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Jeschurun · 1886-01-28 · Heft 4 (28.1.1886) · p. 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 4 (28.1.1886)
Article
Österreich-Ungarn : Papa [Nachricht]
Date
1886-01-28
Page
62 (sequence 2)
Language
German
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herrlichen Verlauf und bekundete aufs Neue die große Beliebtheit, welcher sich Herr I)r. Breuer allgemein erfreuen hat. A m er if a. K.Newyork. Unsere israelitischen WohlthäligkeitSaustaltcn zeichnen sich durch ihre Großartigkeit auS. Die ״Hcbrew Sheltering Guardian Society" u. A. gewährt an etwa 370 arme Kinder Beköstigung. Unterrieht und Kleidung; die ״Aoung Ladies Eharitable Aid Society" unterrichtet 80 arme Mädchen in Handarbeiten; die ״Joug MenS Hcbrew Associalion" unterrichtet über 400 russische Einwanderer im Englischen; im ״Mount Sinai Hospital" wurden im verflossenen Jahre 2282 Kranke verpflegt, wovon 1111 als gänzlich geheilt und!)63 als zeitweilig geheilt entlassen werden konnten. Die Einkünfte betrugen 08 042 Dollar, die AnSgabe 82 275 Dollar. — In A t! anta (Ga.) berichtet kürzlich die größte dort erscheinende Zeitung eingehendS über die Schlachtweisc der Juden. In Folge dessen haben die jüdischen Schlachter eine sehr bedeutende christliche Kundschaft erhalten. In derselben Stadt empfehlen die Aerzte die Vornahme der טילה, und der dortige Mohel versichert, daß er noch einmal so viel Bcschneidungcn an christlichen Säuglinge vorzunehmen habe als an jüdischen. W. New York, Januar. Die Pittsburger Nabbiuer(?)-Bersammluug, wie mau die Tragi-Komödie nennt, welche eilte Haudvoll mit dem Jndcnthum kaum noch in einem andern Zusammenhänge, als durch de!t Zufall der Geburt, stehender Personell ausgeführt haben, hat doch das Gute, daß vielen Leuten die Augen ge׳ öffnet werden über das unmündige Spiel, welches unter dem ehrwürdigen Namen ״Religionsinteressen" getrieben wird. Man will sich doch!licht ferner mit den Wise und Genossen identisizireu lassen, inan will doch nicht luchr in dem famosen Wise'schen Nabbinerseminar zu Cincinnati eine jüdische Anstalt erkennen. Die Herren Mornis, Kohut und Mendes nehmen das alte Projekt der Errichtung einer Nabbinerschule iu Philadelphia wieder auf, und suchen dafür die Genlüther zu erwärmen und die Opferwilligkcit. zu wecken. Sie wollen eine ״orthodoxe" Schule gründen. Das ist gewiß recht löblich und müßte zum Segen für ganz Amerika werden, wenn nun auch in der Thal dieses orthodoxe He'orcw College wahrhaft orthodox werden würde, orthodox in dem Sinne, in den man in Deutschland diesen Begriff ausfaßt. Aber daS ist leider sehr zu bezweifeln. Der geistig und wissenschaftlich bedeutendste unter den genannten drei Herren ist wohl Dr, Kohnt. Nun, dieser Herr ist Nadbincr an einer Reformgemcinde und jamtionirt den Schwindel, welcher unter dcS vcrstorbenen Hübsch Leitung Programru der Ahawath- Chesed-Gcmcinde geworden ist. Er liefert daö Unglückselige Beispiel, daß man ein Ministrant der Reform sein und doch den Anspruch erheben mag, als Begrnnder einer Rabbinerschule dazustehen, die sich orthodox nennen will. Nein, ihr Herren, wollt ihr eine orthodoxe Nabbinerschule gründen, so seid erst selber orthodox, so breche! mit der Reform. WaS ist denn der Unterschied zwischen dem Prinzipe, ivelchem Herr Or. Kohnt in seiner rabbinatlichen Wirksamkeit huldigt und dem der jetzt viel verschrieene.1)!׳. Wise in seinem rabbinatlichen Wirken dient? In der Theorie orthodox und iu der Praxis reformistisch zu sein, ist eines Mannes unwürdig, der Anspruch auf Achtung macht. Man wende nicht ein, was soll Kohnt thuu, er ist Familienvatcr und die Stelle an der Ahawath Ehesed-Neformgemeinde ist eine sehr gut dotirte, soll er diese etwa aufgcben? Ich antworte, gewiß soll er dieses thun. Man treibt keinen Schacher mit dem Heiligsten, und daö Heiligste ist die religiöse Ueberzeugnng. Ist das Ncformprinzip eine Lüge, so diene ihm nicht, dienst du ihm aber, so kannst du nicht zugleich als Vertreter deS wahren JndenthnmS dich aufspiclen. Kann inan ohne'Gcwisscnsskrupel den Kultus der Reform leiten, so brauchen wir keine andere Pflanzstätte für unsere Rabbiner als das Eincinnatier Seminar. Rein, ihr Herren, gebt erst selbst durch euer Leben das hehre Beispiel von Uebcrzcngnngötrene und wahrer Frömmigkcit und dann erst geht an daS Werk. Reformrabbiner und orlhodorcr Nabbinerseminardirektor ist eine noch größere Unwahrheit als Neformrabbiner und Reformrabbinerscminardirektor. Da ist Herr Wise ehrlicher als Herr Kohnt. Unser Heit erblüht nur ans dein Grunde eines ehrlichen StrebcnS. Wir können nur ganze Männer gebrauchen. Mau kann nicht der Wahrheit und der Lüge zu gleicher Zeit dienen. (OhüHiuf ZMllMIl. Bou Samuel Aerljhold Rosner. ׳ (.'Ulc 'Haine uorbeUlU״־. (Fortsetzung.) ״Sonderbar! — Wenn ich nur die geringste vernünsligeErklärnng dafür zu cnidcckcn vermochte. Aber — die schwerste Studienzeit, in welcher jeder ernste Mensch mit der Zeit kargen muß wie ein Geizhals, hast Du ja bereits im Rücken, auch von mysantropischer Ab- Schließung kann bei Dir nicht die Rede sein, denn Du kennst die edle Nützlichkeit des geselligen Verkehrs zu gut und hast zu jeder Zeit bereitwilligst seine nnumgängliche Nothwendigkeit anerkannt. —" MoscS fiel mit einem Lachen ein. ״Du thnst

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