Das Fest, welches bis zum Hellen Morgen Alles in jüdischheiterer Stimmung beisammenhielt, wltrdc vom Herrn Vereinspräses mit einer Ansprache beschlossen, welcher aber noch Beantwortungen von Seiten der Herren Löwbär nnd B. Felscnbnrg folgten. * Diakvvär (Slavonien). Der ״N. jnd.P. Ztg." wird von hier geschrieben, das; der Bischof Strohmaycr kürzlich an der HochzeitSfe.ier der Tochter des dortigen angesehenen jüdischen Kaufmanns Adolf Kohn theilnahm. Er ließ daS Brautpaar nach der Trauung in der Synagoge zu sich in seinen Palast vermittelst seiner Staatsegnipage abholen, um ihm seinen Segen zu erthcilen. Die ״N. jüd. P. Ztg." bemerkt dazu, daß in Kroatien allerdings kaum irgend etwas von der antisemitischen Strömung der tranSlcithanischen ReichShälste verspürt worden ist. R u m ä n i c n. ]j. Jassy, 2:J. Februar. Der hiesige Appelhof hat den gemißhandclten Herrn Markus Löbcl von der Anklage deS Aufruhrs nttd der Answiegclung freigesprochen nnd die Sache vor das Schwttrgericht vcrwiesen, weil sic eventuell ein Preßdelikt iuvolvirt, welches nach hiesigem Recht zur Kompetenz der Schwur׳ geeichte gehört. Da hat man nun den wackern Mann n׳ic einen gemeinen Verbrecher gemartert nnd in Ketten gehalten. Das ist rumänische Justiz! N usiland. ../. Petersburg, Februar. Es beginnt doch hin und wieder in manchen Gemüthcrn zu dämmern. Die bittere Nothwendigkeit besiegt manchmal das Bornrtheit, מלאך רע בעל ברחו יענה אנץ, auch der Haß wird durch die Noth gezwungen, für die Wahrheit Zeugnis; abznlcgen. In den den Inden verschlossenen Gubernien ist das Elend theilweise sehr groß. ES fehlt der betriebsame, intelligente, nüchterne Jtide, um den Produkten einen Werth zu verschaffen,׳ nnd die landwirthschaftliche nnd sonstige Industrie zu beleben. Unter Anderen macht die ״Most. Wied." darauf aufmerksam, daß die Prosperität des beträchtlichen Fischhandels an z der Wolga nur den Inden zu verdanken ist. Ob aber j diese Erwägungen irgend welche legislatorische Folgen! haben, das ist doch sehr zweifelhaft. | |M Kiew, 27. Februar. Von dcn wegen Rücksührnng einer getauften, der russischen Landeskirche angehörenden Jüdin zur mosaischen Religion angeklagten Inden nnd Jüdinnen vernrtheilte das hiesige Bezirksgeeicht sieben Personen zu fünfunb drei Personen zu dreijähriger schwerer BergwerkSarbeit. Eine weibliche Angeklagte wurde freigesprochen. (Berl. Tagbl) .1. Iltts Br'ssarabieir. Den durch Mißerltten hart bedrängten jüdischen Kolonisten in Bessarabien und Eherson soll ia Folge kaiserlichen Befehls ein unverzinslicher Vorschuß von :!0 816 Rubel ans fünf Jahre ans den Kreiskassen gewährt werden. — Zeitungsberichten zufolge, starb kürzlich in Percjaölaw ein sehr angesehener Israelit. Herr Abraham Sarin) 11 i, im Alter von 1 l 7 Jahren. Er war acht Mal verheiralhet und stets gesund nnd kräftig. Sein ältester Sohn zählt jetzt 82 Jahre. Amerika. \V\ Newyvrk, Februar. Die beabsichtigte Grün-! düng eines ״Jüdisch-theologischen Seminars״ beginnt j immer mehr Gestalt cmznnehmen. Der Sitz desselben! wird die hiesige Stadt sein. Eine wohlthütige Dame,