Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 8 (25.2.1886)
- Article
- Frankreich : Paris [Nachricht]
- Date
- 1886-02-25
- Page
- 125 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hrodna 2× ep/1044655
- Kaunas 2× ep/1000678
- Minsk 2× ep/1000754
- Vilnius 2× ep/1000947
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125 diese Geldzeichnnngelt gesainmelt, hatte dann in den Bemühungen dafür nachgelassen, so daß das Einnahmebudget in Gefahr ist. (Ein GemeindcbeitragSzivang wie in Deutschland existirt hier nicht.) Das Ausgabebudget wächst dagegen Non Jahr zu Jahr. Die Kammcrn haben überdies, wie für alle Kulten, so auch für den jüdischen, die Zuschüsse rednzirt. Man appellirl min durch Zirkulare und persönliche Bemühungen an die Opfcrfrendigkeit unserer Glaubensgenossen. Frau Heinc-Fnrtado hat 20 000 Franken bereits gespendet, und andere große Geldspenden werden von verschiedenen Seiten in Aussicht gestellt. Wie vor Tausenden von Jahren für das Hciligthnm, so sind noch heute die Juden allüberall bereit, freiwillig zum Kultus zu spenden, dem Aufrufe entsprechend 2. B. M. 35, 5: Nehmt von euch eine Hebe dein Ewigen. כל נדיב לבו ״*ביאה את תרומת ד׳ זהב וכסף ונחשת. Wir können hier nur den Wunsch nicht unterdrücken, daß die Ver- Wendung der zu KultnSzweckcn gespendeten Summen auch stets in so. gesetzlicher Weise und zu so acht jüdischen Zwecken geschieht, daß cs nicht wie Spott klingt, den obigen beim Bau der StistShütte ergangenen Ruf auf unsere Verhältnisse anzuwcnden. Möchte in unseren Tagen die Opferfreudigkeit auch namentlich den Chewrauß. den Genossenschaften zum Studium der Thora, zu deren Bildung von unseren Weisen s. A. zu Beginn unserer Sidroh in Anschluß an den Ausdruck ויקהל gemahnt wird, sich zuwenden, und vor Allem auch der großen ״Freien Bereinigung", die, von Frankfurt a. M. ausgehend, hosfeutlich alle wahren Anhänger des gcschcstreuen JudcnthumS unter ein Banner samineln wird zur Anerkennung des כקב״ נדהי עמו ישראל, der Diejenigen, welche nicht nur von den Judenfeinden, sondern leider oft von seinem eigenen Volke Jißracl, נדהים, verstoßen werden, vereinigen und zur Erlösung, zur נאולה führen wird. N1! ßlan d. אלמוני. Ans West-Russland. Die Lust ist einmal wieder mit Gerüchten durchschwaugert von einer demnächstigen Regelung der jüdischen Verhältnisse. Die Zeitungen bringen fortwährend Nachrichten über die Arbeiten der JudcukomMission unter dem Vorsitz des Herrn Grafen Pahlen. Ich habe mir versichern lassen, daß Alles noch beim Alten ist und man keinen -Vossmmgen und Befürchtungen in Bezug auf die Arbeiten dieser Kommission Raum zu geben. hat. Dieselbe soll noch um keinen Schritt weiter gekommen sein. Ich will dieses aber auch nur unter Reserve mitgcthcilt haben. Nicht Jeder, der sich für gut unterrichtet hält, ist eS auch in Wirklichkeit. k. Warschau. Offiziellen statistischen Nachweisungen sind die folgenden Ziffern entnommen. Es dürfen die Juden außerhalb der Ostseeprovinzen und Polen nur in Klcinrußland, Südrußtand und Weißrußland wohnen. Die 20 Gouvernements Großrußlands und die 10 Gouvernements OstrnßlandS sind ihnen verschlossen; die crstcren umfassen 2 320 113, die letzteren 1 536878 Qnad.-Kilm.; Kleinrnßland zählt 4 Gouvernements: Kiew, Tschcrnigow, Poltawa, Charkow, zusammen׳ 207 780 Qnad.-Kilm.; ׳Südrußland zählt 4 GouvernementS: Jekaterinoslaw, Taurien. Cherson, Bessarabien, zusammen 275 759 .Qnad.-Kilm.; Weißrußland zählt 8 Gouvernements: Podolien, Wolhynien, Minsk, Mohi׳ lew, Witebsk, Kowno, Wilna, Grodno, zusammen 420 333 Qnad.-Kim. Es sind den Juden demnach 30 Gouvernements mit einem Flächeninhalte' von 3 656 991 Qnad.-Kilm. verschlossen und 16 GouvernementS mit einem Flächeninhalte von 903 872 Quad.- Kilm. geöffnet. (Polen und die Ostsecprovinzen kommen hier nicht in Betracht.) Diese 16 Gouvernements zählen in runder Summe 25 500 000 Einwohner, darunter 2 930 300 Juden, die letzteren bilden also 11,5"/« der Bevölkerung. In den Gouvernements Minsk, Mohilcw, Kowno und Grodno bilden sie etwa 20"/«., in Podolien etwa 19"/«, in Wilna, Wolhynien, Bessarabien, Witebsk und Kiew etwa 12—15״/״, in Cherson 10°/«, in Tschcrnigow 4,4“/״, in Jekaterinoslaw und Poltawa з, 5"/«, in Taurien 2,5 7׳« und in Charkow 0,4"/,. der Bevölkerung. In 4 Städten bilden sie 80"/«, in 14 Städten 70—80"/.., in 68 Städten 50—70%, in 29 Städten 20—40"/,» der -Bevölkerung. In Kiew wohnen 11 000 jüdische Seelen, welche, 5 Köpfe ans die Haushaltung gerechnet, 2200 Familien darstellen. Von diesen sind 1800 Handwerker, ZOO Aerzte, Advokaten und sonstige Stndirte, 112 Handelsagenten, Makler и. dgl., 22 Wirthe, 14 Bankiers, lieber die landwirthschaftlichen Verhältnisse der Inden haben wir Kürzlich berichtet. .. x. Petersburg, Februar. Der ״Nuß" beklagt sich über die Inden, daß sie ihre Kinder zu gut erziehen und diese zu gut deanlagt sind. Er -beschäftigt sich namentlich mit den jüdischen Mädchen und führt bittere Beschwerde, daß sie ihre christlichen Mitschülerinnen überholen. Der Seufzer dieses wackern Blattes lautet also: Die Jüdinnen sind im Allgemeinen emsig und sehr fleißig; die jüdischen Eltern lieben ihre Kinder sehr und scheuen keine Opfer, um ihre Töchter in gute Schulen zu senden, und sind sehr darauf bedacht, daß ihre Töchter bei der Aufnahmeprüfung nicht zurückgewiesen werden können. Sie lassen sie nämlich für höhere Klassen vorbereiten, melden sie aber dann für eine niedrigere an. Wenn die Negierung nicht Spezial- Verfügungen erläßt, diesem Uebel der Ueberfltthung der höheren Mädchenschulen durch jüdische Elemente im