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Jeschurun · 1886-02-25 · Heft 8 (25.2.1886) · p. 121

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 8 (25.2.1886)
Article
Die Juden in Jemen
Date
1886-02-25
Page
121 (sequence 1)
Language
German
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MS. Jeschurm», 121 r. Dir Indkii in Iriiirn. Om 32. Bande der ״Mittheilnngen D!׳. A. Petermann'S und InsluS Perthes' Geographischer Anstalt" wird and dem Tagebnchc des Forschnngs-rciscndcn Eduard Glaser eine Iieisebeschrcibnng ״Bon Hodeida nach San'«! vom 24. April bis I. Mai 1 885" veröffentlicht; das in derselben von den Verhältnissen der dortigen Inden Handelnde soll im Folgenden hier wiedergegeben werden. Wir wollen nur zuvor bemerken, daß man unter Jemen im weiteren Sinne den ganzen Süden und Südwcstcn Arabiens, im engeren Sinne jedoch nur die Süd-Wcstecke der Halbinsel, oder den Landstrich zwischen HedschuS, Rcdschd, Hadramant und dem rothen Meere versteht. Jemen ist das ״Glückliche Arabien" der Alten. Hodeida, der Ausgangspunkt der Reise, ist ein sehr besuchter Hafen am arabischen Meerbusen; SaiLn. Residenz eines Omann, liegt ans einer Höhe, N.N.O. von Mokka. — ES heißt nun in jenem Berichte (S. 46): ״Vermischt mit den JSimV iligia und den Tnjnd kommen auch zahlreiche Juden vor, und zwar in Sa'fnn. Menükha, in den Dörfern bei Menükha, dann ganz besonders in San'n. Entgegengesetzt ihren abessinischen Brüdern, tragen sie an keinem Punkte dcS Landes Waffen und werden allen Dcmüthiguugen seitens der Araber anSgesctzt. Ebenso wie die Sabäer und Himjaren seit den ältesten Zeiten nach Norden anSgriffen und dort Kolonien anlegten, haben auch die alten Inden ihr Augenmerk nach Außen, speziell nach Süden, gewendet, lvo sic befreundete Königreiche wußten. ES scheint durchaus keine Fabel zu sein, daß zahlreiche Inden auf dem großen HaudclSwege im Innern der arabischen Halbinsel schon zur Zeit Salon!o'S bis nach dem Jemen vordrangen, immer in Verbindung mit den ihnen befreundeten Sabäern und sich gegenseitig unterstützend. Die ersten jüdischen Einwanderer, allerdingö in unbedeutender Zahl, dürften also vielleicht schon zur Zeit Salomo'S, das Gros jedoch gewiß nicht viel vor k 200 Jahren, inS Land gekommen sein. Vielleicht sind sie gerade den Ghassüuiden nach den! Oeiucn nachgefolgt. In den hirnjarischen Inschriften, die doch bis zum dritten oder vierten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung hinausreichen, finden sich die Juden ebenso wenig erwähnt wie in den älteren sabäischen Inskriptionen. Sie scheinen nur in kleinen Kolonien als Handelsleute links der bekannten innerarabischcn Handelsstraßen gelebt zu haben, welche ursprünglich ihren HauptanSgang von Mnrib nahmen und sich von hier übcrNedjrnn nach Lenkckome, Ghaza, an den Euphrat, nach Bahrein und nach einigen Küstenplätzen der hadhramantischen Küste hinzogen. Erst als die wichtige Route von Mürib nach Syrien aufgegeben und nach W. ins Gebirge verlegt wurde, kamen die Inden ins eigentliche Jemen, wo sie unter günstigen politischen Verhältnissen durch starke Einwanderung sich vermehrten. Gegenwärtig rücken sie sogar bereits gegen die Tihnma vor (Mennkha, Sa'fan. Di. Bnrn u. A.). Sie haben entgegn! allen phantastischen Berichten niemals eine Rolle gespielt und bieten nur die eine Merkwürdigkeit dar. daß sic in der Aussprache dcö Hebräischen beinahe vollkommen mit den sogenannten Askene.zim (Juden Rußlands, Oesterreichs und Deutschlands) üvcr'ciustimmen, was gelegentlich einmal speziell besprochen werden sott. Auch hinsichtlich der Inden ist cS mir gelungen, eine uralte arabische Foliantcnhandschrift in meinen Besitz zu bekommen, welche werthoolle Aufschlüsse über die Inden und ihr Verhältnis zu den verschiedenen arabischen Stämmen in Arabien enthält, mit denen sie vor dem Auftreten MohamedS gciucinschastlich wohnten. Leider fehlt der Name des Verfassers dieser Handschrift." Soweit der Reisebericht, der ja deS Interessanten recht viel enthält. Es wäre sehr zu wünschen, wenn das dort gesammelte Material weiter anSgcbeutet wurde, insbesondere, wenn sich der Verfasse!׳ oder der französische Akademiker I. Ocreinbourg, welchem der Verfasser vor nun schon zwei Jahren einen eingehenden Bericht über die religiösen Verhältnisse Südarabiens für die Academie des inseriptioiis et,Beiles Art.es einsandte, entschlösse, diese Arbeit, welche leider, wie alle dorthin gesandten Berichte, Kartenskizzen und hirnjarischen Inschriften ihrer Bestimmung nicht zugeführt wurden, endlich der Oefscntlichkeit zu übergeben. — Es wundert nnS allerdings, warum der Verfasser am Schlüsse seiner Betrachtung über die Inden die Ansicht aufstellt, daß ״cS für die jemenischen Inden ein Glück wäre, wenn sic ein beredter Apostel entweder . zum Ehristenlhum oder Islam bekehren könnte." Nach dem vom Verfasser Angeführten können wir nnS noch nicht einmal einen plausiblen Grund denken, welcher den Verfasser zu dieser Ansicht veranlaßt hat. Wir wären sehr begierig, vorn Verfasser über den Grund dieser seiner Behauptung aufgeklärt zu werden. Zinn Schlüsse sei noch bemerkt, daß in Hodeida seit einigen Jahren auch zwei europäische Israeliten wohnen, der eine als Associe des italienischen Honorar-Konsnlaragenten, der andere ein anS Konstantinopcl eingcwanderter Kaufmann. Korrespondenzen nab Nachrichten. Deutschland. ft. Wurzburg, 19. Februar. Heute wurde der wegen seiner wahren Frömmigkeit allverehrte Herr

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