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Jeschurun · 1886-02-11 · Heft 6 (11.2.1886) · p. 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 6 (11.2.1886)
Article
[Rezension] / S.
Date
1886-02-11
Page
95 (sequence 2)
Language
German
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kläruttgöiveise des Verfassers kennzeichnet. Er bemerkt z» '1-1 1אתה תצ1ה את ביי׳ 1יקח1 אליך שמן זיתי זך: Unsere Weisen faßen, daß unser Lehrer Moschch nicht gestorben ist. In der That, da seine ganze LebcnSfnnklion darin bestand, die 3fvaclitcn zmn Verständniß und zur Ausübung der Thora zu bringen und diese Arbeit der Israeliten auch nach seinem Hinfcheidcn aus dieser Welt fortdaucrt, so ist er als nicht gestorben zu betrachten. Haman hatte in seiner Freude, daß das Loos, welches er zur Bestimmung dcS Bcrnichtuugstagcs der Israeliten warf, auf den Monat Adar fiel, den Monat des HinschcidcnS Moschehs, diesen Gedanken nicht beachtet, daß nämlich der 7. Adar als Todestag Moschehs zugleich sein Geburtslag war. Die Thätigkcit seines ganzen Lebens fand ihre Wiedergeburt mit dem Momente, wo das Volk der unmittelbaren Anweisung seines großen Lehrers beraubt, allein das heilige Licht weiter für alle Ewigkeit einporflammeu ließ, das Moschch ihm auf Befehl des Einigen in allerhöchster Reinheit znbcreitcn befohlen, ואתה תצוד. את ב׳י ויקהו אליך שמן זית זך .בתית למאור להעלות נר תמיד ES heißt hier, sie sollen dir das reine Oel ״nehmen" statt .,geben", wie cs and) in! vorigen Wochcnabschnittc heißt, sic sollen mir die Hebe ״nehmen" statt ״geben". Man kann in der Welt für sich nichts Größeres nehmen, als wenn man sich und seine Habe freudig dem Dienste des allgütigen Vaters bereit stellt; dadurch erweisen wir, daß das Licht unseres Geistes und unserer Seele in alle Ewigkeit nach dem Willen des Schöpfers weiter leuchtet, 8 .להעלות נד תמיד. * Neue Pnrimfpiele. A. Goldschmidt. Hamburg. Unsere Literatur ist sehr arm an Werken, welche zur Belebung der Heiterkeit am Purimfcste im hüus׳׳ liehen Kreise geeignet sind. Es mag auch sehr schwer sein, den richtigen Ton zu treffen, welcher einerseits dem Scherze, andererseits dein religiösen Ernste., tvelcher auch der Purinilanuc nicht mangeln darf, zum äugelnessenen Ausdrucke verhilst. Man wird deshalb an derartigen Versuchen, wie dem vorliegenden, einen äußerst milden Maßstab aulegeu müssen, wie mau ja auch dem in der heiteren Taselstimnrung gesprochenen Worte nicht mit kritischen Blicken cntgegentritt. Wenn man in Ermangelung eines Bessern nach dem sich Darbietenden greifen will, so mögen diese anspruchslosen ״Pnrimspicle" zur Unterhaltung am Purimabcnd beitragen. Ein Mehrcs scheinen sie nicht zu beanspruchen. X. Kingeldndt. Zuverlässiger Nachricht zu Folge wurde dem Kaufmann F. (£. Gbcrhardt in Speyer, Inhaber der Fischhandlung gleicher Firma, von seiner Königlichen Hoheit dem Großhcrzog von Baden der Titel eine- Großhcrzoglich Badischen Hoflieserantcn verliehen. Wvieflmsten dev ^rednlUic׳n. Herren R. P. in K., J. F. in 8.. G. L. in F., II. L. in S. 11 A. wünschen von uns Auskunft über die ans Amerika imporlirten Logen des Bene.Berich-Ordens. Da uns außerdem von verschiedenen Seiten theilS einfache Anfragen, theils verschämte Vorwürfe wegen unserer anscheinend feindlichen oder mindestens gleichgültigen Haltung zu diesem israelischen Orden zngekommen sind, die wir noch nicht zu beantworten in der Lage waren, so wollen wir auch diese durch das Folgende zn erledigen uns erlauben. — Wir halten jede, sich mit dein Nimbus des Geheimnißvollen und Besonderen umgebende, vorgeblich für das allgemeine Wol!l wirkende Bestrebung vom Uebcl. Das wirklich Gute und Vernünftige bedarf keines Geheimnisses, ja je besser und zweckmäßiger es ist, je inehr cs für die Allgemeinheit ein Interesse hat, desto weniger wird es sich mit gehcimnißvollcin Beiwerk verquicken wollen. Der genannte jüdische Orden soll den Zweck der gegenseitigen Veredelung und brüderlichen Unterslützung haben; er soll das höchste Problem der ntenschlichen Bolllommenheit sich als Ziel vorgcsteckt haben. Ist dieses in Wirklichkeit der Fall, so dürfte zu bedenken sein, daß Juden, die sich zn einem solchen Zwecke vereinigen, kein höheres und kein anderes Ideal vvrschwcbcn kann, als die Verwirklichung des jüdischen Gesetzes im eigenen Kreise. Es müßte deshalb die nächste angelegentlichste und ausschließlichste Pflicht der Logenbrüder sein, sich gegenseitig zur gewissenhaften Beobachlnng der jüdischen Ncligionspslichten zn ermuntern und deren Verständniß zu fördern, also z. B. damit zn beginnen, alle' geschäsilichen Arbeiten am.' Sabbath einznstellen, die Speisegcsctze zn beobachten n. s. w. Hiervon hat man aber weder in der amerikanischen Mntterloge, noch den deutschen Töchlerlogen bis jetzt etwas vernomineii. Es wird vielmehr anscheinend dem in nnsern Augen verderblichsten und unwahren Prinzipe gehuldigt, welches nnlcr dem Stichworte ״Ansschlnß der religiösen Frage" wahrhaft verheerend wirlt und in Wirklichleit nach linscrer Auffassung nichts Anderes bedeutet, als Verdnnkelnng und Bcrlengnnng des jüdischen Bewußtseins. Wir können uns mit nnscren nichtjüdischen Brüdern sehr wohl zur Förderung der auch von ihnen anerkannten, der jüdischen Lehre entstammenden Hniitanität vereinigen. Wenn aber Inden allein zur Förderung der gegenseitigen Vervollkommnnng zusammentreten, so haben sie sich ganz aus den Boden des jüdischen Gesetzes zu stellen, und ihr Plinzipinm muß die volle An er-, kcnnung des ganzen In de nt bums sein. Jedes andere Priitzip ist ein Verlassen des jüdischen Bodens. In Amerika verdankten die jüdischen Orden Kecher-Schel-Barsel und Bene- Bcrith ihr Entstehen und ihre Verbreitung vornehmlich dem Bedürfnisse gegenseitiger Unlcrstütznng der ans den verschiedensten Ländern in Amerika eingcwandrrtcn Jitden. In Deutschland dagegen dürfte dem Umstande, daß die Freimanrerlogen in Folge der antisemitischen Strömung den Inden vielfach nicht leicht zugänglich sind, die Gründung von Benc.Berith.Logen znzuschreiben sei. Wviefkcrsten dev K.vpediiron. vidduek ekknverim, RerUn. Empfangen.

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