Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1886)
- Article
- Rußland : Petersburg [Nachricht]
- Date
- 1886-02-18
- Page
- 111 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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111 Doktortitcls ober eines andern akademischen Grades sind, sich außerhalb der Zone ihres beständigen AufcnthalteS nur temporär anshalten, um Erbschaftsangelcgenheilcn zu ordnen, ihre Interessen bei den Ne« : giernngsbchörden zu vertreten .und zu HandclSzwecken.! Doch in Wirklichkeit leben in den inneren Gönnerj nemcntS auch solche Juden, welche das gesetzmäßige Recht dazu nicht haben; demnach ist cS mehr als wahrschcinlich, daß die Umgehung des Gesetzes auch für diejcnigen, welche sie gestatten, vortheilhaft ist. Die Kom- Mission des Grasen Pahlcn konnte sich daher nud) unmöglich der Erwägung verschließen, daß ähnlichen Miß-- brauchen, welche aus der Rechtlosigkeit mehrerer Millioneu steucrzahlcuder Bürger cmaniren, kein Gesetz einen Riegel vorschieben kann. Dieser Ansicht schließen | sich auch die meisten Gutachten der lokalen Autoritäten! über die Judenfrage an. Nur die Erweiterung der! Rechte der Juden, so lauten diese Meinungen zuj sammeugefaßt, können die Zahl der Gesetzesübertretungen! durch Inden vermindern, doch ist aus vielfachen Gründen nur eine allmähliche Emanzipation wünschenSwerth. Dessenungeachtet plaidiren die lokalen Antoritiiten für! die Beschränkung der Gewerbcfrcihcit der Inden auch j in den Provinzen, wo sic das Ausenthaltsrecht ge- ' nicßen, und zwar soll ihnen die Beschäftigung mit der ׳ Landwirthschaft, mit dem Getränkehandel und über- , Haupt mit dem Kleinhandel erschwert werden, der sie! in enge Beziehung zur Landbevölkerung bringt. Betreffs! des Landerwerbes durch Juden gehen die Gutachten > bedeutend auseinander. Die Einen sprechen sich katei gorisch dagegen ans, Andere wieder wollen den Land-! erwerb znlassen, von der Landpachtung durch Juden 1 aber nichts wissen, und die Dritten endlich stehen für vollständige Gleichberechtigung der Juden ein, um so mehr, als der Landcrwerb selbst Ausländern nicht vcrboten ist. Die ״Revue Rnßkaja Myssl" macht die ganz richtige Bemerkung, daß der Tenor der Gutachten inn so größeres Erstaunen Hervorrufen müsse, als unter dem Rcgilnc des Grafen Jgnaticw die lokalen Autoritäten in den Jndenhetzcn nur die Rückwirkung der Ausbcntung der Bolksmasscn durch die Juden erblickten. Nur der damalige Gencralgonvernenr von Wilna, Graf Todlebcn, war anderer Meinung und, während dicht au der Grenze seines Gebietes eine Judcnhetze der andern folgte, blicb dieses von Ausschreitungen des Pöbels bewahrt, ')koch bcmerkenswerthcr ist das Faktum, daß mit dem ttmschwung in den Anschauungen der lokalen Autoritäten auch die Jndenhetzcn von der Bildfläche verschwanden. So genügte denn die kurze Spanne Zeit von drei Jahren, die lokalen Autoritäten nicht allein ihre Meinung betreffs des ungünstigen Einflusses der Inden auf die wirthschaftlichen Verhältnisse der unteren Volksklasscn vergessen, sondern auch für die, wenn auch mu־ stufenweise Emanzipation der Inden plaidiren zu lassen. (N. Fr. Pr.) Ntnnänien. Bukarest, Februar. Von Seiten mehrerer Israeliten, welche ihrer Militärpflicht Genüge geleistet haben und zu ihrem früheren Erwerbe nicht zurückkehren können, wird eine Immediateingabe an den König vorbereitet, des Inhalts, daß man ihnen von den Staatsdontaincn Ländereien in Erbpacht geben möge. Man sieht, die Juden verabsäumen nichts, um trotz aller Bedrückung und Verhöhnung sich einen redlichen Erwerb zu suchen. Im Falle dieser Bitte in umfassender Weise stattgegcben werden sollte, würde dem Lande sowohl wie speziell den Inden ein wichtiger Dienst erwiesen werden. Es dürfte aber kaum anzunehmen sein, daß .man einem solchen Gesuche Gehör verleihen wird. Inserate werden die 8spaltige Petitzelle oder deren Raum mit 25 Pfg. berechnet. rl Für den Inhalt derselben übernimmt tue Redaktion keinerlei Verantwortung. Insertions» und Abonnements.Annahme für Frankfurt a. M. anch bei Hcrrn I. Kansfmann daselbst, ohne Preiserhöhung. Soeben ist erschienen und durch I. : K a u ff in a n n in Frankfurt a. M., sowie; durch M. Hirschler in Wien, Nabenbergl, 1 zu beziehen: Dauernde בבבוד ארז. t I fr Nlibbiiltn, Lehrer oder (Ocmciiide- ׳ tü Mitglieder, welche Fiirsorge für m i su brave und fleißige Leute in Deutsch. Hj!and tragen, werden Höst, um gefl. sn Franko׳Anfragen --ub. Nr. 022 er- ומדרשי רז ל ה' א בראשית, שמות! ^^sihseshshsihshshshsizs’ä von I. 5ruttstadt, Oberrabbiner zu Nadautz (Bukowina). Preis ./L 1.40. Auch direkt vom Verfaffer. ׳ Fciiis4!«‘IV ' של פסח ,׳, i Aus Baum. 11. Klccblüthen, hellgelb n. fest,! in 5 11. 9 Psd.-Dosen, ä 1 Jt. p.Psd. franko | geg. Nachn. empf. d. Bicncnwirthschast von Ül. Isaac, Niedaltdorf bei Saarlouis. בשר Falksnstein m Taunus. med. Hirsch’s feiliniPii!{!nid AalttMlserliilPall | iiir Brustkranke, Blutarme ״Iid! Ncrvcnlcidcnde, durch Neubau be. deulend vergrößert und mit allem Komfort. Wintergarten 1c. versehen. — Winterkur. 559904