Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1886)
- Article
- [Rezension] / X.
- Date
- 1886-01-21
- Page
- 46 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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46 Herrn Verfasser dafür warmer Dank gebührt. In knappster Form gewährt es eine Einsicht in die mauuigfassten Verhältnisse Palästinas in Bezug ans (Geographie, Ethnographie, Agrikultur n. s. w., aus (^rund der neuesten Berichte und vornehmlich des Werkes non Vawrcncc Dliphaul The land of Gliead, und verdient wegen der bucht faßbaren Darstellung in hebräischer Sprache und desehr niedrigen Preises von nur ׳;׳ » Kopeken die weiteste Verbreitung. Die dabei gegebene Kicpcrt'schc Karle, in welcher der diesseits des Jordans liegende Theit Palästinas nach neuen englischen Vandcsaufnahmen umgearbeitet ist, ist eine sehr werihnolte Bereicherung des Buchs. Als Probe aus dem mannigfachen interessanten Material möge das Folgende ans dem 8. Kapitel dienen, welches von den Sitten der Sephardischcn Juden handelt. ״Die Sephardim verheirathen ihre Kinder in frühem Alter. Leit Hunderten von Jahren in jedoch für Jerusalem festgestellt und angeordnet worden, Mädchen nicht vor zwölf Jahren zu verehelichen. Will Jemand etwa dem zuwider seine Tochter früher verheirathen, so muß die Hochzeit außerhalb der Stadt stattfiudcn. Dagegen ist aber auch angcorduet worden, daß in dem Alter von zwanzig bis sechszig Jahren kein unver heiratheter Mann in der heiligen Stadt wohnen darf. Wer dieser Drdnnng znwiderhandelt. wird genöthigt, die Stadt zu verlasset!. Die Frauen, auch die Mädchen, zeigen sich aus der Straße nicht ohne einen sie ganz verhüllenden Schleier. Eine Frau unter sechzig Fahren darf nicht in nicht׳ israelitischen .Häusern verkehren weder in geschäftlichen Angelegenheiten, noch in einem dienstlichen Verhältnisse. — Der Bräutigam bcgiebt sich am Sabbath vor seiner Hochzeit zu dein Rabbiner, küßt ihm die -Hand und läßt sich von ihm segnen. Am Vorabend der -Hochzeit versammln sich die Verwandten ilnd Freunde des Bräuligams in seinem Hanse, wo ein jüdischer Nasenr das Haupthaar des Bräutigams scheert. Alle Gingeladeuen geben dem Haarscheerer ein beschenk. Hierauf werden gemeinsam Vieder augestimmt. - - In dem Hause des Bräutigams wird der Trauhinunel aufgestellt, welcher während' der ganzen Hochzeitswoche stehen bleibt. Unter denselben nehmen Braut und Bräutigam während dieser sieben Tage ihren Platz ein. Vor der Trauung umhüllen sich die Beiden mit einem neuen Talith. . Der Bräutigam spricht den Segensspruch: להתעטף und חייגו ,Tw. ,, S o stehen sic mit der Thalithumhüllung bis die Trauung vollendet ist. Zur Ehcverschrcibung wird נעה וטתיט nach der Anordnung הז״ל gegeben. Auch wird der Eheverschreibung die Verpflichtung hiuzugefngt, daß der Mann nicht noch eine anderweitige Ehe neben der gegenwärtigen ohne Einwilligung seiner Frau eingeht. Ferner, daß er nicht weiter als Aleppo (אדם נענה), Beirut und Theben (נא אכוון), auch nicht zur Sec überhaupt reist, ohne ihr einen Schcidebrief auf Zeit (;גט בריתות לזיז) ncbft ihrem Unterhalt zu ertheilen. Nach der Trauung küssen die Neuvermähttcu den Eltern und Verwandten die Hand. Diese und alle Eingeladencn begrüßen das Paar mit dem טוב ^?-Wunsch. Die Neichen geben dem Bräutigam Geldmüuzeu, jeder itach seinem Vermögen, als Hochzeilsgcscheuk. Darauf begiebt man sich zum Hochzeitsmahle, welches nutet* Gesängen und yicbcru in hebräischer und arabischer Sprache begangen wird. Nach dem Mahle führt man das junge Paar zu zwei nebeneinander stehenden Sesseln, ans welche es Platz nimmt. Braut und Bräutigam halten eine Fackel in der Hand. Die Hvchzcitsgäste führen mit sie Reigen aas und bemühen sich, bald das Vicht des Bräutigams, bald dasjenige der Braut anszttblascn, damit der Eine sein Vicht an dem des Andern wieder auzuzündcu ac nöthigt ist. Der junge Ehemann verläßt während der sieben Hochzeitstage nicht das Hans, mit Ausnahme des Sabbaths, an welchem er zur Synagoge geht und dort unter dem ausgestellten Tran Baldachin Platz niunnt. Wenn er zur Thora gerufen wird, begleiten' ihn die Hochzeitsbeistände zur Bimah und man liest ihm den Abschnitt: ״Und Abraham war alt und bcjahrt geworden", mit einer eigenen besonderen Melodie vor. Die ganze Gemeinde liest in derselben Melodie die Ucbersetznng des Abschnitts Vers um Vers, und der Synagogcndiencr geht!nährend dessen zwischen den Betenden umher und gießt ans einen! gelöcherten silbernen (besäße wohldnftcndes . Nosenwasscr aus die Hände aller Anwesenden." In Betreff des' Vandbaucs erzählt der Verfasser, daß die früheren Versuche der Inden, sich der Vaudwirthschasznznwenden, nieistens mißlungen sind. Es fehlte an der nothwcndigcn Unterstützung dieser Beslrcbnngcn. Doch fand Dliphant im Dorfe Bnkia etwa zwanzig daselbst seit langer Zeit ansässige jüdische Banerufaiuilicu, welche sich in ihren! Acußern und ihren (Gewohnheiten von den arabischen -Bauern kann! unterscheiden. -- Die Juden von Safcd haben indessen vor viel Jahren eine Kolonie ״Me Maran" augelegt, die in blühcudeiu Staude sich befinden soll. Zwischen Jaffa und Nainlc wurde eine ähnliche ins Vcven gerufen, welche aber mit den unsäglichsten Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und nicht gedeihen konnte. Die Schuld lag nicht an den Juden. Heute sind folgende Kolonien vorhanden: Mikwch Iisrael, Perhach Tikwah, Rischem st'eziou, Ekron, Samaricn, Rosch Pinah, Ießod Hamatah. X.