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Jeschurun · 1886-02-11 · Heft 6 (11.2.1886) · p. 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 6 (11.2.1886)
Article
Pirqe avot
Date
1886-02-11
Page
84 (sequence 2)
Language
German
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84 erfreuen. Tändeleien mit anderen und Anderer Frauen; haben aber auch noch Gefährdung sittlicher Lauterkeit! im Gefolge.;מבא. Ans diesen Sätzen bildete sich daun : der Ausspruch, der auch für ein mehr als zulässiges : Pflegen tändelnder Unterhaltung im eigenen häuslichen : Kreise, die Möglichkeit einer ernsten Gefährdung eines dem Pflichtcrust deö Uebens und LernenS geweihten Lebens voraussagt. Antigonos Lehrsatz ist der Pstoge der עבודה, Josc's aus Zcrcda der Pflege der תורה, Jose's aus Jerusalem der 'כמילות דזםדי geweiht, und wohl mögen nur schließlich ein Volksleben beneiden itnb bewundern, dessen gewohnliche Bürger anfgcfordert werden, ihre Häuser, wie Mischna 4, eine Stätte der Wissenschaftlichkeit, und, Mischna .5, der thätigen Menschenliebe sein zu lassen. *)f>) Jehosua Sohn Perachja'S und Nithai der Arbclitc empfingen von ihnen. Iehosua Sohn Perachja'S sagt: schasse dir einen Lehrer, erwirb dir einen Genossen und bcnrthcile alle Menschen nach der guten Seite. :עשת לך ח, entspricht der קנה לך הבר ,תורה der והוי דן ובו׳ עבודה den: לח. — Schaffe dir einen Lehrer, bewirke es, daß ein tüchliger Mann dich als seinen Schüler zulasse nnd dir Gelegenheit gebe, dich durch seine Wissenschaft und seine Weisheit geistig zu vervollkommnen. ES heißt nicht: erwirb dir einen Lehrer, denn auf dem Boden des Judcnthums soll die תורה, insbesondere die תשב״פ, der Talmud, unentgeldlich gelehrt werden nnd Jedem ist es מצות, was er von der Gotteölehre in sich ansgenomincn, geeigneten Schülern mitzuthcilen. Allein ein הבר, ein Freund und LebcnSgeuosse, der uns im Wirken und Schassen berathcnd und helfend mit treuer Theilnahme zur Seite steht, ein solcher will erworben scin, will durch unscrseitiges Entgegenkommen, Anschließen und Theilnehmcn gewonnen werden, und von einem solchen heißt cs ״ .קנה לך הברLehrer" und ״Freund", das sind die höchsten Titel, unterden ein Mensch uns theuer werden kann, und eS sind in der Regel nur wenige Menschen, die wir als solche die Unfern zu nennen im Stande sind. Wenn aber gleich nur wenige von uns und für uns auserlesene Menschen es sind, die zu uns und zu denen wir in so enge Beziehnng treten können, so sollen wir nns doch wohl hüten, über die andern Menschen ein zu scharfes Urtheil zu sällcu, oder uns gar in hochttlüthigcr Selbstüberhebung von ihnen fern zu halten. Vielmehr sollen wir uns von allen Menschen eine möglichst gute Meinung bewahren und selbst wo uns ihre Handlungsweise zweifele Haft und zweideutig erscheint, sollen wir die möglichst entschuldbare Seite in unserer Veurthcilung hcrvorkehren. ח י חייב ע בן פיהיה ו נ האי הארכ8י ק נ ליו מריב• יהושע בן :׳דודה אובד עשה דיך רב וסנה דך הכר והוי רן אה ברי האדם 8בף זבות• *)7) Nithai der Arbelite sagt: Entferne dich von meinem bösen Nachbar und schließe dich feinem Gesetzlosen an und gicb die Erwartung von Strafverhängniß nicht auf. Die Nähe eines Nachbars, der durch sein uuverträglich chikanöses Wesen und geradezu durch seine Schlechtigkcit uns schädlich und verderblich werden könnte, köuitcu wir durch Entfernung unserer Wohnung ganz verniciden. Daher heißt es hier ־1111 .הרחק משבן רע vermeidlich ist es aber, daß man nicht mit Menschen im Verkehr zusammen komme, die die Achtung des göttlichen Gesetzes von sich geworfen. Wohl brauchen lind sollen wir nicht in enge Verbindung mit ihnen eiutrctcu, schließe dich nicht ihnen an, mache keine Genieiuschaft mit ihnen, insbesondere, wie d.1S Wort — התחבר ל buchstäblich heißt: sei kein Mitglied von Gemeinschaften, in welchen רשעיב dominiren. Alle diese Dinge, sowohl die Nähe eines bösen Nachbars als die Gemeinschaft mit schlechten Menschen, rächen sich. Und wenn du auch lange in ihnen verharrt bist ohne Nachtheil zu empfinden. Der deine gedankenlose Gleichgüttigkect rächende Schaden bleibt nicht aus. (Forschung folgt.) a ׳י!!ג kr Mtthmx (kiiifink [705-1812. (Schluß, siche Nr. '0, 1885.) Samstag, l 6. Juni l 798, ließen die sogenannten Manhigim verbreiten, daß bei dem Minchah-Gebete dn Stadtbote oder Sekretär in die Synagoge kommen würde, um dort Etwas zu verlesen. Viele sind dadurch aus Neugier hiugcgangcn. Auch David Salomons war wie gewöhnlich dort. In einem Augenblicke war die Synagoge voll von Neugierigen der sogenannten Neuen Gemeinde nnd von Personen, die schwarze Kokarden an den Hüten trugen. Während der Chasan aus der Thora den Abschnitt für dcn dritten Aufgerufenen verlas, kamen zwei Gcrichtsdieuer in die Synagoge und begaben sich aus den Almemor, wodurch eine große Bewegung entstand, da Niemand wußte, was das zu bedeuten habe. Als Einige, um waS vorsicl besser sehen zu können, auf die Sitzplätze stiegen, riefen die Manhigim: ״Nicht auf die Plätze steigen!" Hierauf wurde zurückgcschrien: ״Wenn die Gerichtsdiener und der gemeine Pöbel von dem Almemor gehen, dann steigen auch wir herunter; cS ist keine Manier, eine solche Bewegung in der Synagoge für '< נחאי ר,איכ8י אומר הדהד! משבן רע ואל* החהבר 18 ש ע ואד1 ההיאש הן הפורענות•

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