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Jeschurun · 1886-02-25 · Heft 8 (25.2.1886) · p. 124

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 8 (25.2.1886)
Article
Österreich-Ungarn : Lemberg [Nachricht]
Date
1886-02-25
Page
124 (sequence 2)
Language
German
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124 bei* diesen Theil der Bevölkerung von der Sonntagsruhe befreien sollte, vorzulegen. Holland. :1־ Tilbrrrg, 18. Februar. In Betreff des in unserer vorigen Nummer erwähnten Erlasses des Bischofs! von 's Voich in Leranlassung der bei dem Leichen-! bcgängnissc des Herrn Eatz vorgcfallencn Exzesse, cm--! Pfaugen wir von dem Israelitischen Kcrkeraad zu Tilb^ g! die Mitthcilnng, daß, wie wir vcrmathct, jener vischöf-! liäie Hirtenbrief, welchen verschiedene Zeitungen verj offentlichtcn, durchaus erdichtet ist. Er gicbt sich! als einen ironischen Tadel der betreffenden Personen, s welche das Volk in einem so verwilderten Zustande gelassen haben. Dänemark. kosten ha gen, IG. Februar. Gestatten Sic, Herr Redakteur, daß ich Ihre Leser auch von dem Stillleben der jüdischen Gemeinde in der dänischen Hauptstadt ein wenig unterhalte. Im Laufe der gegenwärligen rauhen Jahressaison veranstaltet der Ez- Ehazim-Vcrcin einige gediegene und interessante Vorträge. Herr 1)1׳. Simonsen sprach sehr geistreich und anziehend über Moses Mendelssohn, dessen Bedcutung,' Zeitgcnosscnschast und die damaligen Verhältuisse seiner Glaubensgenossen in Deutschland. Der greise 65 jährige Obcrrabbiner, Herr Professor 1)1׳. $801 ff sprach über Maimouides als Gcsetzcslchrer, Philosoph und Arzt. Der weite Raum des Saales war Kops an Kops gefüllt und folgte der mit großer Lebendigkeit und in jugendlicher Frische vorgetragcnen Darstellung in unausgesetztem Interesse. — Gleichzeitig erlaube ich mir, Ihnen ein Referat zu geben von der Einweihung eines neuen Friedhofs. Seit dem Bestände der hiesigen Gemeinde hat dieselbe nur einen einzigen Begräbnißplatz benutzt. Da dieser aber jetzt beinahe gänzlich belegt ist, hat die Gemeinde von der hiesigen Be- Horde einen Platz unter sehr günstigen Bedingungen käuflich erworben. Das Programm der Einweihungsfeierlichkeit war folgendes: Psalm 130 und 23 wurde von Kantor 11 ub Gemeinde abwechselnd rezitirt. Herr Rabbiner Simonsen trug daraus' die letzte Mischna von Masechet;בדבור und von Gemara Sanhedrin Seite 46 D01־. Sodann trug der Präses der Kabrouim (Beerdignngsbrüdcrschast), Herr M.L.Melchior, Gemara Mord Kalon Seite 5 a vor. Darauf wurde ein Umgang um den Platz vorgenommen, während Kantor und Chor Psalm 91 absangcn. Sodann hielt der Obcrrabbiner, Herr Professor D1\ Wolfs, die Einwcihungsrcdc, mit den Worten כיח אנחנו מה היינו einleitend. Kantor und Gemeinde rczitirten alsdann Psalm 49, worauf die Verse 145, 156, 123, 166, 71 und 107 von Psalm 119 abacsnngen wurden. ES folgte nun ein Geber für die Gemeinde, und die schöne und erhebende Festlichkeit wurde mit אמר ר׳אלעזר und קדיש דרבנן geschlossen. Der Oberrabbiner hatte die Gemeinde aufgcsordcrt, diesen Tag als Fasttag zu begehen, welches auch von vielen Gewcindcmitgliedcrn geschah. Da leider hier in Kopenhagen in letzter Zeit für die Lcichcnverbrcnnung viel Propaganda gemacht wird, so hat Professor Wolfs die Gelegenheit benutzt, sich stark dagegen anSznsprechen, und wurde auch dieser Theil seiner Rede von nichtjüdischen Geistlichen sehr beifällig ausgenommen. Frankreich. * Paris, 9. Februar. In der Sitzung der ,.Academie des Inscriptions“ am 29. Januar machte, wie der ״Vossischen Zeitung" gemeldet wird, Mr. A. Bertrand folgende wichtige Mitthcilnng: Das Grab der Könige von Inda, jetzt ״Obur el Moluk" genannt, befindet sich mm in dem Besitze Frankreichs. Die Erben von Emile und Isaak Pereire haben dieses Monument ans Veranlassung von Felicicn de Saulcy angekauft und der französischen Nation zum Geschenk gemacht. Die Donationsakte lautet: ״Indem wir (die Erben von E. und I. Pcreirc) dieses Monument dem Staate überweisen, stellen wir die ausdrück!iche Bedingung, daß es seiner jetzigen Bestimmung (als Gcbctsort) erhalten bleibe und in Zukunft keinerlei Aendernngcn erleide. Zum Gedüchtniß an unsere Schenkung wird ans unsere Kosten in der westlichcn Vorhalle dieses Banmonnments eine Inschrifttafcl angebracht, durch welche die Namen der Donatoren, des Gelc'hrten Mr. F. de Laalcy. des Mr. Patrimonio, vormaligen französischen Konsuls in Jerusalem, durch welchen der Ankauf des Monuments für unsere (Vereire'sche) Familie erfolgt ist, sowie des Architekten Mauß, französischen Negicrnngsbanmcisters, welcher dieses Baudenkmal wieder hcrgestellt hat, verewigt werden sollen. Diese Inschrift soll folgenden Wortlaut haben in hebräischer und in arabischer Sprache: ,,Obiir el Moluk. Monument, käuflich erworben im Jahre 1878 durch Emile und Isaak Pereire, um cS der Wissenschaft und der Verehrung der gläubigen Kinder Israels zu erhalten, auf den Rath von F. de Saulcy, memdro <10 1'Institut, und durch die Mit< Wirkung des Mr. Patrimonio, französischen Konsuls in Jerusalem, und restanrirt von dem französischen Regierungsbanmcister M. Mauß. Frankreich geschenkt von der Familie Pcreirc im Jahre MDCCCLXXXV. *** Paris, 21. Februar. Nach dem ״Arch. Isr." beschäftigt man sich in diesem Augenblick in Konststorialkreisen eifrig damit, die Gemeindebeiträge neu zu organisiren. Man hatte vor sechzehn Jahren

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