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Jeschurun · 1886-02-04 · Heft 5 (4.2.1886) · p. 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 5 (4.2.1886)
Article
Frankreich : Paris [Nachricht]
Date
1886-02-04
Page
77 (sequence 2)
Language
German
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hinslctlt. — Herr Von Home, Sekretär der Konferenz der Advokaten, hat in einer Rede, die er bei der Eröfsmlngssitznng am 30. November über ״das Verdienst Ercinicux's" gehalten, den gesetzlichen Sinn und das juridische Berständniß, die natürliche Anlage zur Geschästssührung und die Beharrlichkeit als Eigenschastcn Ercmieux's bezeichnet, die er dein Vorzüge zu danken habe, den die Inden als besondere Eigenthi'nniichleit ihres großartigen Stammes besäßen. — Wir können nicht jedes Mal aller der hervorragenden Beweise jüdischer Wohlthätigkcit zu (fünften der Gesamnitbevölkcrnng von Paris und Frankreich Erwähnng thn», sonst hätten wie anher von anderen auch bereits ausführlicher von der Schöpfung des ״ckj81mn8rm׳c," der Madame Heine gesprochen, der die Stadlvertretnng unter Ausdrücknng des Dankes versprochen hat, ihr Beispiel nachznahmcn und ähnliche Anstalten zu gründen, DaS Eharakteristischc der jüdischen Wohlthätigkeit de steht vor allem in der Art und Weise des Gebens, wie das so schön zur Stelle Schemanß Cap. צ צ B. 24 אם כסף תלויה את עמי את העני עמך hcrvorgchobcn wird י betrachte dich. Geber, als den Armen. (Raschi) Wir Inden geben gleichsam die Stenern, zn denen die Thanroh uns verpflichtet, wie man sie in der Regel an einen über uns Stehenden giebt, nicht aber als ein Geschenk unserer Gnade. Der Midrasch sagt, sonst pflegt man sich gern mit reichen Verwandten zu rühmen, während viele den armen Verwandten nur nothgedrnngc»! als zn ihnen gehörig anerfennen, aber der Allbarmherzige nennt gerade die Bedürftigen עמי, sein Volk, seine Verwandten und warnt vor geringschätzender Behändlang derselben. Möchten die tl Mitglieder des hiesige» Wohlthätigkeitskomitees stets die Kraft haben, in diesen! Sinne zn wirken. — Man hat jetzt ein eigenes, an de» Boulevard Beaumarchais stoßendes Gebäude gemielhet, um der Armenpflege größere Sorgfalt znwenden;» könne». - Die Zeitung ״i׳c Temps" berichtet von einer Prcisverthcilung der israelitischen Handwerksschule, die in der Mairie des vierten Arrondissement stattgesnnden. Die Schule hat 80 Schüler, .55 Pensionäre und 5צ Externe. Es sind dies 8 Graveure, 4 Metalldrchcr, 3 Holzschnitzer, 2 Sattler, צ Kunsttischler, צ Mechaniker, 4 Buchdrucker, 4 Stcindruckcr, 3 Zeichner, 3 Klempner, l 0 Juweliere, l l) Uhrmacher, 3 Zuschneider, 3 gewöhnliche Schneider, צ Steinschneider, 4 Tapezierer, 3 Goldarbcitcr, 1 Mili 1 üressektcnarbeitcr, צ Diamantenfaßer, צ Hcmdenznschncidcr, l Rcisccssektenarbcitcr, 3 Buchbinder und l Photograph. Was ihre Nationalität betrifft, so sind cs 18 Pariser, 5'Franzosen aus der Provinz,!צ Elsässer, 0 lothringer, 6 Orientalen, 4 Numanicr, 3 Russen, 1 Engländer. Einnahme!! betrugen im letzten Jahre 03 408 Francs, Ausgaben 54290 Francs. Die Schüler haben außer dem Unterricht in den Werkstätten und in den drei Klassen dieser Schule, noch Abendstunden. Hoffentlich werden wir noch oft freudige Gelegenheit haben, von den Werken der hiesigen jüdischen Wohlthätigkeit zu sprechen. Durch Rcchtthnn und Wohlthätigkeit werden wir unsere Erlösnng finden, ציון במשפט תפדה ושביה בצדקה, b bis der Tag koinmt, wo der Allbarmherzigc uns wieder in Erbarmen anfnchnren wird בי אשיב את *שבותם ודהמתים. (Anm. d. Red. Hinsichtlich des Eingangs dieser Korrespondenz erwähnten Berichts aus Bulgarien bcincrken wir, daß ״Le Tcmps״ die Existenz einer eigenen Iudenlcgion in Abrede nimmt. Die ״Arch. isr." halten aber ihren Bericht aufrecht und stellen eine genaue Erforschung der darin gegebenen Mitthcilung in AnSsicht.) Nu fzland. * Charkow. Der ״Mosk. Wied" wird berichtet daß die gegenwärtig hier stat!findende Messe ״Kraschtschenski", total leblos ist, weil den Juden plötzlich der Befehl zugegangcn!var, die Stadt innerhalb viernndzwanzig Stunden zu verlassen. Oie meisten Käufer sind aber Inden. Die christlichen Verkäufer sind darüber in Verzweiflung. 9t n m ä 111 c n. ' Jassy. Die gerichtlichen Prozeduren sind viel zu langwierig Warum erst viele Weitläufigkeiten, wenn es gilt, an den verhaßten Juden die Wnth ansznlasseu? Man greift die ersten besten Juden auf,!virft sie in den Kerker, peitscht sie bis aufs Blut und läßt sie daun laufen. Das ist die neueste Methode, und sie'bewährt sich. Das sollten auch kürzlich zehn arme Juden mit Schreck erfahren. Es waren Handwerter, Maurer und Zimmerlcute, die ohne jegliche Veranlassung von der Straße weg ins Gefängniß geschleppt wurden. Darauf ließ ein Kommissar sich die unschuldigen Inkulpatcn vvrführcn. Drei meldeten sich als österreichische Unterthanen und wurden entlassen. Die anderen als richtige Landeskindcr aber wurden ohne Weiteres auf den Erdboden gelegt und gekantet, daß das BI nt in Strömen von ihrem zerfleischten Leibe floß. Nachdem diese das Verhör einleitende Prozedur gründlich ausgesührt war, begann das eigentliche Verhör mit der Aufforderung, ihre Namen zu nennen. Einer unter ihnen war zn sehr erschöpft, um zn antworten. Er erhielt deshalb zur Erweckung seiner Lebensgeister einige furchtbare Schläge ins Gesicht, daß ihm Zähne aussielcn. Weiteres wurde nicht verhandelt. Die Gemißhandelten liegen krank darnieder. Sie haben sich auch beschwert. Das steht ihnen ja frei. Ihre Be- י schwcrde hat aber keinen Erfolg, das fleht den würdigen

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